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Chirurgische Instrumente : (Gruppe XIV, Section 4) ; Bericht / von Mosetig von Moorhof ; Hans Adler, L. Schrötter ; Moriz Benedikt
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Dr. Mofetig von Moorhof.

Einführung ift ziemlich leicht. Der Nachtheil des ingeniös erdachten Apparates mag aber wohl darin beftehen, dafs er die Schneidezähne als Angriffspunkt der Kraft nimmt und diefe hiedurch leicht Schaden nehmen können. Auch bedarf es. damit einer gröfseren Kraftentfaltung, als wenn man den Angriffspunkt näher dem Winkel des Unterkiefers verlegt.

Tonfill o tome. Zur blutigen Abtragung hypertrophirter Mandeln finden wir mehrere Varietäten von guillotineartig wirkenden Inftrumenten. Aufser den bekannten Apparaten von Fahnenftock, Charrière und Mathieu und deren Modificationen, hat Nyrop( Dänemark) zwei neuere Varietäten ausgeftellt, und zwar Ein Charrière'fches Modell, wobei ftatt der Gabel zwei von der Seite eingreifende Doppelhaken angebracht find. Statt demnach die abzutragende Tonfille aufzufpiefsen, wird diefelbe unmittelbar vor der Abtragung wie durch eine Mufeux'fche Hakenzange von beiden Seiten her gefafst. Eine zweite Variante ift der Tonfillotom von Morell Machenfis aus London. Das Inftrument, ähnlich der alten Guillotine zur Abfchneidung der Uvola, beſteht aus einer breiten, vorne oval gefenfterten Metallplatte, beftimmt, die Tonfille aufzunehmen. In den falz­artig eingekerbten Rändern der Platte fpielt ein gleich breites, vorne fcharf gefchliffenes Meffer, über welchem noch eine Gabel zum Faffen und Vorziehen der Mandel verfchiebbar angebracht ift. Mit diefem Apparate wird demnach die Tonfille von vor- nach rückwärts durchtrennt, während die übrigen Inftrumente diefs durch die entgegengefetzte Bewegung vollführen. Ein befonderer Vortheil ift diefem Inftrumente nicht abzufehen.

Zur Stillung der Haemorrhagie nach vollführter Operation hat Ricord ( Frankreich) einen Compréffeur des amygdales conftruiren laffen, nach der Idee des Signoroni'fchen Tourniquets. Zwei auf langen und mässig gekrümmten Stäben befeftigte Metallpelotten bilden die Componenten des Apparates. Die kleinere Pelotte wird intrabuccal auf die blutende Tonfille angepafst, die gröfsere zweite Pelotte findet aufsen am Halfe ihren Angriffspunkt. Verbindet man nun die Trag­ftäbe miteinander und läfst die an letztere angebrachte Schraube wirken, fo ift man im Stande, die Pelotten beliebig zu nähern und hiedurch die Compreffion auszuführen.

Oefophagusinftrumente. Zur Entfernung fremder Körper aus dem Oefophagus find zwei neue Zangenmodelle ausgeftellt worden, das eine, von Collin, hat das Princip der Mathieu'fchen Urethralzange, das zweite, von Mathieu, hat eine Länge von etwa 52 Centimeter und befteht aus einer etwa 20 Centimeter langen Zange, deren etwas gekrümmte Branchen je eine Kettenreihe von vier beweglich miteinander verbundenen fchmalen Metallgliedern tragen. Je zwei der acht Kettenglieder find in ihrer Mitte gekreuzt und artikuliren dafelbft durch eine Schlofsvorrichtung. Oeffnet man die Zangengriffe, fo divergiren die Kettenglieder fcheerenartig mit ihren Enden aus einander, indem fie fich in ihren Kreuzungs­punkten bewegen, fchliefst man fie, fo nähern fie fich. Das Ganze erinnert unwill­kürlich an jene Soldatenfpiele der Kinder, welche das Aufftellen von breiten oder fchmalen Colonnen ermöglichen. Die Mathieu'fche Zange ift fehr handfam und ihrer Biegfamkeit wegen leicht in die Schlundröhre einzuführen. Die Branchen ( die oberften zwei Gliederketten find hiezu löffelförmig gehöhlt und abgerundet) faffen mit fehr grofser Kraft und halten ficher, da ja der Druck der Hand durch die vielen einzelnen Hebelarme natürlich auch verftärkt werden mufs.

Silveftri( Italien) hat ein Inftrument zur Entfernung von tief in der Schlundröhre fteckenden Fremdkörpern anfertigen laffen, welches er pinzetta efofago- thoracica nennt. Eine bewegliche und entſprechend lange Röhre birgt ein durch Vorfchieben fich öffnendes Zängelchen, welches den Fremdkörper faffen foll. Damit man nicht aber zugleich die Oefophagus- Schleimhaut mitfaffe, wird über dem Zängelchen, aber am unteren Ende der Röhre, ein Schwammftück oder ein aufzublafendes Kautfchukbeutelchen befeftigt und hiemit die Oefophaguswände knapp über dem Fremdkörper auseinandergehalten.