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Kirchliche Kunst : (Gruppe XXIII) ; Bericht / von Hans Petschnig
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Kirchliche Kunft.

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war, wurde felbe durch das fleifsige Studium der mittelalterlichen Monumental­werke wieder wachgerufen. Vor Allem hatte das neue Aufblühen der gothifchen Architektur diefen Schmuck, als Hauptbedingung eines kirchlichen Baues, in feiner Wirkung betont, und fo entftanden wieder nach kleinen Anfängen und mifsverftandenen Verfuchen einzelne Glasgemälde, bis fich allmälig eine Ent­wicklung zeigte, die Werke herftellte, welche mit den alten wetteifern konnten.

Hat man in München unter dem grofsen Kunftkönig Ludwig den falfchen Weg eingefchlagen, auf einer Platte ganze Gemälde darzuftellen, und felben den Charakter von durchfichtigen Oelgemälden zu geben verfucht, fo ift man fpäter auf den richtigen Weg gelangt, das Glasgemälde mufivifch zu behandeln, in der Compofition Rückficht auf Fenfterconftruction zu nehmen und ein Glas bei­zufchaffen, welches durch feine Stärke den äufseren Witterungsverhältniffen widerfteht, das Tageslicht nur durchfchimmern läfst und doch intenfiv und reich­haltig in den Farbennuancen fein kann.

Die Generaldirection hat diefem Zweige der Kunftinduftrie mit guter Beachtung feines modernen Charakters eine eigene Gallerie in der Krieau bauen laffen, und fo für Glasgemälde einen internationalen Sammelpunkt gefchaffen. Leider haben bedeutende Anftalten ihre Anmeldung zurückgezogen, wodurch Lücken in der Gallerie entftanden find, die ftörend auf die Gefammtausftellung wirkten.

Zwei grofse Glasgemälde von mehr als 40 Fufs Höhe find nun vor Allem

zu beachten.

Es find diefs das für Mödling beftimmte grofse Fenfter, welches J. Neu­haufer aus Innsbruck ausgeftellt hat, und jenes von F. X. Zettler aus München, welches eigens für die Ausftellung angefertigt wurde.

Das Mödlinger Fenfter wirkt durch die einheitliche Compofition von Pro­feffor Klein, während Zettler darauf bedacht war, das Fenfter auch im Noth­falle theilen zu können, und fo auf die einheitliche Gefammtwirkung nicht das ganze Gewicht legen konnte.

Während man im Mödlinger Fenfter die ausgeprägte Manier des Profeffors Klein, der fich zumal am Rhein und in Holland die Anerkennung der dortigen Fachmänner erworben hat, fogleich erkennt, machen fich im Zettler'fchen Fenfter die Studien nach Fiefole mit den einfachen, in langen Linien abfallenden Gewandungen geltend.

Farbenprächtig find beide und Zettler hat mit Verſtändnifs auch folche Gläfer zu benützen gewufst, die fchon an und für fich eine fanfte Abtönung vom lichten in den tieferen Ton haben.

In alten Glasgemälden, ich erinnere an die fchönen Fenfter in Viktring aus dem vierzehnten Jahrhundert, ift die Verwendung von abgetöntem Glas an vielen Stellen erfichtlich, fo bei dem Fifch als Helmzier, der am Kopfe blafs, gegen die Schwanzfpitze tiefroth nuancirt ift.

Neuhaufer hatte aufser dem Mödlinger Fenfter noch zwei kleinere fchlanke Fenfter für St. Valentin, ein ftreng romanifches für Grofsmartin in Cöln und ein Renaiffancefenfter, fchön in der Compofition und Färbung, gebracht.

Meyer's Neffen aus Böhmen haben keine fachmännifche leitende Hand, daher die Glasgemälde, welche fie ausftellten, den ernften Anforderungen unferer Zeit nicht genügen konnten; auch Heilig in Wien hat nicht die richtige Manier. Die Bilder fahen zu porzellanartig aus. Das Glasgemälde aber hat in den meiſten Fällen von der Entfernung zu wirken.

Geiling aus Wien hat im letzten Momente feine Anmeldung zurückgezogen, was fehr zu bedauern war. Uebrigens waren von ihm die grofsen halbkreis­förmigen Fenfler am Süd- und Nordportal, welche die bedeutende Stellung des Künſtlers in der Glasmalerei genugfam zeigten.

Die deutfchen Glasmaler haben kleinere Glasgemälde gebracht; die meiſten Künftler aber haben ihre erfte Anmeldung fpäter zurückgezogen, wefshalb diefe