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Die Kesselarmaturen und Schmiervorrichtungen : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von Victor Novelly, Ing.
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Victor Novelly.

Plattenfedern hatte die New- Yorker Cleveland Steam Gauge Company in der amerikanifchen und die Firma Raven& Zabel in Quedlinburg in der deutfchen Abtheilung ausgeftellt.

Manometer zur graphifchen Darftellung der Dampfspannungen waren in Amerika, England und Deutfchland vertreten.

Die Art der Bewegungsüberfetzung von der Feder oder Platte auf den Zeiger war meift die mittelft Zahnrad- Segment. Es warenjedoch mitunter die complicirteften Hebelüberfetzungen anzutreffen und war die deutfche Abtheilung in diefer, wie auch überhaupt in quantitativer und qualitativer Richtung von allen übrigen Ländern, diefe beinahe alle zufammengenommen, unübertroffen; es waren nicht weniger als 22 Ausfteller von Manometern in der deutfchen Abtheilung vertreten; Amerika mit 3, England ebenfalls mit 3 und Frankreich mit 8, Oefterreich mit 2, exclufive der Manometer der verfchiedenen Fabriken, welche folche auf den Loco­motiven und Dampfkeffeln hatten, die jedoch nicht als felbftftändige Ausftellungs­objecte fungirten.

Die Zifferblätter, meift aus Metall, verfilbert oder lackirt, mit fchwarzer, refpective weifser Schrift; welch' letztere bekanntlich in der kürzeften Zeit oft total unlesbar wird.

Die deutfche Firma Suckow& Comp. in Breslau hatte fehr fchöne mit weifsem Email überzogene Kupferplatten mit fchwarzer Schrift als Zifferblätter, eben folche hatten die meiften öfterreichifchen Fabricate, was wohl das Deutlichfte und Dauerhaftefte ift. Durchfichtige Glas- Zifferblätter mit eingeätzter rother Schrift hatten Bourdon und Schäffer- Budenberg; letzterer hatte für Leuchtmano­meter matte Glas- Zifferblätter mit fchwarzer Lackfchrift angewendet.

Zur Markirung der Maximalfpannungen find fehr zweckmäfsig an den betref­fenden Zahlen grelle rothe radiale Striche gemacht und zur Controle Maximal­zeiger angewendet, die vom eigentlichen Hauptzeiger, auf deffen Achfe derfelbe lofe auffitzt, einfach mitgenommen werden, jedoch nur in der Richtung der höheren Spannungen; beim Rückgange des Hauptzeigers( Sinken der Spannung) bleibt der andere ftehen, fo dafs ftets die höchft erreichte Dampffpannung erfichtlich gemacht ift.

Zur Controle auch diefes Controlzeigers hat Schäffer- Budenberg auch noch auf der Rückfeite diefes Manometers mit verfperrbarem Deckel diefelbe Vorrich­tung angebracht.

Statt der bisher üblichen Art der Beleuchtung des Manometers mittelft feparater feitlicher Lampe hatte Schäffer Budenberg ein Manometer nach E. Rau's Syftem ausgeftellt, das hinter dem durchfcheinenden Zifferblatte und dem Mecha­nismus eines gewöhnlichen Federmanometers in der verlängerten Kapfel eine Oellampe hatte, die feitlich einführbar ift.

Da hier das Zifferblatt felbft die Lichtquelle ift, der Zeiger auch keinen Schatten wirft, fo ift ersterer bedeutend in die Augen fallender und deutlicher sichtbar als bei feitlicher Lampe. Das Zifferblatt aus matt gefchliffenem Glas ift auch bei Tag auf gröfsere Entfernung fehr deutlich lesbar.

Queckfilber- Manometer waren beinahe gar nicht ausgeftellt; wahr­fcheinlich des fchwierigen Transportes wegen, was wohl auch das Unpraktiſche diefer Inftrumente für den Gebrauch darthut.

Controlmanometer, wie folche von der Gefetzgebung des deutfchen Reiches vorgefchrieben, waren auch nur ausfchliefslich von deutfchen Fabrikanten. exponirt.

Die im Betriebe befindlichen Dampfkeffel, die übrigen Locomotiven und Motoren hatten mit ganz geringer Ausnahme Röhrenfeder- Manometer der Firmen Bourdon oder Schäffer- Budenberg.

Im Allgemeinen ift feit der letzten Parifer Induftrie- Ausftellung doch ein entfchiedener Fortfchritt in der gefälligeren Form und Ausftattung diefer Inftru­mente erreicht worden.