Calorimotor von Friedrich Siemens.
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Wandungen befitzt und durch eingefetzte Radialwände in je zwölf Fächer getheilt ift. Diefe Radialwände befinden fich jedoch nur im oberen Theil der ringförmigen Schalenräume, während unten die zwölf Abtheilungen mit einander und noch durch einzelne Bodenöffnungen mit dem vom Ganzen umfchloffenen Innenraum in Verbindung ftehen.
Oben find die einzelnen Abtheilungen der inneren und der äufseren Schale abermals, aber derart verbunden, dafs je eine Abtheilung des inneren mit einer um 60 Grade vorgefchrittenen Abtheilung des äufseren Raumes communicirt. Diefe Verbindung gefchieht durch rechteckige Rohre, welche Metallnetze enthalten und als Regeneratoren wirken.
Diefe beiden Schalen ftecken auf einer unter 45 Grad geneigt gelagerten Drehachfe und die äufsere Schale wird unten durch eine Flamme geheizt.
Der gefammte Innenraum ift etwa zur Hälfte mit Waffer, refpective einer anderen Flüffigkeit gefüllt, welches alfo auch bis in die Einzelabtheilungen der Ringräume reicht und diefelben unten abfchliefst. Die oberen Theile derfelben fowie die Verbindungs-( Regenerator-) Rohre find aber mit Luft gefüllt.
Die unteren Räume der äufsern Schale werden alfo geheizt, während die
der inneren Schale durch das Waffer gekühlt bleiben.
Solange nun dem alfo vorbereiteten Apparat keine Wärme zugeführt wird, fteht das Waffer in allen Räumen im Niveau und es ift kein Beftreben einer Drehung geweckt.
Denkt man fich nun eine Drehung angeregt, fo taucht auf der niedergehenden Seite ein unterer Raum der Aufsenfchale tiefer ins Waffer, die oben enthaltene Luft wird verdrängt und zieht durch das obere Rohr in den um 1/6 Drehung zurück ftehenden Raum der Innenfchale. Wird aber der Aufsenraum gleichzeitig geheizt, fo wird fich die Luft noch ausdehnen, ein Theil ihres Waffers unten austreten und das Gewicht ihrer Abtheilung vermindern, wodurch das Beftreben zu einer der angeregten entgegengefetzten Bewegung geweckt wird.
Diefes Beftreben ist aber nur von geringer Gröfse, denn indem die Wärme nicht fofort durch die Wandung hindurchwirkt, und die enthaltene Luft in den ungeheizten Regeneratornetzen und der grofsen Luftfläche der höher ſtehenden Innenzelle gekühlt wird, fo fteigt die Temperatur- und Volumsvergröfserung nur langfam.
Paffirt nun diefe Zelle( unter Reaction) den tiefften Punkt, fo beginnt fie fich( erft durch den Zwang der Kreisbewegung) zu heben. Dabei wächft der von Luft erfüllte Raum und die angefaugte Luft kommt aus der mit ihm verbundenen aber um 1/6 Drehung zurückftehenden und eben tiefer ins Waffer eintauchenden Zelle der Innenfchale und zwar durch den Regenerator an, deffen Netze durch den früher befchriebenen Vorgang angewärmt wurden. Die Luft tritt alfo bereits warm in die Aufsenzelle, und nachdem auch deren wachfende Heizwände bereits von der Flammenwärme durchdrungen find, und die allenfalls kühlen wollende Innenzelle faft ganz ins Waffer getaucht wenig Luft- und daher wenig Kühlfläche bietet, fo fteigt die Temperatur in der Aufsenzelle rapid und wird gröfser, als fie während des Niederganges der Zelle war. Die Folge davon ift eine bedeutende Volumsvergröfserung des Luft-( und Dampf-) Inhaltes und wegen der damit verbundenen Wafferausdrängung durch die untere Oeffnung eine bedeutende Gewichtsverringerung diefer gegenüber einer fymmetriſch liegenden Zelle der Gegenfeite. Diefe Gewichtsänderung bewirkt nun das energifche Auffteigen diefer Abtheilung, und da in jeder folgenden Zelle der gleiche Vorgang ftattfindet, fo dreht fich das Syftem unter der Differenzwirkung der diefs und jenfeits der tiefften Lage befindlichen Waffergewichte in conftantem Kreislauf.
Da in dem ausgeftellten Modelle Waffer, welches nur eine geringe Temperaturdifferenz unter dem Siedepunkt zuläfst, als Medium für die die Triebkraft bildenden Gewichtsdifferenzen angenommen ift, fo würde auch nur eine geringe Temperaturdifferenz der Luft und folglich auch eine nur geringe Trieb