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J. F. Radinger.
facher Kaftenform und den übrigen, in wenigft Linien gezeichneten Details herrührte.
Stefan Vidats in Peft.
Der ungarifche Dampfmafchinenbau fand fich durch eine gute, aus wenig Einzelftücken zufammengefetzte liegende Mafchine von nominell 15 Pferdeftärken mit Meyer Steuerung, aber ohne Condenſation obiger Firma repräfentirt.
Der Dampfcylinder war mit angegoffenem Schieberkaften und Tragblock direct am Fundament Mauerwerk mit vier Schrauben niedergehalten. Der Vorderdeckel war angegoffen und ein Seitenbalken fchlofs fich übergreifend an den Kreisrand. Der Seitenbalken trug die angegoffenen, vorn offenen Führungen und bildete mit dem Kurbellager und deffen Tragblock ein einziges Hohlgufsftück von ftarker und gefälliger Form.
Der Dampfcylinder hatte 290 Millimeter Bohrung und fein Kolben o 526. Meter Hub. Nachdem die Mafchine mit 70 Umdrehungen arbeitete, betrug die Kolbengefchwindigkeit 1:23 Meter per Secunde, welche durch 65 und 72 Milli meter weite Zu- und Abftrömrohre reichlich bedient wurde. Das Einftrömrohr befafs nämlich 1/20 der Kolbenfläche( die Einftrömcanäle bei 24 und 150 Milli. meter Oeffnung 1/19), was die Strömungsgefchwindigkeit auf 25 Meter befchränkt. Das Ausftrömrohr bot 1/16 der Kolbenfläche.
Der Kolben beitand aus zwei im Kreis verfchnittene und durch die Kolbenstangenmutter unter fich und mit der Stange verbundenen Scheiben, welche zwei Selbftfpannringe zwifchenhielten.
Der hintere Cylinderdeckel wie der Schieberkaftendeckel waren eben und blank, fonft aber das Ganze mit Holz umkleidet. Vorn war die Stopfbüchfe für die 52 Millimeter dicke Kolbenftange verfchnitten in den angegoffenen Vorderboden des Cylinders eingeſetzt.
Die Kolbenstange endete mit einem aufgefchraubten uud mit Gegenmutter gehaltenen Corlifs- Kreuzkopf, deffen nachftellbare Führungsplatten fich am Flachtheil der Gabel, aifo excentrifch der Druckrichtung ftützten. Die Führungs platten waren dachförmig und hatten 99 Millimeter Breite, bei 224 Millimeter Länge was bei den 5 Atmoſphären Betriebsdruck und der 4mal Kurbelhalbmeffer langen Schubftange einen Maximal- Führungsdruck von 2.8 Kilogramm per Quadratcentimeter gibt.
Der Kreuzkopfzapfen war in die Gabel conifch( vorn ohne Kopf) eingepafst und durch eine Hinterfchraube gehalten. Der freie Zapfentheil, der in den Bügelkopf der Schubftange arbeitete, hatte 45 Millimeter Durchmeffer und 74 Millimeter Länge, wodurch fich der herrschende Druck auf 98 Atmoſphären ftellt.
Vorn griff die runde Schubftange wieder mit einem normalen Bügelkopf auf den 50 Millimeter dicken, 93 Millimeter langen Kurbelzapfen( Schalendruck 71 Atmoſphären, fpecififche Abnützarbeit o 61 Kilogramm Meter), welcher ohne. Bund in der fchmiedeifernen Kurbel durch einen Mittelkeil angezogen fafs.
Die Kurbel war im Auge, Arm und Nabe gleich dick gefchmiedet und nur letztere um fo viel weniger abgedreht, dafs ein 5 Millimeter hoher Vorfprung blieb, welcher dem Streifen der übrigen Kurbel an den unmittelbar dahinter ftehenden Lagerblock vorbeugte, nachdem auch der Zapfenbund in die Kurbel völlig verfenkt war und die Lagerfchalen auisen ohne Borten endigten.
Die Kurbelnabe war möglichft kurz( 3/4 der Nabenbohrung lang); aber durch die Summe diefer Einzelheiten wurde der fchädliche Hebelarm von der Schubitangen zur Lagermitte auf das Möglichste verringert, was der Feftigkeit und der Ruhe des Ganges zugute kommt, und auch die fchädlichen Dampfräume klein beläfst, indem der Schieberfpiegel nahe an den Cylinder rückt.
Das Kurbellager, welches mit dem centrifch ankommenden Seitenbalken und dem Grundftänder zufammengegoffen und mit zwei Fundamentfchrauben