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C. Frifchauf.
tembergifche Alb- Wafferleitung war an und für fich fchon fo deutlich und umfaffend dargestellt, dafs es keiner weiteren Nachfrage bedurfte, um darüber ein allgemeines Gutachten abzugeben.
Der Wiener Hochquellen Leitung haben wir keine Erwähnung gethan, da fie einestheils in der Ausftellung nicht vertreten war, und andererfeits ohnehin zugleich mit diefem Hefte ein erfchöpfender Bericht darüber erfcheint, der einer weiteren Ergänzung unfererfeits keineswegs bedarf.
Wir haben nach diefer Einfchränkung unfer Material fo geordnet, dafs wir es am Beften in folgenden Abfchnitten zu behandeln glauben:
Röhren,
Installationsartikel der Wafferleitungen,
Waffermeffer,
Wafferleitungs- Anlagen.
Röhren.
Nicht allzu reichlich war die Expofition an Wafferleitungsröhren und nur wenige Firmen waren es, die als Hauptobject ihrer Ausftellung eine Collection von Röhren nebft der dazu gehörigen Ueberficht über Fabrication, Dimenfionen, Preife etc. zur Anfchauung brachten, während manche Ausfteller mehr als nebenfächliche Gegenftände unter ihrer Expofition, oft nur einige Stücke fehen liefsen, mehr vielleicht, um anzudeuten, dafs fie fich überhaupt mit der Herftellung von Röhren befchäftigen, als um die Qualität und Art ihres Fabricates zu zeigen. Wieder andere bedeutende Firmen aus verfchiedenen Ländern( namentlich England) haben gegenüber ihren anderen Fabricationszweigen die Röhren ganz unberücksichtigt gelaffen nnd fo ihre nicht unbedeutende Röhrenerzeugung der Ausftellungskritik ganz entzogen.
In Bezug auf die Herftellungsweife der gufseifernen Röhren ift der fenkrechte Gufs jetzt faft allgemein angewendet und wird bei Muffenröhren zum grössten Theile der Gufs mit der Muffe nach unten vorgezogen. Für die Ausmafse der Röhren ift natürlich eine allgemein giltige Formel nicht herzustellen und allein die Erfahrung und Praxis mafsgebend.
Auch eine von dem Director der Hannover'fchen Eifengiefs erei, Herrn Carl Weftendorp, veröffentlichte Methode zur Beftimmung der Wandftärken gufseiferner Röhren kann fich naturgemäss nicht von den unficheren conftanten Factoren emancipiren, welche vor Allem in der Qualität des Eifens begründet find. Doch bietet die von ihm aufgeftellte Tabelle für Gufseifen von normaler Befchaffenheit fehr brauchbare Verhältniffe und hat vor Allem den grofsen Vortheil, dafs die Baulänge der Röhren in Betracht gezogen ift. Alle fonftigen Formeln nehmen die Baulänge der Stücke als beliebig an, oder berücksichtigen fie vielmehr gar nicht, was ficherlich eine bedeutende Fehlerquelle bildet.
Die Vorfchläge des Herrn Directors Weftendorp über eine Normalmuffe find fehr gut und finnreich. In diefer Muffe wird das fchlichte Rohrende in einen am Grunde der Muffe fitzenden, conifchen Ring hineingefteckt. Diefer conifche Ring verengt fich beinahe bis zur äufseren Weite des Rohrendes. Durch Hineinfchieben des Rohrendes centrirt fich das zu dichtende Rohr von felbft und braucht nicht mit Holzkeilen abgeftützt zu werden, wie das des nöthigen Spielraumes halber bei Rohrenden gefchehen muſs, die einen Endbund haben.
Der vordere Anfatz des conifchen Ringes, auf dem das Rohrende faft glatt auffitzt, verhindert ferner ein Durchftemmen des Dichtungsftrickes über das Rohrende hinaus, was bei Rohrenden mit Bund häufig gefchieht. Der Bund bei Gufsröhren ift fchon aus dem Grunde häufig von illuforifchem Werthe, als fehr oft Röhren abgefchlagen und in die Muffe gedichtet werden, wefshalb ficherlich der Kranz innerhalb der Muffe gegen das Eindringen des