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Holzbearbeitungs-Maschinen : (Gruppe XIII, Section 2) ; Bericht / von W. F. Exner, Prof. an der k.k. Forstakad. Mariabrunn
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Holzbearbeitungsmafchinen.

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VII. Mafchinengruppen für beftimmte Zwecke.

Die meifte Anziehungskraft üben auf das Publicum der Ausstellungen jene Suiten von Werkzeugsmafchinen, welche Gegenftände, die nach der allgemeinen Anficht der Handarbeit vorbehalten find, vom Rohen bis zur voll­ftändigen Vollendung vor den Augen der Befucher herftellen

Eine auf mechanifchen Proceduren bafirende Fabrication wird eben einer Serie von Mafchinen bedürfen, welche eine nach der anderen das in feiner Ausfertigung fortfchreitende Werkstück übernehmen, bearbeiten und weitergeben. Ift das Etabliffement dazu beftimmt, ein gewiffes, wenig Abwechslung zulaffendes Product zu liefern, fo wird man die Mafchine in Hinblick auf die Eigenart des Erzeugniffes organifiren, und fo bilden fich eben mehr oder weniger originelle und fcharffinnig angeordnete Mafchinengruppen für fpecielle Zwecke".

Die Holzbearbeitung bot dem Mafchinenconftructeur eine grofse Zahl von Problemen dar, welche früher oder fpäter durch Mafchinengruppen von der Handarbeit emancipirt wurden.

Die Erzeugung von Zündhölzchen, Schuhftiften, Chairnägeln, Schuhleiften, Stühlen, Brennholz, Fenfterrouleaux und Jaloufien etc. ift nach und nach dem mechanifchen Fabriksbetriebe überantwortet worden.

Zwei Probleme haben indeffen bis in die neuefte Zeit dem mechanifchen Genie getrotzt. Es find diefs die Verdrängung der Handarbeit in der Kork­pfropfen- Darftellung und in der Böttcherei.

Die Wiener Weltausstellung hat zwei hochwichtige Beiträge zur Löfung der beiden Aufgaben geliefert. Die Kork- Schneidemafchinen von E. Boëthius und die Kübelmafchinen von Baxter D. Whitney bildeten vielbefprochene und bewunderte Hauptftücke der Wiener internationalen Ex­pofition.

Wenn man die Patentliften durchblättert, oder die technifche Journalliteratur verfolgt, fo wird man fehr häufig Vorfchlägen begegnen, welche auf die end­giltig zu acceptirende Korkpfropfen- Mafchine abzielen. In den letzten 10 Jahren erfcheinen in dem englifchen Patentregifter allein 26 Erfinder von Propfenfchneide­maſchinen. Die Urfache diefes häufigen Auftretens von Verfuchen ift einerfeits der hohe Preis der Handarbeit, der fich immer einftellt, wenn grofse Uebung und genaue Vertrautheit mit dem Materiale unerlässliche Bedingungen find, andrerfeits aber, dafs die Aufgabe unendlich fchwierig zu bewältigen war. Die nachgewiefene grofse Gefundheitsfchädlichkeit der Pfropfenmanufactur für den Arbeiter und die geringe Zahl gefchickter Korkfchneider machen aber einen vollgiltigen Erfatz der Hand durch die Mafchine dringend wünfchenswerth.

Es iſt unentfchieden, ob die auf dem Princip der Rohr." oder Tubus-" meffer beruhenden, oder die ein Circularmeffer in Bewegung fetzenden, oder endlich jene Mafchinen die beften find, welche mit ebenen, geraden( dem Handwerkzeug völlig gleichenden) Meffern functioniren.

Die Hauptmafchine von E. Boëthius in Stockholm fcheint nach dem, was wir in der Ausftellung, wo fie in Thätigkeit gefetzt war, beobachten konnten, ein überaus gelungener Verfuch zu fein, die mit einem ebenen geraden Meffer armirte Hand erfolgreich nachzuahmen.

Das Schneiden der Korke wird mit den Mafchinen von Boëthius in vier Operationen bewerkstelligt. Bekanntlich wird der Kork vor der Bearbeitung genäfst. Wenn er im Innern genügend wafferhältig aber die Oberfläche fchon etwas abgetrocknet ift, fo wird er von einer Mafchine quer zu feiner Längsfafer in beliebig breite Streifen gefchnitten. Diefe Breite gibt die Länge der anzufertigen­den Pfropfen, welche fich ihrerfeits wieder nach der Dicke richtet, die der Kork erhalten foll. Der nächfte Mechanismus, den der Kork paffirt, dient dazu, die