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Spritzen und Pumpen : (Gruppe XIII, Section 2) ; Bericht / von Peter Zwiauer
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Spritzen und Pumpen.

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Expanfion, fondern faft vollen Druck. Es ift diefs alfo für nur halbwegs. rationellen Betrieb der Anlage ein entfchiedener Nachtheil. Vortheil dagegen ift bei allen diefen Apparaten grofse Einfachheit in der Aufftellung. Die fämmt­lichen hier angeführten Pumpen nehmen fehr geringen Raum ein, etwas mehr als den doppelten Hub in der Länge. Die Pumpe von Hayward Tyler hat keinen todten Punkt fie kann in jeder Stellung angelaffen werden und wird, fobald fie Dampf hat, gehen.- Die Cameron'fche Pumpe hat einen Handhebel, mittelft deffen man vor dem Anlaffen des Cylinders den Schieber fo ftellen kann, dafs auf die richtige Seite Dampf kommt. Die Pumpen, welche mit den Dampfcylindern diefer verfchiedenen Conftructionen in directer Verbindung ftehen, find fämmtlich Kolbenpumpen mit Lederdichtung( Stulpenliderung). Nur für heifse oder fōnft das Leder angreifende Flüffigkeiten werden Metallringe verwendet. Die Ventile find bei den Decker'fchen Pumpen Lederklappen mit ftarker fchmiedeiferner Armirung, bei den Hayward- Tyler'fchen Kautfchukkugeln mit feftem Metallkern, bei den Cameron'fche Lederklappen mit Armirung. Sobald aber andere Flüffig­keiten als kaltes Waffer zu heben find, müffen die Stoffe, aus denen jetzt die Ventile hergeftellt find, aufgegeben werden, um metallenen Sitzventilen Platz zu machen. Bei gröfseren Pumpen gebraucht Hayward- Tyler den Kunftgriff, meh­rere kleinere Ventile ftatt des einen anzuwenden, fo dafs fchliefslich eine Pumpe von 305 Millimeter= 12 Zoll englifch Cylinderdurchmeffer 4. 16= 64 Ven­

tile enthält.

Eine andere Anordnung von einer directwirkenden Pumpe ift an der Dampf­Feuerfpritze von Merryweather& Sons angebracht. Die Dampfvertheilung wird bei diefer Mafchine durch zwei Schieber bewerkstelligt, deren Stangen an Hebeln angreifen, welche auf einer Achfe fitzen, parallel zur Achfe des Cylin­ders und auch in derfelben Horizontalebene.

Ein Stück diefer Achfe ift fchwach fchraubenförmig verwunden und wird von einer Hülfe, welche an der Kolbenftange feftgemacht ift, umfafst. Bewegt fich der Kolben, fo ift diefe fchraubenflächige Achfe gezwungen, um die horizontale Erzeugende, in welche die befprochene Hülfe fie zwingt, beibehalten zu können, eine Drehung von einem beftimmten Winkel zu machen. Hierdurch wird ein ver­ftellbarer Anfchlag in Berührung mit dem Hebel der Schieberftange gebracht, der Schieber verfchoben, und fo die richtige Dampfvertheilung bewirkt. Die Schieber beider Mafchinen find mit einander verbunden, fo dafs der eine von der Bewegung des andern abhängig ift.

Eine Variation der Decker'fchen Anordnung war von einer franzöfifchen und einer amerikaniſchen Firma ausgeftellt. Statt des feften Armes war nämlich ein Daumen auf der Kolbenstange befeftigt, der an den Schieberhebel angreift, aber durch eine gewiffe Form des Daumens eine langfamere Umfteuerung, alfo einen ruhigeren Kolbenwechfel bewirkte.

Die Pumpen mit rotirender Bewegung boten, wie die früher befprochenen mancherlei Unterfchiede dar. Namentlich war es das Beftreben, den grofsen Raum welchen diefe Construction durch das Schwungrad, durch Triebftangen etc. erfor­dert, auf ein Minimum herabzudrücken.

Eine der gröfsten diefer Art war die Pumpe der Erften Brünner Maſchinen­fabriks- Actiengefellſchaft. Sie bediente das Hochdruck- Refervoir und war alfo faft immer in Thätigkeit.

Die Mafchine hatte Corlifs- Steuerung in der von Lutz angewendeten Form und die hintere Kolbenftange des Dampfcylinders trug den Pumpenkolben.

Eine andere, am entgegengefetzten Ende der Mafchinenhalle aufgeftellte Pumpe war die von Prunier frères in Lyon gebaute, welche das Niederdruck­Refervoir bediente. Sie hat in einem Cylinder zwei Kolben, welche fich ftets ent­gegengefetzt bewegen und dadurch bald ein Vacuum, bald einen gewiffen Ueber­druck zwifchen fich erzeugen. Die ihnen eigenthümliche Kolbenconftruction bedingt den Umftand, dafs fie nur auf fehr geringe Höhen drücken können. Die