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Objecte der Kunft und Gewerbe früherer Zeiten.
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bracht ift, deren Kopf nach der in der Krümmung befindlichen Vorftellung gerichtet ift. Das obere Ende des Stabes bildet ftatt einer Krümme einen aufrecht geftellten Ring, der am Aufsenrande mit Blattornament in Strahlenform befetzt ift. Das oberfte Blattornament ift doppelt und findet fich darauf die fitzende Figur Gott Vaters. An den Flachfeiten des Ringes finden fich in Farben ausgeführte Infchriften. Inner des Ringes ift eine ziemlich roh ausgeführte bemalte Gruppe angebracht, den englifchen Grufs vorftellend.
Das Faltiftorium aus dem Frauenftifte in Salzburg gehört zu den intereffanteften Ueberreften der romanifchen Kunft. Diefer Faltftuhl, ohne Rück- oder Armlehne, ift aus Holz angefertigt, roth angeftrichen, an den Fufsenden mit Broncebefatz verfehen, vorftellend Löwentatzen, in deren Klauen fich verfchiedene Figuren in Todesqualen winden. Die Obertheile fchliefsen mit prachtvoll ausgeführten, ftilifirten Löwenköpfen aus Elfenbein. Die Flachfeiten find ebenfalls mit kleinen Elfenbein- Reliefs geziert, wahrfcheinlich irgend einer Legende oder Sage entnommen. Die Seitentheile, zwifchen welchen das Sitzleder eingefpannt ift, find am Rande mit zwei fehr fchön ftilifirten Drachen ausgeftattet. Die Zeit der Anfchaffung dürfte mindeſtens mit jener der Verleihung des Rechtes an die Aebtiffin, fich des Stabes und Thronftuhles bedienen zu dürfen, zufammentreffen( das ift 1235). Die Schnitzwerke hingegen erfcheinen älter und mögen dem XI. Jahrhunderte angehören und italienifche Arbeit fein. Die an einigen Stellen der Seitenlehne angebrachten Temperamalereien find bedeutend jünger. Jedenfalls hat diefem Stuhle ein weit älterer zum Vorbilde gedient, dem vielleicht diefe Schnitzwerke entnommen wurden.
Die Goldfchmiede- Kunft des romanifchen Stiles. Sie wird repräfentirt vornehmlich durch eine Reihe von Kelchen, mitunter von ungewöhnlicher Gröfse und reicher Verzierung. Der Kelch nimmt in der katholifchen Kirche die wichtigfte Stelle unter den Gefäfsen ein. Die Form desfelben ift in der Wefenheit noch gleich jener der antiken Trinkgefäfse. Der Kelch befteht aus drei Theilen, dem Fufse zum Aufftellen des Gefäfses, dem Stiel fammt Knauf zum Anfaffen und der Cuppa oder Trinkfchale. In den erften chriftlichen Zeiten bediente man fich bei Verrichtung des Mefsopfers hölzerner oder gläferner Kelche, ja auch folcher von Zinn oder Elfenbein, allein fchon im III. Jahrhunderte blieben. die edlen Metalle das ausfchliefsliche Material diefer Gefäfse, welche allmählig durch künftlerifchen Schmuck, namentlich Emails und Niellen, koftbare Steine, Filigranbefatz, noch höheren Werth erhielten. Befonderen Einflufs nahmen in diefer Beziehung die verfchiedenen Stilrichtungen, die übrigens auch auf die Form des Gefäfses und das Verhältnifs der erwähnten drei Hauptbeftandtheile zu einander einige Aenderungen bewirkten. Zu unterfcheiden find die zum gewöhnlichen Gebrauche des Priefters bei der Meffe beftimmten kleineren Kelche, die je nach den feierlichen Anläffen, bei denen fie gebraucht wurden, mehr oder minder reich ausgeftattet waren, und die grofsen Speifekelche, die zur Austheilung des Abendmahles, ehe den Laien die Communion unter beiden Geftalten entzogen war, beftimmt waren; die letzteren mufsten gröfser als die gewöhnlichen Priefterkelche fein, da man in der Regel zu gleicher Zeit einer gröfseren Anzahl Gläubiger das heilige Abendmahl fpendete. Sie find mit Handhaben verfehen, um den Diakonen den Gebrauch diefes Gefäfses zu erleichtern. Die Austheilung des Weines gefchah alsdann mittelft eines kleinen Saugrohres( fistula) aus Gold, Silber, Elfenbein, welches mit einer oder mehreren Handhaben verfehen war. Wir hielten die Vorausfendung diefer kurzen Erklärung für nothwendig, um unferen Lefern, bei denen ein eingehendes archäologifches Wiffen nicht vorausgefetzt werden kann, das Verſtändnis der diefsfälligen Partie unferes Berichtes möglich zu machen.
Beiſpiele folcher Gefäfse lieferten der aus dem Prämonftratenferftifte Wilten in Tirol und ein zweiter aus dem St. Peters- Stifte in Salzburg ausgeftellte Communion- Kelch.