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Maschinen zur Bearbeitung der Metalle : (Gruppe XIII, Section 2) ; Bericht / von Carl Pfaff
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Carl Pfaff.

Diefe Firma nimmt bei ihrer Fabrication einen ganz andern Standpunkt ein, als alle, die bisher genannten, indem fie nicht fowohl präcife Ausführung, hohe Leiftungfähigkeit und fchöne Formen bei ihren Erzeugniffen anftrebt, als vielmehr die äufserfte Billigkeit derfelben.

Auch diefer Standpunkt hat feine Berechtigung, indem es eine grofse Anzahl von Gewerben gibt, welche fich der wohlfeilen Mafchinen mit Vortheil bedienen können, während ihnen das theuere Präcifionswerkzeug vollkommen unzugänglich ift.

Wir finden die Mafchinen von Maubeuge in aller Welt verbreitet, und bei Schloffern, Schmieden, Bauhandwerkern fowie in Reparaturswerkstätten, kurz überall dort fehr beliebt, wo es weniger auf präcife Leiftung und lange Dauer der Mafchine bei ftarker Inanspruchnahme ankommt.

Nachdem wir den Unterfchied zwifchen den Mafchinen von Maubeuge und den übrigen bisher befchriebenen hiemit genügend hervorgehoben haben, nehmen wir keinen Anftand, die Leiftungen der Herren Dandoy; Mailliard, Lucq& Co. als höchft verdienftvoll zu bezeichnen, und würden fehr wünfchen, dafs in den Gebirgsländern unferes Vaterlandes, wo fich alle Vorbedingungen hiezu finden, Aehnliches gefchaffen würde.

Zur Darftellung und Befchreibung wählen wir aus der grofsen Maffe des gebotenen folgende Mafchinen, welche die Fabrikation von Maubeuge charakterifiren.

Diefe find: Zwei Bohrmaſchinen, eine Reifenbiegmafchine, eine Handloch­mafchine und Scheere und fchliefslich eine Shapingmafchine.

Bohrmaſchine.

Die Bohrmafchine, Fig. 86, Taf. XXVIII, ift zur Befestigung auf einer Werkbank eingerichtet und kann mit und ohne Schraubftock zum Fefthalten der Arbeitsftücke gebraucht werden.

Der letztere ift im Ganzen verfchiebbar in einer Art Gabel angebracht, welche am Fufse der Bohrmaſchine eingehängt werden kann, und geftattet, das Arbeitsftück leicht unter den Bohrer zu bringen oder auch eine Reihe von Löchern nach einander zu bohren.

Die Bohrfpindel ift in cylindrifch ausgebohrten Lagern geführt und hat zwei verfchiedene Räderüberfetzungen, wovon eine ins Schnelle, die andere in's Langfame überfetzt.

Die beiden auf der Spindel befindlichen Ueberfetzungsräder find unter fich durch eine Hülfe verbunden und treiben die Bohrfpfndel durch Nuth und Feder an. Die Ueberfetzungen werden durch Verfchieben diefer Räder gewechfelt und letztere durch eine Art Schelle an ihrem Platze erhalten.

Der Vorfchub der Bohrfpindel erfolgt felbftthätig durch Excenter, Sperr kegel und Sperrrad, welch' letzteres mit abgerundeten Kanten verfehen ift und auch als Handrad dient.

Die Ueberfetzungswelle ift nach oben verlängert und mit einem aus. giebigen Schwungrade verfehen. Der Preis diefer Mafchine beträgt 125 Francs. Eine andere Bohrmaſchine, Fig. 87, Taf. XXIX, ift freiftehend und für Ma­fchinenbetrieb eingerichtet. Bohrfpindel und Steuerung entſprechen den foeben Befchriebenen. Der Tifch ift doppelt, an einer gedrehten Säule vertical durch Schraube verftellbar und um erftere drehbar, fo dafs Gegenstände auf dem Fufsboden, im Schraubftock oder auf dem Tifch gebohrt wurden können. Der Preis diefer Mafchine ift 290 Francs.