Dokument 
Die Telegraphen-Apparate : (Gruppe 14, Section 2) ; Bericht / von Leander Ditscheiner
Entstehung
Seite
41
Einzelbild herunterladen

Telegraphen- Apparate.

41

Durch

daran an den Spiralfedern hängende Kugel gehoben oder gefenkt wird. diefe Hebungen oder Senkungen wird die Gefchwindigkeit der Pendelbewegung und durch diefe wieder die Bewegung in den Laufwerken des betreffenden Appa­rates modificirt. Wie fchon bemerkt, geht der Correctionsftrom von jener Station aus, in welcher das Centrifugalpendel fich frei und ohne befondere Vorrichtung bewegt; diefer Strom hat ausfchliefslich den Zweck, den befchriebenen horizon­talen Metallftab des Regulators der Gegenftation, welcher an einem Ende mit einem Anker verfehen ift, durch Anziehen mittelft eines Elektromagnetes in der horizontalen Ebene zu bewegen. In einiger Entfernung von dem Anker ift auf den Metallftab eine kreisförmige Scheibe aus Kupfer feft aufgefetzt, welche dazu dient, durch Impulfe von zwei Correctionsflügeln, die fich auf gegeneinander bewegenden zwei Rädern aufgefetzt befinden, den Metallftab um feine Achfe zu drehen, beziehungsweife den auf diefen Stab gewickelten Faden, welcher mit dem Wagehebel in Verbindung fteht, nach Mafsgabe der Drehung nach links oder rechts zu verlängern oder zu verkürzen. Durch diefe Verlängerung oder Ver kürzung des Fadens entſteht, wie vorerwähnt, die Hebung und Senkung des Pen­dels an dem zu corrigirenden Apparate. Wenn die Apparate einen fynchronen Gang haben, fo wird die kupferne Scheibe von den Correctionsflügeln fowohl oben als unten gleichmässig erfafst und daher der Metallftab nicht gedreht. Wenn aber der zu corrigirende Apparat fich langfamer oder gefchwinder bewegt, als jener in der Gegenftation, fo wird der eine oder der andere der Corrections­flügel die kupferne Scheibe ein wenig mehr oder weniger erfaffen, und durch den dadurch entſtehenden ungleichförmigen Druck der Correctionsflügel die Scheibe und mit diefer den Stab nach rechts oder links drehen, die Pendelkugel heben oder fenken und dadurch den Gang der Apparate fynchron erhalten.

Nach dem eben Bemerkten ift es klar, dafs mit diefem Apparate eine weit gröfsere Ausnützung der Linien möglich ift. Eine und diefelbe Linie, welche mit der bisherigen Morfe- Einrichtung von einem Manipulanten benützt werden kann, ift nun in derfelben Zeit zum mindeften von deren vier zu benützen. Die lange Paufe, welche dem Greifen und vollständigen Niederdrücken der Taften gewidmet ift und welche jedem Telegraphiften gegönnt fein mufs, da er in diefer Paufe feine Depefche lefen und fich, wenn auch rafch, überlegen mufs, wie er die Taften zur Abgabe des betreffenden Buchftaben ergreifen muſs, wird von dreien feiner Collegen benützt, von denen jedem felbft wieder eine genügende Zeit zu ähnlichen Vorbereitungen gegeben ift. Drei Viertheile der Umdrehung find diefen Vorbereitungen gewidmet, das vierte Viertel aber erft wird zur Abgabe, und zwar eines ganzen Buchstaben benützt. Bemerkt mufs hier nur werden, dafs für jeden Buchftaben die Zeit einer ganzen Umdrehung verwendet werden mufs, alfo Buchftaben mit einfachen Morfe­Zeichen, wie c(.), i(..), a(),() u. f. w. zum Abtelegraphiren ebenfo lange Zeit in Anspruch nehmen, wie folche mit complicirteren Zeichen, -), 9(---) u. f. w. Auch erfcheinen die einzelnen Buch­ftaben, da fie ihre Zeichen in neben einander gelagerten parallelen Linien haben, räumlich auf leicht erkennbare Weife getrennt. Durch die vier in den einzelnen Quadraten des Stromvertheilers einzeln vorkommenden, mit der Erde in leitender Verbindung ftehenden Metallftäbe wird erfichtlich nach jedem Zeichen eine Ent­ladung der Linie eingeleitet.( Siehe Journal télégraphique publié par le bureau international à Berne, tome II, pag. 225[ Nr. 15].)

z. B. y(-

alfo

Der zweite hieher gehörige, von Alois Bauer conftruirte Illimit- Tele­graph hat ebenfalls zum Zwecke, die gegenwärtige Leiftungsfähigkeit einer Linie um das Vier- bis Achtfache zu erhöhen, ohne die bisherige Manipulation des Morfe­und Hughes- Syftemes durchgreifend zu verändern, und wird diefer Zweck ebenfalls durch das gleichzeitige Arbeiten auf mehreren Aufgabe- und Empfangsftationen erreicht. Der Apparat felbft befteht aus einem Hauptapparate und aus dazu gehörigen Nebenapparaten. Der Hauptapparat, Manipulateur, genannt, führt alle jene Bedingungen herbei, welche eine höhere Ausnützung der Leitung möglich