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Victor Novelly.
II. Die Wafferftandszeiger.
Beinahe fämmtliche früher angeführten Firmen hatten auch diefe unter ihren Ausstellungsobjecten, und zwar mit ganz vereinzelter Ausnahme ganz gleicher Conftruction. Die Anbringung des Wafferftandsglafes und der Probirhähne, fowie auch die des Manometers und der Controlflantfche auf einem feparaten, mit der Stirnwand oder dem Vorkopfe des Keffels zu verbindenden Gufsrohre( Geftell) ift gewifs eine ganz rationelle Einrichtung, da durch diefelbe erreicht wird, dafs alle, den Stand, die Arbeit im Keffel darftellenden, controlirenden Apparate zufammengedrängt den Wärter mit einem Blick das Nöthige erfehen laffen, und wird nächftdem auch das jeweilige Anbohren des Keffels für jeden einzelen Apparat erfpart. Diefe Vortheile erkennend, haben auch die meiften Ausfteller folche Wafferftands- Zeiger gebracht, welche bereits an diefen Gufsröhren nebft den übrigen Armaturen angebracht waren. Diefe Eifenkörper, meift fehr maffiv gehalten, waren in folgenden Dimenfionen:
Entfernung von Mitte zu Mitte Hahnkopf( Höhe) von 250 bis 600 Millimeter; innerer Durchmeffer des Körpers von 30 bis 90 Millimeter; Durchmeffer der zwei Anfchlufsflantfchen von 120 bis 250 Millimeter, Wandftärke von 6 bis 20 Millimeter. Die Anbringung zweier Wafferftands- Gläfer, je eines an der rechten und linken Seite diefes Eifenrohres, war allgemein, nebftdem jedoch auch ftets mindeftens zwei Probirhähne an der Vorderseite.
In Oefterreich, England und Frankreich ift noch immer die Art der directen Anbringung der Wafferftands- Hahnköpfe an der Stirnwand des Keffels, ohne jedwede Verbindung untereinander, beliebt, was oft( bei zugemauerter Vorderwand) fehr lange Verbindungsröhren erheifcht, welche unter fich felten jenes ftramme Syftem bilden, welches für das zwifchen diefe eingelegte Wafferftandsglasrohr bedingt ift.*
Julius Blancke& Comp. in Merfeburg und Schäffer- Budenberg hatten Wafferftandsglas- Garnituren, auf einer ftarken Gufseifenplatte aufgefchraubt, welche wieder mit vier Schrauben direct an die Keffelwand befeftigt werden, ausgeftellt.
Richtiger ift, diefe Haltfchiene unmittelbar an den Hahnköpfen und mit diefen feft verbunden anzubringen, wie felbe in der franzöfifchen Abtheilung von Herdevin in Paris ausgeftellt gewefen; diefe Art der Verfteifung der zwei Hahnköpfe hat noch den befonderen Vortheil, die Glasröhre gegen direct ftrahlende Wärme der Keffelwand zu fchützen.
Die geneigte Lage der Wafferftandsgläfer ift befonders in den weftlichen Staaten fehr beliebt, in Oefterreich und Deutfchland dagegen, fanden wir diefelben ftets vertical.
Eigenthümlich find die Unterfchiede in den Glasröhren- Dimenfionen, die von den verfchiedenen Ländern angewendet und ausgeftellt waren. Amerika, England und Frankreich hatten die längften, weiteften und dünnwandigften Röhren, während Oefterreich und Deutfchland die kürzeften, engften und dickwandigften anwendeten.
Wir fanden folgende Dimenfionen:
Länge der Röhre unter dem tiefften Wafferftande:
* Berichterstatter hatte Gelegenheit, an einem auf der Ausftellung in Thätigkeit befindlichen Dampfkeffel eine Unzahl von Gläfern( verfchiedener Fabriken, die an anderen Keffeln vortrefflich Stand hielten), befonders bei Beginn des Anheizens, brechen zu fehen. Die beiden langen horizontalen Verbindungsröhren mit den Hahnköpfen waren direct an die vorgemauerte Stirnwand des Keffels ohne jede Verbindung unter einander befeftigt. Nachdem diefelben durch eine flache Eifenfchiene unter einander verbunden, hielt das Glas während der ganzen übrigen Ausftellungszeit; vorher jedoch wurde alles Mögliche vergeblich verfucht-- Metallhülfe, Einhüllung mit Tuchlappen etc. etc.