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Maschinen zur Bearbeitung der Metalle : (Gruppe XIII, Section 2) ; Bericht / von Carl Pfaff
Entstehung
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Carl Pfaff.

welche ganz wie bei gewöhnlichen Mafchinen die Verfchiebung des zu fchnei­denden Rades um eine Zahntheilung beforgen.

Die Mafchine kann Stirnräder bis zu 4 Schuh 6 Zoll engl. 1371 Milli­meter Durchmeffer und 9 Zoll 228 Millimeter Breite ſchneiden. Es können auch mehrere gleiche Räder bis zur Erreichung diefer Breite zufammen aufge­fpannt und gefchnitten werden. Der lange Dorn findet dann an feinem freien Ende Unterſtützung durch einen lünettenartigen Arm, welcher von der Winkel­feite des Bettes herüberreicht.

Wie von allen Rädertheil- und Fraismaschinen wird auch von diefer gefagt, dafs fie zum Schneiden von Winkelrädern geeignet fei. Es mag diefs wohl auch unter Anwendung fpecieller Zahnformen und mehrmaligen Durchfraifens möglich. fein, eine praktifche Verwendung der Mafchine wird es aber nie bilden. Schneckenräder können auf unferer Mafchine durch Schrägftellen der Fraifen­fpindel, aber nicht felbftthätig gefchnitten werden. Man mufs vielmehr den Spindelftock mit dem zu fchneidenden Rade bis zur Erreichung der erforder lichen Zahntiefe vorrücken, ihn dann zurückziehen, die Verfchiebung um eine Zahntheilung vornehmen und dann den Spindelftock wieder vorrücken. Alle diefe Bewegungen müffen von Hand gemacht werden, der Fraiskopf verſchiebt fich dabei nicht.

Sehr bemerkenswerth war auch der von Sellers verwendete Fraifer felbft, welcher von unferen gewöhnlichen wefentlich abweicht. Wir kommen auf denfelben bei einem anderen Ausfteller zurück, wiffen aber nicht, welchem von Beiden die Ehre feiner Erfindung gebührt.

Zur Maffenfabrication gefchnittener Räder ift die befchriebene Mafchine unftreitig ganz befonders geeignet, allein es drängt fich die Frage auf, ob es denn überhaupt gut und richtig fei, gefchnittene Räder anzuwenden. Wir beant­worten diefelbe mit Nein" und bekennen uns als Anhänger der gegoffenen. Die Theil und Fraismafchine halten wir allerdings für unentbehrlich, möchten fie aber nur zur Herſtellung der Modelle verwendet wiffen und da genügt die gewöhnliche Conftruction vollkommen.

Wir halten die gefchnittenen Räder für nicht fo widerftandsfähig als die gegoffenen und nicht fo genau als diefe. Den erften Vorwurf wird Jedermann dadurch begründet finden, dafs die dichte Gufshaut auf der Oberfläche der Zähne fehlt, dem zweiten wird wohl manches ungläubige Lächeln entgegengebracht werden.

Ja wir machen uns wohl gar einer Inconfequenz fchuldig, da wir doch die Räderfchneidmafchine zur Herftellung der Modelle benützen wollen!

Und dennoch, wohlgeneigter Lefer, hat die Sache nach allen Seiten ihre Richtigkeit.

Modelle, welche von der Räderfchneidmafchine kommen, können nie direct zum Abguffe verwendet werden. Sie find einmal zu rauh und bedürfen der Politur. Vorher müffen fie aber eine Probe auf ihre Richtigkeit beftehen, und zwar fo, dafs man zwei zufammengehörige Räder auf parallelen Achfen in richtiger Diftanz gegen einander langfam umdreht und zufieht, ob alle Zähne einander richtig berühren, keiner den andern abhebt oder zu fpät kommt. Bei folcher Probe kommt man auf die Fehler der Räderfchneidmafchinen, welche grösser und häufiger find, als man allgemein glaubt. Unter Wiederholung diefer Probe werden nun die Modellräder adjuftirt, indem auch Sorge getragen wird, dafs immer neue Zähne zufammentreffen. Abgüffe fo hergestellter Modelle find richtiger, als gefchnittene Räder.

Bei näherer Betrachtung zeigt fich diefs auch als ganz natürlich, und wir werden uns fogleich überzeugen, dafs auch die exactefte Mafchine nicht im Stande ift, ganz genaue Räder zu produciren. Die Urfache liegt aber nicht in der Mafchine felbft, fondern in der Natur des Fraifers und feiner Wirkungsweife. Schon die erfte Herftellung eines Fraifers ift mit grofsen Schwierigkeiten ver