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Holzbearbeitungs-Maschinen : (Gruppe XIII, Section 2) ; Bericht / von W. F. Exner, Prof. an der k.k. Forstakad. Mariabrunn
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Holzbearbeitungsmafchinen.

Diefe Umftände veranlafsten Schmaltz,

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zum Schleifen von geraden,

langen Hobelmeffern eine befondere Mafchine zu conftruiren.

Das Schleifmittel bei diefer Mafchine ift Schmirgel und Oel auf einer hori­zontal rotirenden Metallfcheibe von entsprechendem Durchmeffer. Diefe Scheibe, aus einer Mifchung von Blei, Antimon und Zinn beftehend,* ift genau abgedreht und das Schleifen gefchieht durchaus felbftthätig, fo dafs der Arbeiter nur das Hobelmeffer einzufpannen und die Mafchine in Bewegung zu fetzen hat.

Die Scheibe foll 120 bis 140 Umdrehungen per Minute machen und imprä­gnirt fich in kurzer Zeit fo mit Schmirgel, dafs ein wenig Oel genügt, ein ftumpfes Meffer wieder zu fchärfen. Handelt es fich darum, tiefe Scharten auszufchleifen, fo ftreut man von Zeit zu Zeit während der Operation etwas Mittelkorn- Schmir­gel auf die Scheibe, nachdem man vorher einen kleinen Strahl Oel darauf gege­ben hat. Durch die Bewegung des Meffers vertheilt fich der Schmirgel fofort gleichmässig über die ganze Oberfläche; felbft ziemlich grober Schmirgel verur­facht keinen Schaden.

Nach längerem Gebrauche bildet fich eine kleifterartige Krufte, die man mit einer Ziehklinge abfchabt, bevor frifches Oel und Schmirgel zugege

ben wird.

Die Scheibe ift faft keiner Abnützung unterworfen, wenigftens wurde bei der erften Mafchine diefer Art aus dem Jahre 1865 bis heute ein Abdrehen der Oberfläche nicht nothwendig.

Die früher beliebten Doppel- Schleiffteine nach Muir& Comp. in Manchefter haben zwar hinfichtlich des gegenfeitigen Rundhaltens fich bewährt, allein durch das Aufeinanderfchleifen beider Steine entstand eine glatte, faft polirte Oberfläche, welche den Stahl nicht mehr gut angriff. Nichtsdefto­weniger bietet diefe Conftruction für Tifchlerwerkftätten manchen Vortheil, wenn man die Steine fich leicht berühren läfst. Der erfte Stein kann alsdann für fchmale Stemmeifen, Meifsel u. f. w. benützt werden; hiedurch wird der zweite Stein, der eine feitliche hin- und hergehende Bewegung hat, gefchont, bleibt länger rund und kann für nicht zu breite Hobeleifen mit Vortheil benützt werden. In neuefter Zeit hat man die Schmirgel- Sägefchärf- Mafchine nachgeahmt und eine Schleiffcheibe auf die Drehbank Spindel gefetzt, um damit Kehleifen und dergleichen zu fchärfen.

In der Wiener Weltausftellung war ein an der ganzen Mantelfläche mit Schmirgel überzogener Cylinder exponirt, welcher, mit eiferner Achfe verfehen, in Rotation gebracht, als Schleifapparat zu dienen beftimmt war.

4. Fraismafchinen.

Die Verwendung der Fraismafchinen ift binnen verhältnifsmäfsig kurzer Zeit eine grofsartige geworden Eigentliche Fraisköpfe, wie fie für die Metallbearbeitung erfunden wurden find dabei wohl allerdings felten im Ge­brauche, vielmehr find es Schneidköpfe, mit denen die profilirten Klingen auf irgend eine Art verbunden werden, die das Werkzeug der Fraismafchinen bilden.

Um eine Unterfcheidung zwifchen Frais- und Tangential- Hobelmaschinen zu machen, eine Unterfcheidung, welche bei der Holzbearbeitung in Beziehung auf Anordnung und Wirkungsweife des Werkzeuges nicht aufgeftellt werden kann, nennen wir Fraismafchinen diejenigen Mafchinen, bei welchen die am Holz hervorgebrachte Oberfläche keine geradlinigen Erzeugenden hat, das heifst, bei welchen die Zufchiebung des Holzes keine geradlinige, alfo eine von der geradlinigen oder regelmäfsig kreisrunden Bewegung des Werkstückes bei den Hebelmaschinen abweichende ift.

* Manche Fabrikanten verwenden hiezu nur Blei.