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Maschinen zur Bearbeitung der Metalle : (Gruppe XIII, Section 2) ; Bericht / von Carl Pfaff
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Mob Carl Pfaff. acidon M

gilt diefs von der Mafchinen- Induftrie, welche mit den gröfsten Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Wir haben daher alte berühmte Firmen im Mafchinenfache nicht aufzuweifen, dürfen jedoch mit Genugthuung conftatiren, dafs die beftehenden tapfer vorwärts fchreiten, in Conftruction und Ausführung meift eine gediegene Richtung verfolgen und für den Fortfchritt Opfer bringen.

Der Werkzeugmafchinenbau, überall die jüngfte Specialität, ift in Oefter­reich- Ungarn eigentlich nur durch eine bedeutendere Firma, die Ottakringer Eifengiefserei und Mafchinenfabrik in Wien, vertreten, jedoch werden einfachere und kleinere Werkzeugmafchinen, befonders die wohlfeilen Gattungen, auch noch von einigen kleineren und ganz kleinen Fabriken nach allerhand Muftern gebaut oder handwerksmässig erzeugt.

Der Umftand, dafs wir felbft in der Ottakringer Eifengiefserei und Mafchinenfabrik betheiligt find, legt uns eine gewiffe Referve auf, und wir bitten daher um Erlaubnifs, die Ausftellung diefes Haufes der Vollständigkeit halber befchreiben, uns aber dabei aller Kritik enthalten zu dürfen.

Ottakringer Eifengiefserei und Mafchinenfabrik in Wien.

Indem wir die Holzbearbeitungsmafchinen unferer Firma als nicht hieher gehörig übergehen, fchreiten wir zur Befchreibung der

Locomotivräderdrehbank.

Diefe in Fig. 155, Taf. LXVIII, dargestellte Räderdrehbank hat 1000 Millim. Spitzenhöhe und eine folche Entfernung der Spitzen, dafs Achfen mit Hall'fchen Kurbeln oder Gegenkurbeln eingefpannt werden können. Sie befitzt zwei auf ftarkem, aus zwei Theilen gebildetem Bett in Schlitzen montirte Spindelftöcke mit hohlen gufseifernen Spindeln und Planfcheiben mit angegoffenen Zahnkränzen. Ein Spindelftock fteht am Ende des Bettes feft, der andere ift durch Zahnftange und Getriebe verftellbar. Die Mafchine hat dreifachen Antrieb für kleine, mitt­lere und grofse Gefchwindigkeiten, und ift fo eingerichtet, dafs diefe leicht gewechfelt werden können.

Der erfte Antrieb erfolgt durch Getriebe, welche auf der im Bette gela­gerten Bodenwelle angebracht find und in die äufseren Verzahnungen der Plan­fcheiben eingreifen. Die Bodenwelle trägt ein grofses Stirnrad, welches von dem auf der Welle der Stufenfcheibe verfchiebbar angebrachten Getriebe bewegt wird. Die fo erzielte grofse Ueberfetzung bewirkt die kleinften Gefchwindigkeiten, die zum Abdrehen der Tyres gebraucht werden.

Mittlere Gefchwindigkeiten für das Ausbohren oder Abdrehen von Rad­naben etc. werden dadurch erzielt, dafs ein auf der Welle der Stufenfcheibe ver­fchiebbar angebrachtes, bisher ganz in das grofse Lager am Spindelftocke zurück­gezogenes Getriebe, deffen Hülfe den äufseren, über die Zähne gemeffenen Durch­meffer hat, gegen die Planfcheibe vorgefchoben und mit ihrer inneren Verzahnung in Eingriff gebracht wird. an establog tug

Grofse Gefchwindigkeiten für das Reguliren oder Centrirer der Achfen erhält man durch Zurückziehen des genannten Getriebes, auf deffen verlängerter Hülfe ein Stirnrad angebracht ift, bis das erftere aufser Eingriff mit der Plan­fcheibe, das letztere in Eingriff mit einem ähnlichen auf der Hauptfpindel fitzen­den Rade kommt. Die Verfchiebungen des Getriebes und das durch die lange Hülfe mit ihm verbundenen Rades für die directe Ueberfetzung erfolgen durch eine mittels Ringes mit ihnen verbundene Zahnftange und ein Getriebe auf der Achfe des am vorderen Lager fichtbaren Handrades, an welcher auch die Fixi­rung der jeweilig gebrauchten Pofition vorgenommen wird. Mittlere und grofse Gefchwindigkeiten können nur auf den feftſtehenden Spindelftock übertragen werden. Es kann jedoch auch die Planfcheibe des lofen gleichzeitig mit kleiner