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Dr. W. Tinter.
einen Zahn weiter geht, wodurch die Gleichförmigkeit der Bewegung des Uhrwerkes, demnach auch jene des fich zwifchen i und i' bewegenden Papierftreifens perzielt wird. Das Markiren der Zeichen auf dem Papierftreifen gefchieht durch zwei Capillarfedern c von Glas, welche mit ihren meffingenen Faffungen in die entfprechenden Höhlungen der beiden Lamellen und ₁ gepafst find. Das weitere Ende einer jeden eine communicirende Röhre darftellenden Feder reicht in das Tintengefäfs G, während die feine Spitze auf dem Papierftreifen p aufruht.( Fig. 6 macht diefes klar.) Die Enden der beiden Lamellen 1, ₁ find beziehungsweife in entſprechenden Theilen der Bügel b1, b2 derart eingelagert, dafs fich dafelbft eine horizontale Drehachfe ergibt, um welche fich jede Lamelle bewegen läfst. Die Bügel b₁ und b₂ find mit den Platten( Anker) A₁ und A, verfchraubt, welch' letztere fich um die durch die beiden Schraubenfpitzen s₁, s₁' und sa, sa' gebil. deten horizontalen Drehachfen bewegen können. Die Anker A₁ und A, liegen über den Elektromagneten e₁, e₁', beziehungsweife e, e' und werden in dem Augenblicke, als die betreffenden Elektromagnete von einem Strome umkreifet werden, von diefem angezogen; durch diefe Bewegung von A₁ oder A, nach abwärts ift, eine feitliche Abweichung der Spitze der Feder c oder fenkrecht zur Bewegungsrichtung des Streifens verknüpft; die fonft ohne Unterbrechung von den Federn befchriebenen Linien erleiden nur in dem Augenblicke eine Unterbrechung, in welchem der Stromfchlufs hergeftellt wird.
An dem Brete, auf welchem der ganze Apparat aufgebaut ift, befinden fich die acht unter einander ifolirten Metallplättchen; das zweite und dritte, ferner das fechste und fiebente find durch Spiraldrähte in leitender Verbindung; die Drähte der Spulen e, e₁', eg, e' find in der aus der Zeichnung zu entnehmenden Weife verbunden. Ift nun in den Strom der Uhrbatterie( U. B.) die mit einem Contactwerke verfehene Uhr eingefchaltet, fo wird bei jedem Contacte der Uhrftrom gefchloffen, der Anker A, dabei angezogen und durch die mit verbundene Feder das Zeichen gemacht, welche Zeichen natürlich regelmäfsig nach jedem Contacte wiederkehren. Wird aber in den Strom der Signalbatterie( S. B.) der Schlüffel oder Tafter eingefchaltet und mit diefem in dem Augenblicke des Eintrittes der Erfcheinung der Strom von S. B. gefchloffen, fo wird der Anker A₁ angezogen, fomit von der mit/ verbundenen Feder ein Zeichen gemacht, welches nun mit der von der Uhrfeder gemachten Zeitfcala leicht in Verbindung gebracht werden kann. Die Lamellen/ und, beftehen je aus zwei gegen einander ein wenig verftellbaren Theilen, um fo die Spitzen der Federn einander näher oder entfernter und in eine und diefelbe Senkrechte gegen die Richtung des Streifens bringen zu können; beffer wäre diefes zu erreichen, wenn die Achfen der Hülfen, in denen die Federn ftecken, fchief gegen die oberen Begrenzungsflächen der Lamellen wären. Zur Regulirung des Hubes der beiden Anker, beziehungsweife der Gröfse der feitlichen Ausweichung der Feder bei dem Contacte dienen die Schräubchen σ und zum Zurückführen der Anker in ihre Lage nach dem Contacte dienen die Schraubenfedern f und fi, deren Spannung mit dem Schräubchen a regulirt werden kann.
Die Gleichförmigkeit im Gange diefes Chronographen ift eine ganz vollkommene und wird ficher von keinem anderen Chronographen übertroffen. Auch ift es ein Vortheil, die Zeichen gut fichtbar zu haben, was bei dem Ablefen der Streifen fich merkbar macht.
Nachtheilig wirkt nur das öftere Verfagen der Schreibfedern, durch deren Auswechslung oft viel Zeit verloren gehen kann, ferner das etwa bei der Beobachtung vorkommende Verftellen der beiden Federn gegen einander, wodurch eine Aenderung in der Parallaxe der Federn eintritt. Man wird daher auf das wiederholte Beftimmen der Federnparallaxe in einer Beobachtungsreihe die nöthige Aufmerkfamkeit lenken müffen.
Die fchwingende Feder als Regulator wurde von Hipp fchon im Jahre 1847 bei dem Chronofcope angewendet.