Holzbearbeitungsmaschinen.
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Die Prager Mafchinenbau- Actiengefellfchaft hatte ebenfalls eine Gatterfäge ausgeftellt, und zwar ausgerüftet mit dem Nattland'fchen Wechfelrahmen.
Die eifernen Hohlgufsftänder find auf einer Fundamentplatte verfchraubt, in welche die Lager für die Angriffswelle eingebaut find. Die zweitheilige Rahmenführung ift an den Trämen der Decke befeftigt; Antrieb mittelft zweier Pleuelftangen von unten. Der intermittirende Vorfchub wird durch die doppelte Keil- Frictionsfchaltung, welche zum Vor und Rückwärtsfteuern eingerichtet ift, bewerkstelligt.
Der Nattland'fche Patent- Wechfelrahmen hat den Zweck, die durch Auswechslung der ftumpf gewordenen Sägeblätter mit den frifch gefchärften in einem und demfelben Gatter für die Arbeit verloren gehende Zeit zu gewinnen. Diefe Auswechslung mufs, um vorzügliches. Schnittmateriale zu liefern, beiläufig alle fechs Stunden vorgenommen werden und nimmt bei einem Bundgatter von etwa zwanzig Blättern circa eine Stunde in Anfpruch.
Durch das Nattland'fche Patent ift es ermöglicht, während der Function des einen Gatters ein anderes mit gefchärften Blättern vollftändig zu adjuftiren, das erftere mittelft Flafchenzugs aus dem Gattergeftelle herauszunehmen und das letztere an deffen Stelle zu verfenken, was insgefammt nur eine Viertelftunde in Anspruch nimmt.
Die Mafchinen der beiden abgehandelten Etabliffements erinnern an das amerikaniſche Princip völlig ftabiler, in die Werkstätten eingebauter Sägegatter.
Ein anderes Princip liegt den eigentlich marktfähigen Gatterfägen. zu Grunde; fie beftehen aus einem mit dem Gattergebäude nicht organifch zufammenhängenden Ganzen, das an jedem beliebigen Orte montirt und nach dem Gebrauch mit allen feinen Beftandtheilen übertragen wer
den kann.
Diefe Sägemaschinen werden in ihrer Gänze von den Maschinenfabriken geliefert und auch von diefen die Aufftellung beforgt, während die Amerikaner nur den Rahmen und allenfalls einzelne Beftandtheile der Schaltung und Transmiffion aus der mechanifchen Werkftätte beziehen.
Die europäiſchen Gatterfägen find alfo mehr oder weniger transportable Mafchinen; die Fähigkeit, den Standort zu wechfeln, kann durch die Conftruction fo gefteigert werden, dafs man die Sägemaschinen dann als locomobil bezeichnen kann.
Abgefehen von diefer Eignung zur Ortsveränderung und von verfchiedenen conftructiven Details, liegt den Sägegattern eine zweifache Auffaffung zu Grunde.
Die Einen bauen fchwere Gatterrahmen, in Folge deffen kolof fale Ständer und arbeiten mit relativ geringer Geschwindigkeit und kleinem Vorfchube.
Die Anderen ftreben die möglichfte Leichtigkeit des Gatterrahmens an, laffen dasfelbe fehr fchnell laufen und können dabei die ganze Anlage minder maffiv herftellen.
In Amerika und Frankreich ift das Princip leichter Gatter völlig zum Durchbruche gekommen.
In England fteht man heute fo ziemlich in der Mitte zwifchen der extremen Durchführung der beiden einander entgegenftehenden Principien.
Viele deutfche und öfterreichische Fabrikanten find noch in der bereits aufgegebenen Vorftellung befangen und bauen nach altem englifchen Vorbilde, möglich ft maffig und fchwer.
G. Topham in Wien hatte ein grofses Sägegatter ausgeftellt.