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Die Telegraphen-Apparate : (Gruppe 14, Section 2) ; Bericht / von Leander Ditscheiner
Entstehung
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Telegraphen- Apparate.

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raum, in welchem der Magnetfpielt, einem Rollenpaare, einem Spiegelgehäuſe mit aufgefetztem Glasrohre und dem fchon oben erwähnten Glockenmagnete mit Spiegel und Coconfaden. Die Kupferkugel ift auf eine verticale meffingene Achfe geſetzt, welche fich frei in einer in der Mitte des Dreifusses angebrachten Oeffnung bewegen kann; diefe Achfe trägt einen ringförmigen Anfatz, welcher über einen auf den Dreifuss aufgefetzten, mit einem Stiel verfehenen Ring übergreift. Jener Anfatz und mit ihm die Kupferkugel kann feftgeftellt werden durch eine Klemme, welche an dem Stiele des Ringes angebracht ift. Wenn durch das Anfchrauben die­fer Klemme die Kupferkugel feft mit dem Ringe verbunden ift, fo kann noch eine feine Bewegung desfelben ausgeführt werden vermittelft zweier an dem Stiele des Ringes angebrachter Schrauben mit durchlochten Köpfen, welche gegen einen feft im Dreifufs fitzenden Anfatz drücken. Die beiden Rollen werden je nach Bedürfnifs mit dünnem oder dickem Kupferdraht unifilar oder bifilar umwickelt, jede trägt die den Drahtenden entſprechende Anzahl von Klemmen, fo dafs die einzelnen Drähte hintereinander, gegeneinander oder parallel gefchaltet werden können. Sie find auf der einen Seite kugelförmig ausgehöhlt und werden mittelft ftarker randrirter Schrauben an der Kupferkugel befeftigt. Auf der Kupferkugel ift ein meffingener Ring aufgefetzt, welcher mit einer Vertiefung, in welcher das Spiegelgehäufe fitzt, verfehen und mittelft dreier Schrauben feftgehalten wird. Durch Löfung diefer Schrauben läfst fich das Spiegelgehäufe drehen. Diefes letztere trägt ferner ein Glasrohr, welches oben mit einem meffingenen Hute ver­fehen ift, welcher Hut in der Mitte eine Oeffnung befitzt, durch welche der Faden eingeführt wird Mittelft eines am Hute befeftigten drehbaren Stiftes mit randrirtem Kopf kann der Faden aufgewickelt werden. Seitlich find in den Hut drei randrirte Schrauben eingeführt, welche im Innern eine Meffingbüchfe fefthalten, welche eine Oeffnung für den Faden befitzt und zur Führung desfelben dient. Durch Benützung diefer feitlichen Schrauben wird der Aufhängepunkt des Fadens genau vertical über die Mitte des cylindrifchen Hohlraumes in der Kugel geftellt. Das Stativ des Fernrohrs befteht aus einem ftarken hölzernen Dreifuss mit Tifch. Auf diefen letzteren ift ein meffingener Dreifuss auf drei Meffingplatten aufgefetzt, der nach unten vermittelft einer durch den hölzernen Tifch gehenden Spiralfeder aufgedrückt wird. Das Fernrohr ift auf ein meffingenes Geftell aufgefetzt, das einen Träger zum Einfchieben der Scala befitzt und deffen Achfe fich frei im Centrum des Drei­fufses bewegt. Diefe Achfe kann feftgeftellt werden durch eine Klemme mit ran­drirter Schraube, welche an dem Meffingdreifufse fitzt.

Das Galvanometer wird auf eine fefte Unterlage fo geftellt, dafs der Spiegel in gleiche Höhe mit dem Fernrohre kommt. Die Unterlage befteht am beften aus einem Steine, der in die Mauer eingefügt oder einem Brete, das an einem Balken des Gebäudes angefchraubt ift. Das Fernrohr mit Stativ kann beliebig im Zimmer aufgeftellt werden, jedoch mufs die Scala gut beleuchtet fein. Je gröfser die Ent­fernung der Scala vom Spiegel ift, defto bedeutender wird die Verfchiebung der Theilftriche bei einer Drehung des Spiegels im Fernrohre. Die Scala wird fo in den Träger des Fernrohres eingefchoben, dafs ihre Mitte unter diejenige des Fern­rohr- Objectives zu liegen kommt. Die Rollen des Galvanometers werden ungefähr fo geftellt, dafs ihre Achfen von Weft nach Oft gehen, die Ebenen der Windungen alfo ungefähr parallel der Meridianebene liegen. Der Magnet wird zum freien Schwingen gebracht durch Benutzung der drei Stellfchrauben am Fufse des Gal­vanometers, und man erkennt diefe freie Bewegung des Magnetes durch die Regel­mässigkeit feiner Bewegungen bei Ablenkung durch Eifenftücke oder Magnete. Sodann wird entweder der Spiegel fenkrecht auf die Fernrohr- Achfe oder umge­kehrt, was meiftens auch leichter ift, das Fernrohr fenkrecht auf den Spiegel geftellt. Im letzteren Falle ftellt man fich einige Schritte vom Spiegel auf und fucht den Punkt, von welchem aus man im Spiegel das Bild feines eigenen Auges fieht. Das Fernrohr wird dann etwas über diefen Punkt geftellt. Hängt aber der Spiegel fo, dafs man im Zimmer das Fernrohr überhaupt nicht fenkrecht dazu aufftellen