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Die Motoren : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von J. F. Radinger, Prof. der k.k. techn. Hochschule in Wien
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J. F. Radinger.

richtigen Punkte und Längen für die Bildung der pfeudo- parobolifchen Kugelbahn.

Durch folch eine Aufhängung erhält aber das Syftem bei offenen Armen ungefähr nur die Hälfte jener Höhe, welche es bei der Aufhängung an gekreuzten Armen verlangt.

Das vollkommene Regulirungsvermögen eines Regulators hängt ferner aufser von der gut erzwungenen Bewegungsbahn auch noch von der Wahl der Verhältniffe zwifchen feinen Gewichten und den Widerständen ab, und hier beanfpruchen diefe Regulatoren nur das Verdienft eben richtig gerechnet zu fein.

Wegen der kurzen Arme werden die Hebel­

längen klein, an welchen die fchädlichen Kräfte

in Folge plötzlich vorkommender Gefchwindigkeitsänderungen( fenkrecht auf die Ebene durch die Arme) auftreten und diefs veringert den Verfchleifs der Gelenkverbindungen. Die Spindel ift wegen der geringen Höhe weniger Schwankungen ausgefetzt, und kann in einer leichteren Säule unterge­bracht fein als fonft und die einfache Befeftigungsweife der Kugeln an den freien Armenden geftattet ein Verrücken ihrer Lage beim Montiren, wodurch( inner­halb naher Grenzen) auch eine Veränderung der richtigen Umdrehungszahlen eingeftellt werden kann, was auch manchmal wünſchenswerth erfcheint.

Diefe Regulatoren find fo gerechnet, dafs ie den bei gewöhnlichen Ver­hältniffen auftretenden Druck für die Bewegung der Droffelklappe bei 2 Percent Tourenänderung überwinden, und bei 3 Percent Gefchwindigkeitsänderung die Hülfe an ihre äufserfte Stellung bringen.

In der Ausstellung hing die Zeichnung eines folchen Regulators, welcher ( mit einem zweiten ebenfogrofsen) auf einer 200pferdigen Mafchine mit Farcot­fteuerung angebracht werden foll. Die bewegten Maffen wiegen dabei 280 Kilo gramm, überwinden bei 2 Percent Gefchwindigkeitsänderung einen Druck von 8 Kilogramm auf die Hülfe und fteigen bei 4 Percent Gefchwindigkeitsänderung von der unterften bis zur höchften Lage( Hub 155 Millimeter) auf. Dabei beträgt die freie Länge der Spindel und die gröfste Breite bei ausgefchlagenen Kugeln nur wenig mehr als ein Meter.

Für Deutfchland übernahm die Mafchinenfabrik von C W. Julius Blancke & Comp, in Merfeburg die fabriksmässige Ausführung diefes Syftems.

Der Regulator von Bufs.

An den zwei Enden je eines der beiden fymmetrifch vorkommenden Winkel­hebel wirkt je ein Gewicht. Jeder diefer Winkelhebel ift um eine Achfe drehbar, welche fich feitlich der verticalen Regulatorfpindel und zwar in den paarweifen Armen eines gufseifernen, von der Spitze der Spindel niederhängenden Pendel­trägers vorfindet.

Diefer Winkelhebel trägt an feinem aufftehenden Arm( alfo oberhalb der Drehachfe) ein kleineres kugelförmiges und an feinem liegenden Arm( alfo jenfeits der Regulatorachfe) ein gröfseres, fafsförmiges Gewicht.

Die Materialgebung des Winkelhebels folgt nicht deffen wirkenden Linien, fondern befteht aus einem nur wenig gekrümmten Verbindungsstück zwifchen der oberen Kugel und dem auf der entgegengefetzten Seite befindlichen Faffe. Senk recht an das Verbindungsftück fetzt fich eine Querftange und an deffen Enden je ein kurzer Arm, welcher den Drehzapfen enthält und fo den Winkelhebel vollendet. Die beiden Gewichte, die Querftange und die Arme bilden ein einziges Gufsftück. Die Arme für die Drehzapfen enden mit je einem unten gefchloffenen