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J. F. Radinger.
Patrial turbine mit horizontaler Achfe und Schieberregulirung. Die Leitfchaufeln find in der Richtung der Achfe verlängert und über fämmtliche Leitradzellen bewegt fich ein einziger Mufchelfchieber, welcher dazu dient, der Reihe nach die Leitradzellen je nach dem Kraftbedarf oder der vorhandenen Waffermenge zu öffnen.
Wafferfaug Apparat. Zur Entleerung von Baugruben und als Gefälls Erhöhungsapparat für hydraulifche Motoren, welche häufig und zwar bei überreichem Wafferzuflufs an Stauwaffer leiden, bauen Nagel& Kaemp einen Apparat, der eigentlich eine grofse mit Waffer betriebene Strahlpumpe ift.
Der Ausflufs aus den Turbinen findet dabei unter Waffer, und zwar in einen conifch zulaufenden, oben meift mit Holz gedeckten Canal ftatt, in welchen das überflüffige Waffer der Freifchütze, alfo unter der vollen Druckhöhe, centrifch einftrömt. Deffen lebendige Kraft befchleunigt die Gefchwindigkeit des nebenher kommenden Unterwaffers der Turbine, und dort, wo die Mifchung vollendet ift, wird durch eine langfame Erweiterung des Gefammtquerfchnittes die Gefchwindigkeit wieder in Druck umgefetzt, wodurch der endlich erreichte Wafferfpiegel ( der des Hinterwaffers) höher zu liegen kommt, als jener in der Turbinenftube.
So wird das überflüffige Druckwaffer zur Wegfchaffung des Wafferftaues benützt oder das Gefälle ohne beweglichen Mechanismus erhöht. Auch Baugruben etc. können durch einen ähnlichen Apparat ausgefchöpft werden, wenn über andere höher liegende Waffermengen gleichzeitig verfügt werden darf. Es follen Fälle vorliegen, wo mit 15 Meter Druckhöhe 9'0 Meter Saughöhe erreicht wurden, wenn fich auch das Maximum des Effectes bei folchen Höhenunterfchieden nicht ergibt, fondern beim Höhenverhältnifs von I: 2 eintritt.
In anderer Ausführung befteht der Apparat aus zwei gleichgrofsen, feften, aufsen nicht gefchloffenen Tellerfcheiben, deren Höhlungen einander zugekehrt find und eine freibewegliche Kreisplatte zwifchenhalten.
An der Ober- und Unterplatte münden Saug- und Druckrohr centrifch an und das austretende Druckwaffer faugt Tiefwaffer mit, während fich die Zwifchenplatte, die Querschnitte völlig richtig regulirend, von felbft einftellt.
Dampfejections- Apparat. Zum Leerfaugen langer Röhrenleitungen, wie bei Brunnenkuppelungen durch Heber, um die Bodenventile bei Pumpen zu erfetzen und für ähnliche Fälle benützen Nagel& Kaemp einen Dampfftrahl, welcher ähnlich wie das Druckwaffer im vorigen Apparate wirkt und am dünnen Ende einer mit der Röhrenleitung verbundenen und ins Freie mündenden Lufttrompete eintretend die Luft mitreifst und daher die Spannung im gefchloffenen Innern reducirt.
Der in der Ausftellung im Gange befindliche derartige Apparat fchaffte ein Vacuum von o 8 Atmoſphären und wurde benützt, um das unten offene Saug. rohr einer Centrifugalpumpe mit Waffer zu füllen, während fonft ein Bodenventil und Füllung von Hand aus nöthig gewefen wäre, um das Angehen der Pumpe zu erwirken.
So brachten Nagel& Kaemp eine Reihe neuer Mechanismen und Apparate welche fämmtlich klar entworfen und durch die Erfahrung erprobt find. Dafs die Detailconftructionen und Formgebungen durchwegs gelungen und fämmtliche Maschinen im Gange waren, fei noch zum Schluffe erwähnt.
Walter Zuppinger in Ravensburg.
Nach den Plänen des Ingenieurs Walter Zuppinger wurden bereits für 12.000 Pferdeftärken Reactionsturbinen, 1000 Pferde Tangentialräder und für 5000 Pferde Wafferräder gebaut. Seine Ausstellung von Zeichnungen ausgeführter