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Das Bauernhaus mit seiner Einrichtung und seinem Geräthe : (Gruppe XX) ; Bericht / von K. J. Schröer
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Das Bauernhaus mit feiner Einrichtung und feinem Geräthe.

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podь; pantlika, Band, Bändchen; parta, Mädchen- Kopfputz, in der Zips der borten, bei den Siebenbürger Sachfen: der buerten, mhd. der borte. Im Nibelungen- Liede( B. 573) heifst es: man fach( 54 burgundi che Jungfrauen) under liehten porten gân, auch flov. párta; perém, das Bräm, die Verbrämung, mhd. brem; prufzlik, weibliches Leibchen, Mieder, aus Oefterreichichem bruft­fleck. Bei Häudörflern prûfleck( in Lorenzen, Deutfch- Praben), prusfleck in Krickerhäu; flov. prusliak; fzoba f. oben; táska, Tafche, altfränk. taska, mhd. tafche, davon ital. tasca etc., zu ahd. zascôn; vefztli, die Wefte, goth. vafti von vasjan, kleiden, urverwandt lat. veftis, franz. vefte. Das nhd. Wefte ift wohl unmittelbar aus dem Franzöfifchen entlehnt.

Aus romanifchen Sprachen entlehnt find: almáriom, Wandfchrank, lat. armarium; kamara, die Kammer, lat. camera; kémény, der Schornftein, Kamin, lat. caminus, daher auch magyar. kemencze; fzekreny, Schrank, Schrein, lat. fcrinium, lauter Wörter, die auch bei Slaven und Deutfchen ein­gedrungen find und daher wohl aus diefen Sprachen entlehnt ein können.

Indem ich mich hier nur auf die Benennungen der im Szeklerhaufe in die Augen fallenden Gegenftände befchränke- viel vollſtändiger ift die Aufzählung der flavifchen Ausdrücke im Magyarifchen, z. B. bei Miklofifch, fiehe dafelbft S. 16 ergibt fich folgendes Bild:

Der Magyar befafs eine Wohnung, lakás, von lakni aus rumänifch a locui, wohnen, an der die Thüre, ajtó, die Schwelle, küszöb, die Wand, fal, das Dach, fedél, mit dem Giebel, tető, und die Feuerftolle, tüzhely, bemerkbar waren. In derfelben befand fich das Bett, ágy, der Sitz, fzék. Von Kleidungsftücken find wahrzunehmen: Schuhe, Stiefel, czipö, cfizma, Hemden und Hofen, nadrág, gatya, Kopfbinden, fejkötő. Ein Zaun, gyepü, umgab das Haus. Von Slaven lernte er kennen: Das Fenfter, den Tifch, die Treppe, das heizbare Zimmer( das die Slaven von den Deutfchen hatten), ebenfo den deutfchen Kachelofen, die deutfche Küche, Kuchen etc. Kleidung und Geräth ift, wie wir fahen, faft durchaus von Deutfchen und Slaven entlehnt.

Unter den Verkaufsgegenständen, die im Szeklerhaufe zu haben waren, wurden auch gedruckte fliegende Blätter verkauft, wie auch fonft in Marktladen, gedruckt in diefem Jahr." Darunter find Szeklerlieder: Székelyi dalok, wohl das Anziehendfte gewefen.

Was der Deutſche fo gar nicht befitzt, das überaus grofse Wohlgefallen an fich felbft, die Vorliebe für Alles, was ihm eigen ift, befitzt der Magyar in fo hohem Mafse, dafs auch ein Theil diefes Volkes, wie der Szeklerftamm, ein Szekler Nationalgefühl ausgebildet hat, fo ftark, dafs der Deutfche darüber nur ftaunen kann. Mag man immer fagen, diefes Nationalgefühl habe etwas Hohles, weil es eigentlich keinen Inhalt hat wenn der Deutfche auf etwas ftolz ift, fo ift er es auf eine That oder auf eine Tugend- fo liegt doch eine Naivetät in diefem Selbftgefühl, dazu eine Innigkeit und Wärme, dafs wir ihnen nicht gram fein können, ja dafs wir uns davon angezogen fühlen, wenn wir auch darüber lächeln

müffen.

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In einem diefer Lieder heifst es:

Vom Szeklergau aus Marofch- Szék, da bin ich her, Eine Szeklermutter pflegte, liebte mich gar fehr. Ein Stock- Szekler war, das war mein Vater auch, Und ein Szekler herz ward mir vom Vater auch!

So geht es in fchwärmerifcher Begeisterung für das Szeklerthum fechs Strophen hindurch fort. Es ift keine Frage, dafs diefe Eigenfchaft der Begeifterungsfähigkeit für das eigene Volksthum die Quelle ungewöhnlicher That kraft, wie die Quelle des Glückes ift für den Befitzer. Enttäufchungen können wohl nicht ausbleiben beim Zufammenftofse mit der Aufsenwelt.

Viele der Lieder beziehen fich auf die kriegerifchen Neigungen des Szeklers. Mit dem tapferen Sachfen Siebenbürgens bildete der tapfere Szekler eine