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Die Telegraphen-Apparate : (Gruppe 14, Section 2) ; Bericht / von Leander Ditscheiner
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Dr. Leander Ditfcheiner. Telegraphen- Apparate.

worden; man kann dabei ferner zugleich auch den Anker und die ihn umgeben­den Windungen auf befondere Achfen ftecken, indem man die maffive Ankerachfe durch die hohle Achfe der Windungen hindurchfteckt. Der letztere Vorzug der neuen Mafchine vor der Gramme'fchen fällt befonders bei gröfseren Maſchinen fehr ins Gewicht, weil man bei diefen die für ihren Betrieb erforderliche bedeutende mechanifche Leiftung wefentlich vermindert, wenn man die zu bewegende Maffe dadurch, dafs man den Anker felbft ftillftehen läfst und nur die Windungen allein um ihn herumgehen läfst, auf die denkbar kleinfte Gröfse herabdrückt. Demnach find über den maffiven cylindrifchen Kern oder Anker des v. Hefner- Alteneck'fchen Inductors eine Anzahl von Syftemen von Drahtwindungen und zwar der Länge nach( in Meridionalebenen, nicht in Ebenen, welche auf der Achfe fenkrecht ftehen) gewickelt, in ähnlicher Weife wie bei dem Siemens'fchen Cylinder- Inductor mit I- förmigem Kerne; dabei ift aber jedes Syftem mit den beiden benachbarten Syftemen leitend verbunden, und bilden die Windungsebenen je zweier benachbarter Syfteme einen kleinen Winkel mit einander, fo dafs die Windungen den ganzen kreisförmigen Cylinder umfchliefsen und diefe ganze Um­hüllung aus einem in fich gefchloffenen Leiter befteht. Von den Grenzftellen zwifchen jedem Paar der Windungsfyfteme laufen Kupferftreifen aus und find auf der cylindrifchen Achfe des Ankers als Meridiane angeordnet; auf den Kupfer­ftreifen aber fchleifen zwei fich diametral gegenüberftehende Contacte P₁ und P, welche beftändig mit einigen der Syfteme in Berührung ftehen. Der Anker mit feinen Windungen liegt innerhalb eines plattenförmigen Doppelmagnetes, deffen Pole mit hohlcylindrifchen Flächen dem Anker und feinen Windungen ebenfalls in einem( aber etwa unter 90 Grad gegen den Durchmeffer der Contacte verftell­ten) Durchmeffer gegenüberftehen. Diefer Doppelmagnet wird übrigens nicht durch einen feine Windungen durchfliefsenden Batterieftrom magnetifch erregt, fondern durch den von ihm felbft, vermöge feines remanenten Magnetismus, urfprünglich inducirten Stromes. Wird nun der Anker fammt feiner Drahthülle oder auch nur die letztere allein um die gemeinfchaftliche Achfe gedreht, fo fucht nach den Gefetzen der Induction der äufsere Elektromagnet in der Drahtumhül­lung zwei entgegengefetzte Ströme zu induciren, die fich immer an den Stellen begegnen, an welchen( eben aus diefem Grunde) die beiden Contacte P, und P angebracht wurden. Werden alfo an diefen Stellen die Drahtwindungen durch die Kupferftreifen und die Contacte P₁ und P, an eine die beiden Contacte mit einander verbindende Leitung gelegt, fo wird diefe Leitung aus einem aus der Vereinigung der fich bei P₁ und P₂ begegnenden Ströme entſtehenden continuir­lichen Strome durchlaufen, deffen Richtung mit der Umdrehungsrichtung der Drahthülle wechfelt, wenn die Polarität des erregenden Magnetes die nämliche bleibt.( Zetzſche a. a. O.)