Die Röhrenkeffel von! Pauckfchs& Freund.
I
Centimeter 100
0
I
4
5 Meter.
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Mafsftab 1: 100 der Natur.
Millimeter weites Kupferrohr mit einem gemeinfamen cylindrifchen, o 650 Meter weiten und mehr als 4 Meter langen Dampffammler, welcher, halb ins Keffelpflafter verfenkt, oben quer lag und dort abermals Ventile trug, wo die Dampfzuleitungen mündeten. In feiner Mitte ftand aber das Hauptventil, und durch deffen Rohr zog der Dampf zu den Mafchinen der Halle
Die Obertheile der Keffel, die Bleche ober dem Dampfraume lagen anfangs blofs. Später jedoch wurde einer der Keffel und deffen Rohre mit der Maffe von Schlichtegroll in Erlangen überkleidet, welche fich dem Befühlen der Hand nach gut bewährte, während der andere unverkleidet blieb.
Die Ausrüftung der Keffel ftimmte nicht ganz mit jenen Anfchauungen, welche erfahrene öfterreichifche Ingenieure über diefe Theile hegen. So wurde das Wafferftand- Rohr, wie es übrigens auch noch beim amerikanifchen und Caterkeffel, aber bei fonft keinem der Ausftellung der Fall war, ftatt von einem Vorkopf durch zwei, hier 70 Centimeter lange Rohre gehalten, welche fich leichter verlegen, als es bei erfterer Praxis gefchehen kann; ein Schwimmer fchien umfoweniger am Platze, als zu deffen anderen Mifsftänden hier noch die Reibung einer fechs Atmofphären dichtenden Stopfbüchfe hinzukam. Die Sicherheitsventile fafsen in gefchloffenen Gehäufen, wie es weder bei uns, noch in England oder Frankreich geübt wird, aber allerdings für Preufsen durch das Regulativ vorgefchrieben war. Ueberdiefs trug fie trotz der Gröfse des Keffels von 120 Quadratmeter Feuerfläche ein einziger Paarftutzen direct am Dampfraume, was darum beliebt worden fcheint, um den allenfalls abblafenden Dampf aus dem Gehäufe mit einem einzigen Kupferrohre übers Dach zu führen, während ein anderes Rohr das Condenfationswaffer in den Afchfall leitete.
Diefe Keffel erfreuen fich in Nord- Deutfchland und Rufsland einer weiten Verbreitung. Am 31. Mai 1873 ftanden bereits deren 800 in Verwendung, und die