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Die Telegraphen-Apparate : (Gruppe 14, Section 2) ; Bericht / von Leander Ditscheiner
Entstehung
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Telegraphen- Apparate.

11 Veränderung des Widerftandes bei I Grad Temperaturänderung entſpricht. Die Rollen können aus- und eingefchaltet werden durch Stöpfel, welche in die aus­gefchliffenen Hohlkehlen der Meffingftücke paffen, an denen die Enden der Drähte liegen; beim Gebrauche der Widerftandskaften, namentlich bei kleineren Wider­ftänden find diefe Stöpfel ftets fo feft als möglich mit Drehung einzuftecken. Zum Meffen von Bruchtheilen einer Einheit find zwei forgfältig gezogene Platin drähte ausgefpannt, auf welche ein mit einer vergoldeten Kante und einer Bleiplatte ver­fehener Läufer von Meffing aufgefetzt werden kann; wenn der Stöpfel am Anfange der Platindrähte gelöft wird, fo kann der Strom den einen Platindraht, dann den Läufer und den anderen Platindraht durchlaufen. Ungefähr 250 Millimeter diefes Doppeldrahtes haben I S. E. Widerftand Der Widerftand des Platindrahtes mufs jedoch bei jedem einzelnen Inftrumente beftimmt und diefe Beftimmung von Zeit zu Zeit wiederholt werden, weil die Spannung des Drahtes variirt. o 2 Millimeter bis o 3 Millimeter entſprechen daher 0.001 S. E Der Läufer braucht nicht genau fenkrecht zu den beiden Drähten aufgefetzt zu werden. Das Mittel aus den Ablefungen auf beiden Seiten ift genau die wahre Ablefung. Die Ablefung am Läufer gefchieht an der ebenen Seite, da die Kante abgerundet ift und daher der Ort, wo der Contact ftattfindet, nicht von oben gefehen werden kann. Es mufs auch der Fehler, der auf diefe Art bei der Ablefung begangen wird, ein- für allemal beftimmt werden. Diefs gefchieht am einfachften dadurch, dafs man bei irgend einer Meffung den Läufer genau einftellt, dann denfelben herausnimmt und umkehrt und diefelbe Einftellung abermals ausführt. Die halbe Differenz der beiden Ablefungen ift der gefuchte, bei jeder weiteren Ablefung zu berücksichtigende Fehler. Jedem folchen Apparate ift ein Schema beigegeben, in welchem die Stromläufe und die Formeln für die verfchiedenen Meffungen gegeben find.

Die Methode der Meffung der Batteriewiderftände beruht auf der Eigen­fchaft des Fig. 1, Tafel I dargestellten Stromfchemas, dafs, wenn die Widerstände in den Zweigen I und 2 gleich find, der Strom in 2 gleich ftark bleibt, wenn man den Zweig 4 in die Stellung a oder in jene 6 bringt.

Die Richtigkeit diefes Satzes ergibt fich auf folgende Art: Bezeichnen wir nämlich mit S₁, S., S, und S, die Stromftärken in den Zweigen 1, 2, 3 und 4, ferner mit G und die Leitungswiderftände des Galvanometers und der Batterie, mit A, B, C und D jene der Leiter 1, 3, 4 und 2 ohne Galvanometer und Batterie, fo ift nach den Kirchhoff'fchen Formeln für den Punkt M

S₁= S₂+ St

für den Stromkreis mit den Zweigen 2 und 4 ift

C. S

( DG) S

0

und für den Stromkreis mit den Zweigen I, 4 und 3 ift

S₁( A+ r)+ C. SB. S

-

E

unter E die elektromotorifche Kraft verftanden, oder da S

S₁( A+ B+ r)+ C. S₁= E.

I)

2)

_

S₁ ift

3)

Aus diefen drei Gleichungen I, 2 und 3 folgt nun unmittelbar

S'=

EC

( A+ B+ r)( C+ D+ G)+ C.( D+ G).

2

Um die Gleichung für die Stromftärke S, im Zweige 2 zu finden, wenn zu fetzen flatt der Zweig 4 in die Lage MN' kommt, fo haben wir nur

Ar+ B, Ar und ftatt G+ D ,. G+ D+ B, wodurch erhalten wird

EC

S₂

A+ r)( C+ G+ D+ B)+ C( G+ B+ D)