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Maschinen zur Bearbeitung der Metalle : (Gruppe XIII, Section 2) ; Bericht / von Carl Pfaff
Entstehung
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Mafchinen zur Bearbeitung der Metalle.

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Ausgeftellt waren: Zwei Drehbänke, eine Univerfalbohrmaſchine. eine Bohrmaſchine mit vier Spindeln und eine kleine horizontale Bohrmaſchine.

Drehbänke.

Der

Die beiden Drehbänke waren nach englifchen Mufter u. z: die erfte von 260 Millimeter Spitzenhöhe nach dem von Whitworth ausgeführt. Der Spindelftock diefer Drehbank befafs jedoch cylindrifche Lager. Schlitten war mit Duplexsuporten verfehen und der eine der beiden Werkzeug­halter hatte die bekannte Vorrichtung, um das Meffer beim Schraubenfchneiden rafch zurückzuziehen.

Die zweite Drehbank von 275 Millimeter Spitzenhöhe war fpeciell zum Bohren durch den Reitftock eingerichtet, zu welchem Ende diefer mit einer felbftthätigen Vorfchubvorrichtung, beftehend aus einfacher Räderüberfetzung und Riemenfcheibe, welche bei erreichter Bohrtiefe felbftthätig ausgerückt wurde, verfehen war.

Die Planfcheibe hatte Univerfal- Einfpannbacken, deren Schrauben mittels konifcher Räder derart verbunden waren, dafs die Drehung einer einzelnen, auch die aller andern nach fich zog.

Univerfalbohrmaſchine.

Die Univerfalbohrmafchine war eine doppelte, d. h. es waren zwei Syfteme auf gemeinfchaftlichem langen Bette angebracht. Wir bringen diefelbe in 3 Anfichten, Fig. 82, 83 und 84, Taf. XXVI zur Darstellung. Beide Syfteme find einander vollkommen gleich. Auf dem langen Bette befindet fich bei jedem durch Schraubenfpindel verfchiebbar ein kräftiger Spindelftock mit hohler Spindel und auf excentrifcher Achfe auslösbaren Rädervorgelege.

Innerhalb der hohlen Spindel ift die eigentliche Bohrfpindel verfchiebbar angebracht und wird bei der Drehung durch Nuth und Feder mitgenommen.

Den Vorfchub empfängt die Bohrfpindel durch eine rückwärts mit ihr verbundene Schraubenfpindel, drehbare Mutter und Differenzialräderwerk, wovon das eine Paar auf einem in der Verlängerung der Vorgelegeachfe feft ange­brachten excentrifchen Zapfen läuft und vermöge des letzteren ausgerückt werden kann.

Das Handrad am Ende der drehbaren Mutter dient zur Verftellung der Bohrfpindel von Hand.

Der Tifch eines jeden Syftemes ift horizontal an dem gemeinfchaftlichen Bette der Mafchine durch Schraubenfpindel verfchiebbar und kann an der ftarken Platte, welche ihn mit diefem Bette verbindet, vertical verftellt werden.

Er befitzt einen Suporttifch, welcher horizontal in zwei Richtungen ver­ftellbar, und deffen Auffpannplatte drehbar ift. Beim Bohren wird der Tifch mit feiner Mitte genau in die der Bohrfpindel eingeftellt, welche dann am Ende ein vertical verftellbares Lager zur Unterſtützung findet.

Es können zweierlei Vorfchubbewegungen angewendet werden, u. z. die der Bohrfpindel, die wir fchon befprochen haben, und bei deren Anwendung der Tifch und das Arbeitsftück ftille fteht, oder die des Tifches felbft, bei der fich das Arbeitsftück mitbewegt.

Letztere wird von einer genutheten, beiden Syftemen gemeinfamen, nahe dem Fufsboden am Bette hinlaufenden Welle abgeleitet, welche in jedem Tifche durch Schnecke und Schneckenrad mit einer verticalen Spindel in Verbindung fteht. Diefe überträgt oberhalb durch ein Paar Schrägräder ihre Bewegung auf eine horizontale Welle, welche an der Stirnfeite des Tifches mit der Schrauben­