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Carl Pfaff.
laufen auf grofsen, an die Spindelftöcke direct angegoffenen Lagerläufen. Um fie an ihre Plätze bringen zu können, find fie zweitheilig gemacht, und zur Ausgleichung der Abnützung mit eingelegten ftellbaren Metallbacken verfehen. Im Innern der Spindelftöcke, wenn wir fie hier fo nennen dürfen, find die reitftockartigen Vorrichtungen für die fchon erwähnten ftumpfen Körner angegoffen, und vor den Planfcheiben bilden fich die angegoffenen erweiterten Zapfen oder Läufe derfelben in ftarke viertelskugelförmige Schalen um, welche die Lager für die Achfenftummel tragen.
Die Lager find mit rechteckig eingefafsten, ftellbaren Futtern verfehen, die jedes für fich nach einem Dreieck ausgearbeitet find, zufammen aber ein um den Achsftummel befchriebenes Quadrat mit vertical ſtehender Diagonale bilden. Die Lagerdeckel find je auf einer Seite um einen Bolzen drehbar und auf der andren durch einen Bügel mit Druckfchraube fchliefsbar. Der Bügel feinerfeits. kann auch um einen unterhalb angebrachten Bolzen ganz zur Seite gedreht werden, fo dafs das Aus- und Einbringen der Achfen mit grofer Leichtigkeit vor fich geht. Wenn eine Bahn alle Achfenftummel einer Kategorie von gleichem Durchmeffer erhält, fo hat das Syftem fie beim Nachdrehen der Räder in feften Lagern laufen zu laffen, grofse Vortheile, indem rafch aus- und eingespannt und mit möglichft ftarken Schnitten gearbeitet werden kann. Kleine Differenzen in den Durchmeffern der Zapfen können leicht durch Nachftellen der Lagerfutter behoben werden, und es kommt dabei nicht einmal fo genau darauf an, dafs das Achfenmittel mit dem des Drehbankfyftems zufammenfällt. Sollte diefs verfehlt worden fein, fo würde der Uebelftand daraus entſtehen, dafs die Mitnehmer fich an den Radarmen etwas verfchieben, auch wäre eine Tendenz vorhanden, die Räder mit wechfelnden Gefchwindigkeiten anzutreiben, beides aber könnte doch nur in unfchädlichem Maafse auftreten und das richtige und fchnelle Nachdrehen der Räder nicht. beeinfluffen.
Hinfichtlich ihres Antriebes ift die vorliegende Räderdrehbank in gewöhn licher Weife conftruirt. Die eine der beiden Planfcheiben kann durch Verfchiebung ihres Getriebes ausgelöft werden, und wir verfehlen nicht hier darauf aufmerkfam zu machen, dafs diefs nöthig ift, um die Mitnehmer fchnell zur Anlagezu bringen. Die Radarme ftehen fich nicht immer ganz genau gegenüber und fordern oft eine Verftellung der Mitnehmer, welche am fchnellften und einfacbften durch die ausgelöfte Planfcheibe bewirkt wird.
Das Bett ift verhältnifsmäfsig hoch, und hat zur Befeftigung der Spindelftöcke und Suportplatten vorfpringende Leiften, welche von Hakenfchrauben umfasst werden, wie wir diefs fchon bei der Räderdrehbank, Fig. 94( Taf. XXXVI), befprochen haben. Die Suporte find fehr kräftig gehalten, haben Verftellung für den Konus der Tyres, und find durch Kettenfchaltwerk felbftthätig.
Wir müffen das Arrangement diefer Drehbank, welches feiner Zeit von Herrn J. Hardy, Infpector der Südbahn in Wien, angegeben wurde, für die gefündefte, uns bekannte Löfung der geftellten Aufgabe erklären, und zu allgemeiner Anwendung beftens empfehlen.
Suportdrehbank.
Die Suportdrehbank, Fig. 102( Taf. XL), ift zum Schraubenfchneiden. mittels Leitfpindel und patentirter Ausrückung, fowie zum Egalifiren Plan- und Conifchdrehen eingerichtet.
Der Spindelftock ift der gewöhnliche mit konifchen Lagern und hat rückwärts im Querftücke der Druckfchraube eine Uebertragungsachfe eingelagert, auf deren freies Ende die Wechfelräder gefteckt werden. Das Rädervorgelege ift. durch Verſchiebung auslösbar. In der Stufenfcheibe verborgen, liegt die erwähnte Vorrichtung zur felbftthätigen Auslöfung des Rädervorgeleges für den Rückgang