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Das Bauernhaus mit seiner Einrichtung und seinem Geräthe : (Gruppe XX) ; Bericht / von K. J. Schröer
Entstehung
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Dr. K. J. Schröer.

Vorarlberser Bauernhaus

man auf Stufen zur Eingangsthüre gelangt. Der fo einfache Gang im erften Stock­werke des Geidler Haufes, die Laube beim fiebenbürgifch- fächfifchen Haufe, ift hier eine breite Gallerie, der Schopf" genannt, die fowohl ebenerdig als im erften Stockwerke die Eingangsfeite des Haufes ziert, und nach einer Seite offen, an den Seiten gefchloffen und oben gedeckt, ein angenehmer Aufenthaltsort im Freien ift, der, wie die Tifche, Bänke und Stühle dafelbft zeigen, von der Familie benützt wird.

Zu der Stube ift ein zweites Gemach hinzugekommen, der gaden genannt, das Schlafzimmer, an das fich noch ein kleines Zimmer, das ftübel, anfchliefst. Diefen Räumen entſprechen im erften Stockwerke ähnliche Zimmer in derfelben Eintheilung, die aber nicht heizbar find, und alle zufammen kammern heifsen. Auch die Rückfeite des Haufes ift mit Gallerien verfehen, die hier mehr als Vorrathskammern für Holz, der Holzfchopf," und dergl. benützt werden.

Was aber dem Haufe ein fo freundliches Ausfehen verleiht, das find die fchönen Verhältniffe und die nette Ausführung des Ganzen. Es ift ein Holzbau. Der gröfste Theil der Aufsenfeite ift gefchindelt", das ift fchuppenartig mit rund auslaufenden, feinen Schindeln bedeckt. Dadurch aber, dafs ein Theil des Haufes, mit richtigem Verſtändniffe der Conftruction, nicht gefchindelt ift, tritt die Zeich nung ausdrucksvoller hervor und gewinnt das Ganze an Leben. An der Gaffen­feite, die uns die ganze Tiefe des Haufes von fünf Fenſtern zeigt, find die Wand mit dem erften und die Wand mit dem letzten Fenfter nicht gefchindelt. Das erfte Fenfter ebenerdig und im erften Stocke gehört zu dem Schopf, zur vorderen Gallerie des Haufes, alfo zu einem leichteren Vorbau. Diefe Schopffenfter ftehen