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Apparate der chemischen Grossindustrie : Abdampf- und Destillir-Apparate für Laboratorien und pharmaceutische Zwecke, Eismaschinen und Apparate der Leuchtgasfabrication ; (Gruppe III) ; Bericht / von Johann Stingl, Präparator an der k.k. techn. Hochschule in Wien
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Deftillir- und Abdampfapparate für pharmaceutifche Zwecke und Laboratorien. 19

ein gläferner Deckel C, in der Form, wie die Figur zeigt, gedrückt. Mit D wird die Luftpumpe verbunden. Diefer Abdampfapparat läfst an Einfachheit nichts zu wünſchen übrig. Nach der Angabe von F. Wolf& Söhne foll ein Springen diefer Glasdeckel weder durch Druck, noch durch Temperaturerhöhung zu befürchten fein. Diefer Glasdeckel geftattet ein genaues Beobachten der abzu­dampfenden Subftanz, was ein grofser Vorzug ift.

2. Ift nun die Luftpumpe von der Abdampffchale weiter entfernt, fo dafs die Dämpfe in der langen Leitung fich condenfiren, wodurch ein Zurückfliefsen des condenfirten Waffers in die Abdampffchale ftattfindet, fo wird zwifchen die Abdampffchale und den Deckel ein kurzer Metallcylinder a( Fig. 5) eingefchaltet, der an feiner inneren Seite einen Metallftreifen/ an der unteren Bafis des Cylin­ders in der Art angelöthet enthält, dafs er eine nach oben offene Rinne bildet,

Fig. 4.

Fig. 5.

D

a

B

C

B

b

die rings um die Abdampffchale läuft und verhindert, dafs die condenfirte Flüffigkeit in die Abdampffchale zurückfliefsen kann. Die Röhre b mit den zwei Hähnen h dient zum Ablaffen diefer Flüffigkeit von Zeit zu Zeit, ohne dafs das Vacuum aufgehoben wird. Natürlich find bei diefer Anordnung des Apparates zwei Kautfchukringe nöthig. Die Luftleere wirkt hier ferner durch die Röhre c nahe über der Flüffigkeitfchicht in der Abdampffchale.

3. Wird diefer Abdampfapparat als gleichzeitiger Deftillirapparat für Deftillationen im luftverdünnten Raume benützt, fo bekommt derfelbe folgende Einrichtung:

Die Adjuftirung der Abdampffchale ift diefelbe, wie früher angegeben wurde. Der Unterfchied zwifchen der vorigen Anordnung und diefer( Fig. 6), liegt darin, dafs die Luftpumpe mit der Vorlage A durch die Röhre a in Verbin­dung fteht und hier ein Vacuum erzeugt, das fich durch die Röhre 6 dem Ab­dampfraume mittheilt. Durch diefe Röhre b gelangt gleichzeitig das Deftillat in die Vorlage A. Diefelbe ift ein ftarkes Glas, auf welches ein Zinndeckel mit­telft eines Kautfchukringes luftdicht pafst Der Deckel Cder Abdampffchale hat an feinem oberen Ende eine Röhre c eingefchraubt, die mit einem Hahne ver­fchliefsbar ift. Durch diefe Röhre und das Vorrathsgefäfs B wird die Füllung der Abdampffchale bewerkstelligt.

Aus diefen kurzen Mittheilungen erhellt die Wichtigkeit und Einfachheit diefes Apparates, der einem viel gewünſchten Bedürfniffe auf eine finnreiche Art