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Die Kesselarmaturen und Schmiervorrichtungen : (Gruppe XIII, Section 1) ; Bericht / von Victor Novelly, Ing.
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Schmiervorrichtungen.

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fo ftrömt auch aus dem Oelgefäfse durch die weite Röhre der Dampf ab; da jedoch der vor der Mündung der Capillarröhre befindliche früher entweicht, als jener, der über dem Oelfpiegel liegt, fo wird diefer durch den dadurch momentan erzeugten ftärkeren Druck auch einen folchen erleiden und durch das Röhrchen einige Tropfen herauspreffen, welche dann durch den nachftrömenden Dampf in den Cylinder geriffen werden und fein vertheilt die Schieberflächen und Kolben ölen.

Zur Regulirung der auszufliefsenden Oelmenge dient eine in die untere, in den Schieberkaftenraum mündende, Oeffnung der weiten Röhre eingefchraubte Verjüngungsröhre, welche durch engere oder weitere ausgewechfelt werden kann und fo der rafchere oder verzögertere Dampfabfluss aus dem Oelbehälter erzeugt werden kann.

Die Füllung gefchieht durch eine hohle, am unteren Ende in der Längen­acafe zur Hälfte abgefchnittene, in den Deckel eingefchraubte kurze Schraube, die daher beim Füllen nie ganz herausgedreht zu werden braucht.

Vor der Capillarröhre befindet fich ein die Unreinigkeiten abhalten des Metallfieb.

Der ganze Apparat ift aus Metall und durch den aufgefchraubten, abge. dichteten Deckel dampfdicht.

Diefs die urfprüngliche Conftruction, welche jedoch in den auf der Aus­ftellung vorgeführten Apparaten unter Beibehaltung des Principes mehrfache Ver­befferungen erhielt und fo mehreren der urfprünglichen Conftruction anhaftenden Uebelftänden wie da find: das fich anfammelnde Condenfations- und mitgeriffene Keffelwaffer, das keine Oelfüllung geftattete und das Oel aufserdem durch Ueber­fliefsen in die weite Röhre fehr fchnell aus dem Apparate hinaustrieb, dann das nur bei kalter Mafchine mögliche Nachfüllen- abgeholfen und hie durch eine fehr rationelle Schmiervorrichtung gefchaffen wurde.

In erfter Linie ift gegen das mitgeriffene Keffelwaffer durch ein am unteren Ende der weiten Röhre in diefe felbft ein freies Stegventil eingelegt, welches wohl den Dampf durchläfst, das Waffer aber, das in diefer im Verhältniffe zur Dampfrohr- Leitung doch fehr dünnen Röhre einen ziemlich continuirlichen Strahl bildet und das Ventil an feinen Sitz treibt bekanntlich ift die lebendige Kraft des Dampfftrahles bedeutend geringer als jene des Wafferftrahles- beim Aufhören des Waffermitreifsens fällt das Ventil durch feine eigene Schwere nieder und läfst dem Dampf durch feine Seitenftege freie Communication.

Nebft diefer Einrichtung ift das weite Rohr am oberen Ende ebenfalls mit einem Ventil verfehen, deffen Verlängerung die Füllfchraube bildet, die der früher befchriebenen ähnlich. Wird diefe gelüftet, alfo Oel gefüllt, fo fchliefst das Ventil die Einftrömröhre vom Dampfe ab und es kann diefer blos durch das Capillar­röhrchen und auch durch diefes in kaum bemerkbarer Menge durch. Es kann dadurch nun ein Nachfüllen auch während des Betriebes bewerkstelligt werden. Der viereckige Füllfchraubenkopf( obere Ventilverlängerung) trägt eine Kurbel zur leichteren, rafcheren Manipulation.

Die Apparate für im Freien arbeitende Maſchinen find noch aufserdem mit einem Metallmantel mit eingefchloffener Luftfchichte, der befferen Wärmehaltung wegen, verfehen.

Der Profpect fagte uns, es feien 8000 Stück folcher Apparate in Ver wendung. Nachftehende Figur zeigt den Zabel'fchen felbftthätigen Schmierapparat, von der Firma Raven& Zabel in Quedlinburg in der deutfchen Abtheilung. ausgeftellt.

Bei offenem Abſchluſshahne dringt der Dampf durch das weite Einftröm­rohr in die Dofe, biegt dann feitlich in die zweite nach abwärts reichende dün­nere Röhre, welche fich in einer an dem erfteren Rohre befeftigten Hülfe drehen läfst und auf diefe Art die Mündung zu erweitern oder zu verengern ermöglicht. Aus