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Telegraphen- Apparate.
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Die unter fich combinirten
welche die Verbindung der Batterie mit dem Stromvertheiler vermitteln. Auf dem ganzen Umkreife des Stromvertheilers befinden fich 16 Doppelftäbe angebracht. Ein Stab von diefen Doppelftäben gibt daher nur einen halb fo langen Contact. als beide Stäbe zufammen. Nun ift der erfte Stab eines Doppelftabes mit je einer oberen fchwarzen Tafte, beide Stäbe aber zufammen mit einer unteren weifsen Tafte in Verbindung. Fig. 22, Taf. V. Durch das Niederdrücken einer unteren weifsen Tafte wird daher ein längerer Contact zwifchen der Batterie und der Linie hervorgebracht und folgerichtig auf den Papierftreifen des correfpondirenden Apparates ein längeres Zeichen, nämlich ein Strich erzeugt. Durch das Niederdrücken einer oberen fchwarzen Tafte wird nur ein kurzer Contact hergeftellt, der fich am Papierftreifen als ein Punkt darftellt. Punkte und Striche bilden das Alphabet ähnlich jenem, wie folches für die Um daher einen Buchstaben zu gewöhnlichen Morfe- Telegraphen üblich ift. bilden, wird gleichzeitig auf ebenfoviele Taften der Claviatur gedrückt, als der Buchftabe Zeichen enthält. Selbſtverſtändlich mufs bei der Wahl der Taften, auf welche gleichzeitig gedrückt wird, auf die Gruppirung der Zeichen, nämlich auf die Erzeugung von Punkten und Strichen in ihrer Reihenfolge Rückficht genommen werden. So zum Beiſpiel wird ein S durch das gleichzeitige Niederdrücken von drei nebeneinanderftehenden oberen( fchwarzen) Taften(...), ein ch durch das gleichzeitige Niederdrücken von vier unteren( weiſsen) Taften (--), ein b durch das gleichzeitige Niederdrücken der erften unteren ( weifsen) und der darauffolgenden oberen( fchwarzen) drei Taften(...) gebildet. Der betreffende Buchftabe wird, wie hieraus hervorgeht, mittelft eines einmaligen Niederdrückens mehrerer entsprechender Taften auch gleichzeitig und vollſtändig auf dem Papierftreifen erzeugt. Da die Buchftaben auf dem entſprechenden Papierftreifen beider in Correfpondenz ftehenden Stationen erfcheinen, fo kann der abtelegraphirende Beamte fofort beobachten, ob der Buchftabe auch richtig erzeugt wird. An der Achfe GG1, welche die Druckwalzen der Schrifterzeuger in Bewegung fetzen, ift eine Vorrichtung angebracht, beftehend aus einem dünnen Metallftabe, welcher auf ein neben den Taften befindliches Holzftückchen nach Mafsgabe der Bewegung des Stromvertheilers anfchlägt und dadurch anzeigt, dafs der Contactftift am Stromvertheiler den zu dem betreffenden Apparate gehörigen Quadranten paffirt hat, daher ein neuer Buchftabe von dem Telegraphiften auf dem Tafter zu greifen ift. Diefe Vorrichtung kann auch als ein Tactirftab für das Niederdrücken der Taften der Claviatur behufs der Buchftabenerzeugung betrachtet werden und hat den fehr wefentlichen Nutzen, dafs jeder der an diefen Apparaten Manipulirende mit einer durch den Tactirftab vorgefchriebenen Gefchwindigkeit die einzelnen Buchftaben erzeugen, daher mit einer gegebenen Schnelligkeit in der Abgabe der Depefchen verfahren mufs. Wie fchon erwähnt, befindet fich auf jeder Meffingwalze der vier Schreibapparate je eine erhabene Klinge( Kante) in Form einer langgedehnten Spiral- oder Schraubenlinie, welche in diefer Form einen Viertelkreis des Durchfchnittes je einer Walzenoberfläche einnimmt. Diefe Walzen bewegen fich mit dem Contactftifte des Stromvertheilers in gleichem Sinne und mit gleicher Gefchwindigkeit, fo zwar, dafs, während der Contactftift den betreffenden Quadranten des Stromvertheilers paffirt, die fchraubenförmige Klinge, auch Drucklinie genannt, fich gegenüber dem Papierftreifen gleichmäfsig bewegt.
Unterhalb diefer Walze mit der Drucklinie wird der Papierftreifen ftetig über einen Rahmen fortgefchoben, welcher Rahmen in Folge der Anziehung oder Abftofsung eines Elektromagnetes durch einen Stahlmagnet auf die Schneide des erhabenen fchraubenartigen Anfatzes( Klinge) angedrückt und wieder entfernt Bleibt diefer Rahmen während wird, wodurch die Buchftaben gebildet werden. einer Viertelumdrehung der Walze gegen die Schneide( Klinge) gedrückt, fo macht diefe offenbar eine volle, die ganze Breite des Papiers einnehmende, zur Walzenachfe parallele blaue Linie.