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Die Motoren : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von J. F. Radinger, Prof. der k.k. techn. Hochschule in Wien
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J. F. Radinger.

Die Dampffpannung ift höher als in den übrigen engliſchen Locomobilen und beträgt 42% bis 6 Atmofphären Ueberdruck.

Sämmtliche Locomobile diefer Firma trugen neben einem der beiden Hinterräder eine Bandbremfe mit Schraubenanzug.

Die Reading Iron Works. Die Keffel diefer Mafchinen finden fich bereits im Berichte über die Dampfkeffel befchrieben und vom Motor ift nur zu erwähnen, dafs die Dampfvertheilung bei einer Locomobile durch den Regulator infoferne beeinflufst erfchien, als diefer wohl auf die Droffel und aufserdem noch durch ein Zahnfegment in ein kleines Rad auf der Stange des Deckfchiebers der Meyer'fchen Steuerung griff. Der Regulator beftand aus zwei Kugeln, deren Hebel Drehpunkte im aufgefteckten Belaftungsgewichte felbft untergebracht waren und wobei die inneren Hebelfchneiden fich nun oben auf die rotirende aber fonft unbewegliche Regulatorfpindel ftützten.

Die 6-, 8., und 10- pferdigen Mafchinen hatten

197 305 355

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99

254 Millimeter Bohrung

"

355 Hub

welche per Minute 120

IIO

29

IIO mal zu durchlaufen waren,

was..

I'2

13

"

13 Meter per Secunde entspricht. wichte von 3200 bis 4500 Kilogramm fcheinen mässig.

Die Ge

R. Garett& Sons in Suffolk fandten eine Anzahl guter und ein­facher Locomobilen, deren Keffel bereits im Keffelberichte eingehend befpro­chen wurden. Dort finden fich gleichfalls die Refultate einer von mir vorgenom­menen Probeheizung mit Strohfeuerung unter gleichzeitiger Bremfung der ent­wickelten Arbeit. Was nun die Mafchinen betrifft, fo ftehen fie unter den engli fchen Modellen durch die principielle Auslaffung des Dampfmantels faft einzig da, von welchen Garetts behaupten, dafs fie erft nach jahrelangen Effectsver­fuchen davon der Mode zum Trotz abgingen, nachdem folche nur das Gewicht nutzlos vermehren Sie würden Dampfmäntel nicht verwerfen, wo es fich um ftark expandirende oder Condenfationsmafchinen handelt, während bei den hochfüllenden Mafchinen frifcher Dampf durch die offenen Canäle in dem Mafse nachftrömen kann, als fich folcher an den Cylinderwänden condenfirt.

Bei folchen Nachftrömen wird aber kein abziehender Dampf mit neuer Wärme geheizt, wie es bei der Verwendung des Mantels im hohen Mafse gefchieht und für den hohen Druck zu Beginne des Kolbens wird durch die Compreffion beffer geforgt, als durch allfeitiges Heizen des Cylinders durch dicke Wände hindurch.

Die Steuerung findet durch ein einziges Excenter mit 45 Grad Voreilung ftatt, welches den Vertheilfchieber auf 2/3 der Canalbreite für die Einftrömung, aber ganz für die Ausftrömung öffnet. Die Füllung beträgt genau 50 Percent, doch ift die hierzu nöthige breite Ueberdeckung für eine in den Schieber eingegoffene U- förmige Hilfseinftrömung benützt, welche das Füllen und Schliefsen der Dampfwege doppelt fo rafch gefchehen macht, als es fonft der Fall wäre.

Nach einem mir vorgelegten Diagramm einer folchen Mafchine war die Füllungslinie fchön, die Expanfion begann bei 50 und die Vorausftrömung bei ungefähr 86 Percent des Kolbenlaufes.

Letztere brachte die Endfpannung völlig auf den atmoſphärifchen Gegen­druck herab, welcher bis zu den letzten 15 Percent des Rücklaufes gleichförmig niedrig blieb, von wo die Compreffionsfpannung begann.

Der Cylinder ift wohl verfchalt und feine Deckel geftatten das Heraus ziehen des Kolbens auf jeder Seite. Die Schalen der nach einwärts fchiefen Rippenlager find mit weit vorfpringenden Bunden verfehen, um eine lange Auflage zu geben und eine auf dem anderen Wellenende als das Schwungrad fitzende Riemenfcheibe nimmt gleich jenem die Hälfte des Balancegewichtes