Schmiervorrichtungen.
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Durch diefe Anordnung ift der befondere Vortheil erreicht, dafs auch bereits beftehende gewöhnliche Schmiervafen ohne nennenswerthe Aenderungen mit diefem Apparate verfehen werden können.
Vorftehende zweite Figur zeigt eine folche Adaptirung einer alten Schmierbüchfe, diefe im Schnitt und den eigentlichen Anfchütz'fchen Apparat in der Anficht und im Grundrifs.
Das Füllen gefchieht nach Heben des im Deckel befindlichen Knopfes. Ein nur diefem Apparat eigenthümlicher, befonders hervorzuhebender Vortheil, anderen derartigen gegenüber, befteht darin, dafs beim kalten Stillftande der Mafchine das untere Ventil auf feinen Anfchlagefitz niederfällt und das zwifchen diefem und dem oberen Ventil befindliche Fett in den Schieberkaften, refpective Cylinder abläfst, wo dasfelbe die Wandungen mit einer dünnen Schichte überzieht und fo dem bei längerem Stillftande fonft unvermeidlichen An- und Verroften entgegenwirkt.
Der Bericht der k. k. priv. öfterreichifchen Kaifer- Ferdinands- Nordbahn conftatirt eine Oelerfparnifs von 50 Percent, das durch diefes Princip der Schmierung mittelft diefes Apparates erzielt wurde.
Anfchütz'fche Schmierbüchfen find bis jetzt 9400 Stück in Anwendung, wovon 6500 complete Apparate und 2900 in bereits vorhandene Vafen eingelegte Einfätze find.
Kessler's Patent- Schmierapparat.
Durch beiliegende Figur ift deffen Conftruction erfichtlich gemacht. Die Wirkung ift folgende:
Die beiden übereinanderftehenden Ventile find bei Stillftand der Mafchine durch die Spiralfedern, beim Gange mit Dampf auch noch durch diefen, an ihren Sitzen angedrückt, das Oel abgefperrt. Arbeitet die Mafchine faugend( ohne
Dampf), fo wird die Federkraft der Spiralen paralyfirt und das untere Ventil finkt bis auf den höher oder tiefer einfchraubbaren unteren Ring( Regulirung der Ausflufsmenge). Das obere Ventil fammt der mit demfelben ein Stück bildenden Hülfe, welche am Boden ein Sieb hat und das durch den Docht eingeführte Fett enthält, finkt ebenfalls und es dringt durch die Seitenöffnungen das Oel in das untere Ventil, welches dasfelbe ebenfalls durch Seitenlöcher in den Cylinder abgibt.
Dafs diefer Apparat gegen jenen An fchütz's bedeutend complicirter ift, braucht nicht erft hervorgehoben zu werden. Ausserdem ift bei diefer Conftruction noch der Uebelftand, dafs die das untere Ventil an das obere drückende Spiralfeder ftets der directen Dampfeinwirkung ausgefetzt ift und gar bald ein Ruin derfelben eintreten mufs, wo dann die richtige Function des Apparates theilweife illuforifch wird.
Kefsler'fche Apparate waren an einigen deutfchen Locomotiven und von Withley- Partners in der englifchen Abtheilung ausgeftellt. Befonders häufige Anwendung finden diefelben in Frankreich und Belgien.