Optifche und akuftifche Apparate.
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fchen Träger befindlichen Kugelfchalen fo vollkommen richtig geftellt, dafs beim Drehen der Alhidade die beiden optifchen Achfen durch den Mittelpunkt des Fadenkreuzes wandern. Bei dem von Hauck ausgeftellten Inftrumente ift leider der Petzval'fche Träger durch eine einfache Charnièredrehung erfetzt, was namentlich bei kleinen Kryftallen den Nachtheil hat, dafs man die Mitte der Platte nur zu leicht aus der optifchen Achfe der Fernröhre herausbringt. Bei einem von Groth( Pogg. Ann. 144. 34) befchriebenen Apparate, fonft mit dem von Lang'fchen vollkommen übereinftimmend, find die beiden Zinken der Klemme, welche die Kryftallplatte zu halten beftimmt ift, nicht kantig, fondern an der einen Zinke befindet fich eine Glasplatte befeftigt, welche den Vortheil bietet, dafs dadurch die Kryftallplatte leichter in einer fixen Lage erhalten werden kann. Um die Platte in paffende Höhe bringen zu können, läfst fich der Petzval'fche Träger heben und fenken und durch eine Klemmfchraube befeftigen. Zum Centriren dient eine horizontale Verfchiebung, fo dafs man leicht jede Stelle der Kryftallplatte in die optifche Achfe des Fernrohres bringen kann. Zur genauen Einftellung der optifchen Achfen in den Mittelpunkt des Fadenkreuzes dient eine mit einer Klemmvorrichtung verfehene Mikrometerfchraube, welche eine feinere Bewegung der Alhidade und Kryftallplatte geftattet. Will man den opti. fchen Achfenwinkel in verfchiedenen Flüffigkeiten beftimmen, fo dient dazu ein Gefäfs mit planparallelen Glaswänden, welches man auf die Bodenplatte fo ftellen kann, dafs die Kryftallplatte unter die im Gefäfse befindliche Flüffigkeit eintaucht. Durch eine Lampe kann auch die Flüffigkeit im Gefäfse erwärmt werden. Für verfchieden grofse Platten verwendet auch Groth( a. a. O.) verfchieden breite Gefäfse, und laffen fich Fernrohr und Polarifeur fo nähern, dafs fie der Kryftallplatte möglichft nahe kommen.( Carl's Repertorium. III. 201.)
Das Nörremberg'fche Polarifationsmikrofkop in der von Lang'fchen Ausrüftung( fiehe Carl's Repertorium) zeichnet fich vor allen anderen darin aus, dafs der Analyfeur nicht in die Meffingfaffung des oberen Linfenfyftems eingefchloffen ift, fondern fich über derfelben auf und abbewegen läfst, fo dafs es möglich wird zwifchen dem Analyfeur und dem Polarifeur andere Kryftallplatten( Quarzplatten und dergl.) einzufchieben und beliebig zu neigen, was namentlich bei der Beftimmung des optifchen Charakters einer Subftanz von Vortheil ift. Polarifationsmikrofkope lieferten noch W. Steeg in Homburg und Laurent in Paris.
Akuftifche Apparate.
Von akuftifchen Apparaten ftellte L. J. Duboscq in Paris ein Vibrationsmikrofkop mit elektromagnetifcher Regulirung nach Helmholtz und eine Stimmgabel nach Liffajous mit einem Spiegel, deffen Ebene fenkrecht auf die Längenrichtung der einen Zinke fteht. Profeffor L. Jendraffik in Peft hatte einen„ Klangzerlegapparat" in der ungarifchen Abtheilung gebracht.
Franz Hajek in Prag hatte eine Reihe akuftifcher Apparate, theilweife nach den Angaben von Profeffor E. Mach dortfelbft, ausgeftellt. Der Apparat zur Demonftration der Reflexion des Schalles befteht aus zwei congruenten elliptifchen Brettern, die parallel in einer gewiffen Diftanz durch einen die Ränder begrenzenden Blechftreifen gehalten werden. Es wird fo zwifchen den Brettern ein Luftcylinder mit elliptifcher Bafis von fehr geringer Höhe erhalten. In dem einen Brennpunkte befinden fich zwei Metallknöpfe in kleiner Entfernung von einander, welche durch Drähte mit einem Ruhmkorff'fchen Apparate oder mit der Holtz'fchen Elektromafchine in Verbindung ftehen, fo dafs man zwifchen diefen Knöpfen elektrifche Funken überspringen laffen kann, welche wegen ihres knifternden Geräufches nur Wellen von kurzer Wellenlänge erzeugen. Bringt man nun in den anderen Brennpunkt eine beftäubte Glasplatte, fo entſtehen auf derfelben in Folge der Reflexion an dem elliptifchen Rande Staubfiguren von grofser Schärfe. Je kleiner die Funken find, defto zarter ift die Staubfigur. Abge-,