Holzbearbeitungsmaschinen.
23 ten allgemein. Es ift nicht zu läugnen, dafs die Maschinen complicirt find und ein etwas fremdartiges, abfonderliches Ausfehen haben; die wirklich vortreffliche Arbeit aber und hauptfächlich der grofse Erfolg der fchwedifchen Holzexpor teure mit gehobelten Holzfortimenten rechtfertigten das ihnen zugewandte allgemeine Intereffe. Gibfon hatte vier Hobelmafchinen ausgeftellt, deren ausführliche Befchreibung fich in der Eingangs erwähnten Berichterstattung( ,, Die Bodencultur auf der Wiener Weltausftellung", II. Band) vorfindet, welche wir noch überdiefs durch exacte Zeichnungen unterftützt haben. Der Bau diefer Maſchinen, welcher auch die internationale Jury zur Verleihung der Fortfchritts medaille bewog. entſpricht nicht nur den als richtig erkannten Principien, z. B. der Feftlegung der Schneidkopfwellen, fondern ftellt fogar einen ziemlich hohen Grad von Voll
kommenheit dar.
Wir möchten noch ausdrücklich hervorheben, dafs jeder ausgeübte Druck, fowohl der Walzen als der Führungsfedern, regulirt und auf ein Minimum gebracht werden kann, wefshalb auch der Kraftverluft durch Reibung bei diefen Mafchinen ein fehr mäfsiger ift. Endlich find der continuirliche Betrieb und die Erfparnifs an Arbeitern hervorzuheben.
Das Etabliffement von Gibfon ift mit einer Spinnerei vereinigt und benützt im Ganzen 310 Pferdekräfte und 600 Arbeiter, fcheint alfo einen Umfang zu befitzen, welcher die gleichmäfsige Herftellung von Werkzeugsmafchinen gewährleiftet.
Eine andere Hobelmafchine von eigenthümlicher Bauart war von der Firma Ganz& Comp. in Ofen ausgeftellt, welche zur fabriksmässigen Erzeugung der fogenannten franzöfifchen Fries- oder amerikanifchen Parquetboden beftimmt ift. Bei den noch immer grofsen Vorräthen an Rothbuchenholz, für welche von den Forftverwaltungen ftets eine lohnende Verwerthung gefucht wird, verdient die Mafchine fchon ihrer fpeciellen Beftimmung wegen unfere Aufmerksamkeit.
Diefe Hobelmafchine hat bei einer faft immer gleichbleibenden Breite und Länge des Holzftückes die obere Fläche glatt zu hobeln und die beiden Seitenflächen zu nuthen.
Neu an der Mafchine ift die Anwendung der endlofen Gliederkette mit kleinen Stahlfpitzen an der oberen Fläche zum Anheften des Holzes behufs Vorfchubes.** Diefe Anordnung hat zur Folge, dafs das Holz während deffen Bearbeitung keinerlei Veränderung in der Lage der Fafern zu erleiden hat. Ferner ift es neu, dafs die obere Fläche des Friefes erft dann gehobelt wird, nachdem die bereits früher erzeugten Nuthen durch eine Geradführung erfafst worden find.
Der Conftructeur diefer Mafchine thut fich befonders viel auf die Vermeidung des Walzenvorfchubes zu gute und meint, durch die von ihm erfundene Art der Führung das nachherige Schwinden der Friefe mehr zu vermeiden. Er meint ferner, dafs bei den bis jetzt conftruirten Parquet- Hobelmafchinen das Holz während der Bearbeitung faft immer in feiner natürlichen Spannung alterirt und nach der Bearbeitung die ursprüngliche Form wieder anftreben werde; fo würde ein convex gekrümmtes Brettchen durch den Walzenvorfchub in eine ebene Form geprefst oder gerade gebogen, in diefem Zuftande gehobelt, und wenn es die Mafchine verlaffen hat, kehre dann das Holzftück in feine frühere, gekrümmte Form zurück. Es ist nun ganz richtig, dafs die Ganz'fche Mafchine vermeidet, der Form des Holzes Gewalt anzuthun; andererfeits aber ift das Werfen der Friefe nach der Bearbeitung doch nicht völlig vermieden, da im Falle von Veränderun gen des Feuchtigkeitszuftandes, bei dem Umftande, dafs durch das Hobeln ver
* Auch bei einer äufserft fauber gearbeiteten Sims- und Bretterhobelmafchine der fächfifchen Mafchinenfabrik in Chemnitz war ein fixes Doppelfchlichthobeleifen zum Abputzen der unteren Fläche von harten oder halbharten Pfoften angebracht.
** Hobelmafchinen mit Kettenvorfchub hat, zur Umgehung des Woodworth'fchen Patentes, James Farrar fchon vor 20 Jahren conftruirt.