Der Siebert- Keffel.
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Der Dampf wird einem Dome entnommen, unter welchen: aber das Keffelblech gar nicht ausgehauen, fondern nur mit 35 Millimeter weiten Löchern ( Gefammtquerfchnitt gleich dreifachem Dampfrohre) verfehen ift. Dadurch wird der Zweck des Domes erfüllt, aber der Nachtheil der Keffelfchwächung umgangen.
Auch die Dichtung der Verbindungsrohre für die Wafferftänder, deren Sitzftelle am Keffelboden hier im Feuer liegt, ift neu und rationell. Jedes Rohr. erhält nämlich einen dünnen aufgefchweifsten Schlufsring, welcher, conifch abgedreht, von aufsen in das ausgeriebene Loch des Bodens gedrückt wird, worauf ein von innen eingefchlagener kurzer Rohrconus die Sitzftelle auftreibt und hält.
Andere Staaten.
Von anderen Staaten waren keine Grofskeffel für ftabilen Betrieb gefendet. Als Schauftück lag ein eingedrücktes Flammrohr in der Rotunde, welches aus Eifen der Weftan Fors& Fagerfta Works, Schweden, erzeugt war und trotz feines Glühens bei Waffermangel und mehrfeitigen Eingedrücktfeins um circa 15 Centimeter keine Rifsfpur zeigte. Diefes Rohr von o 65 Meter Weite und circa 18 Meter Gefammtlänge beftand aber aus zwei Trommeln, welche durch aufgebogene Flanfchen verniethet und verfteift waren; der fo gebildete Ring in der Mitte hielt felbftverftändlich das ohnediefs nur kurze Rohr, unterband die Einfendungen und verwehrte einen fonft möglichen Bruch.
Diefes Werk ftellte auch eine Reihe von Feftigkeitsproben aus, welche mit deffen Material von Kirkaldy in London vorgenommen wurden. Hier find die Proben mit( wie für Verniethungen beftimmten) gelochten Blechen erwähnenswerth, bei welchen erfichtlich ift, dafs die Operation des Stanzens oder Bohrens felbft( und wahrfcheinlich die nicht völlig gleich vertheilte Laft) die Feftigkeit zwifchen den Löchern mehr verringert als es der Querfchnittsabnahme allein entspricht.
Derjenige Zug, welcher die Flächeneinheit des thatfächlich zwifchen den Löchern zurückbleibenden Materiales bereits abreifst, ift nämlich durchfchnittlich bei geftanzten um 34 und bei gebohrten Löchern um 23 Percent kleiner als in der gleichen Fläche desfelben Bleches, aber im gefunden Theile. Im erften Falle fchwankten die Verlufte zwifchen 30 bis 50, im zweiten Falle von 21 bis 27 Percent, und ftets war das gebohrte Loch das weniger fchwächende.
W. Crichton& Comp. in Abó, Finland, legten ein dem oberen ähnlich eingedrücktes Flammrohr in der ruffifchen Abtheilung der Mafchinenhalle nieder, in welchem fich eine Beule auf 2 Meter Länge in einer einzigen 10 Millimeter dicken Tafel erftreckend ohne Bruch des Bleches fand.
Solche Schauftücke laffen fich nicht nur mit fchwedifchem, fondern auch mit fteierifchem Eifen gewinnen und find bei uns nichts Seltenes.
Aus Italien hing nur die Zeichnung einer Keffelanlage in der Maschinenhalle, deffen Conftructeur fo klug war, fich nicht zu nennen. Es waren aufsengeheizte Röhrenkeffel, und die erfte Rundnath fiel unglücklicher Weife gerade über die Feuerbrücke und bot fich der Stichflamme mit verkehrtem Stofse. Mehrere der Meffingrohre follten Bronzemuttern aufgefchraubt erhalten, um die Rohrwände zu halten. Alle Aufbiegungen waren heillos lang, und das oben querlaufende gufseiferne Dampfrohr hatte drei Compenfations- Stopfbüchfen erhalten, weil es mit je einem fteifen Gufsknie an die drei Dome kam. Dann waren noch Dampfventile gezeichnet, deren Spindelfchrauben Gewinde allein dichten follten, und überhaupt noch manch' andere idyllifche Gedanken verrathen.