Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle
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Die Figuren 57, 58 und 59, Taf. XVII, repräfentiren die Anfichten der Mafchine in 1: 20 der natürlichen Gröfse, jene Fig. 60 und 61 Details in I: 10. Das Eigenthümliche an den Mafchinen von De Bergue ift, dafs fich fowoh! der Lochftempel als auch das Scheerenmeffer in Kreisbögen bewegen und weiter keine Führung haben, als die, welche ihnen der oscillirende Hebel gibt, an welchem fie befeftigt find.
Bei den gewöhnlichen modernen Mafchinen gleicher Gattung find befondere Geradführungen für die arbeitenden Werkzeuge angebracht und es wird die kreisförmige Bewegung einer Kurbel, eines Excenters oder eines Hebels durch Druckgelenke oder Schleifbacken auf fie übertragen und in die geradlinige verwandelt. Wenn wir nun in dem Arangement von De Bergue fchon von vornherein eine Vereinfachung finden, fo müffen wir diefer noch einen um fo höheren Werth zugeftehen, wenn wir berücksichtigen, wie frei und zugänglich die arbeitenden Werkzeuge liegen. Letzteres ift befonders bei dem Lochftempe! von Werth wegen des Einbringens gekrümmter Bleche oder Winkel und wegen des ficheren Abfehens, wodurch die auf dem Bleche oder fonftigen Arbeitsftücke markiten Theilpunkte leicht richtig unter den Lochftempel gebracht werden können. Die Kreisbögen, welche Lochftempel und Scheerenmeffer beiderfeits befchreiben, find fo kurz, und aus einem in der Angriffslinie liegenden Mittelpunkte mit verhältnifsmässig fo langen Radien befchrieben, dafs die Werkzeuge factifch fo arbeiten, als wären fie in geraden Linien geführt.
Die räumliche Entwicklung unferer Mafchine geht in die Höhe, und die erforderliche Bodenfläche ift daher fehr gering.
Die Excenterwelle liegt oberhalb in zwei ftarken Armen, welche fymmetrifch zur Mittellinie in die Höhe gehen und überträgt ihre Bewegung auf einen in Dreieckform gebildeten Mafchinentheil, der in der That ein gut verfteifter doppelter Winkelhebel ift. Diefer hat feinen Drehpunkt unterhalb in der Höhe des feften Scheerenmeffers und der Matrize. Oberhalb befitzt er einen Schlitz, in welchem fich der Schleifklotz der Excenterwelle bewegt. Durch letztere wird er in eine oscillirende Bewegung verfetzt, und da die Werkzeuge zum Schneiden und Lochen an den unteren Hebelfarmen angebracht find, kommen fie abwechfelnd zur Wirkung.
Unfere Mafchine ift von der ftärksten Gattung und befitzt doppelte Räderüberfetzung Die Antriebsriemenfcheiben drehen fich lofe auf einem Fortfatz der Excenterwelle. Die Feftfcheibe, hier nur uneigentlich fo genannt, ift mit dem erften Getriebe und dem Schwungrade verbunden und bildet mit diefen nur ein Ganzes. Die Vorgelegewelle geht etwas tiefer durch den zweiarmigen Ständer und fteht auf der andern Seite durch ein Getriebe in Verbindung mit dem Rade der Excenterwelle.
In dem dreieckigen Winkelhebel ift eine grofse Oeffnung für den Durchgang der Vorgelegewelle ausgefparrt Auf diefe Weife ift eine fehr kräftige Ueberfetzung hergestellt.
Der bewegliche Winkelhebel ift unterhalb, um feinen Drehzapfen herum, fowie zwifchen den Einfaffungsrippen der beiden Ständerarme eingepafst, und findet oberhalb, nahe der Excenterachfe, nochmals Führung zwifchen denfelben. Diefe Führungen und die Steifigkeit, welche ihm in feitlicher Richtung gegeben wurde, fichern den arbeitenden Werkzeugen einen vollkommen richtigen Gang. Eigenthümlich ift ferner das Detail der Befeftigung und Ausrückung des Lochftempels, welches wir in Fig. 60 darftellen. Die in der Mitte angebrachte Winkelfcheere iſt zwar kein charakteriftifcher Theil der De Bergue'fchen Conftruction, fondern nur eine zufällige Hinzufügung. Eigenthümlich ist aber auch hier das Detail der Ausrückung( Fig. 61), die Anordnung des feften Scheerenmeffers in zwei Hälften und die Einrichtung, vermöge welcher die Meffer zum Winkel fchneiden entfernt, und durch folche zum Abfchneiden von fchwachem Rundeifen erfetzt werden können, welche ihrerfeits nochmals ein Wenden geftatten.