Dokument 
Objecte der Kunst und Gewerbe früherer Zeiten : (Exposition des Amateurs ; Gruppe XXIV) ; Bericht / von Carl Lind
Entstehung
Seite
45
Einzelbild herunterladen

ter

han

mit

eren,

Hold

Orig

hört

nen

hem

mit

nen

ber

ent

offe

, in

aus.

erte

die

ion

ere.

Den

ра

ke

ne

12

zu

V..

t-

d.

m

n

n

n

d

t

e

f

Objecte der Kunft und Gewerbe früherer Zeiten.

45

und tragen das Modell des Kloftergebäudes ihrer Stiftung auf der Hand. Koftbare und muftergiltige Stickereien fanden fich auch an den von diefen Kirchen aus­geftellten Stolen und Kelchdecken.

Von Geräthen der griechifchen Kirche waren noch ausgeftellt eine Ripide, eine Art Schirm in Form eines Vierpaffes zum Vortragen bei Proceffionen( 1479), aus vergoldetem Silber angefertigt, reich durchbrochen mit fchöner Filigran­arbeit ausgefüllt; ferner fahen wir drei Kirchenbücher mit werthvollen Einbänden aus vergoldetem Silber mit Darftellungen in flach getriebener Arbeit, fämmtlich aus dem Beginn des XVII. Jahrhundertes.

Noch find zu erwähnen zwei aus Holz fein gefchnitzte Vortragekreuze mit doppelten Querbalken aus den Jahren 1560 und 1600. Aehnliche Kreuze ftellten auch aus das Stift Herzogenburg und Wenzel Wolf in Prag.

Von Möbeln fand fich in der öfterreichifchen Amateursabtheilung nur ein Stück; es ift der Schreibtisch des ehemaligen öfterreichifchen Staatskanzlers Fürften Metternich, der ehedem Eigenthum des Herzogs von Choifeul war. Er ift aus Nufsbaum- Holz angefertigt, mit vergoldeter Bronce im Gefchmacke des XVIII. Jahrhundertes ausgeftellt und wurde vom Fürften Richard Metternich zur Ausftellung gebracht.

Obwohl nicht in den Räumen der öfterreichifchen Amateurs ausgeftellt, müffen wir des prachtvollen Holzplafonds im Gefchmacke des Zopfftiles, autentisch italienifche Arbeit, Erwähnung thun, der die Decke eines Saales des füdlichen Kunftpavillons fchmückte und aus dem Stifte Schlierbach in Oberösterreich ftammt.( Eigenthümer Herr Scharf.)

Münzen waren zahlreich und in koftbaren, feltenen Exemplaren ausgeftellt. Wir fahen eine Collection folcher des weftrömifchen Kaiferreiches, Goldmünzen aus der Zeit des Kaifers Octavian Auguftus( 29 vor Chriftus) bis zum Sturze des römifchen Reiches( 475 nach Chriftus), fodann Silbermünzen von Pompejus und Cæfar bis Honorius( 48 vor Chriftus bis 243 nach Chriftus). Sie zeigen den Verfall der Silberwährung unter Caracalla( um 200) durch fchlechte Legirung und die Erneuerung der Feinfilber- Prägung unter Diocletian( um 300), den Schlufs bildete eine Serie von Broncemünzen und Medaillons von verfchiedenen Kaifern aus allen Zeiten des Reiches( Ausfteller Carl Trau in Wien). Ein zweiter Tifch enthielt Gold-, Silber- und Kupfermünzen des oftrömifchen Kaiferreiches von Arcadius bis zum Sturze des byzantinifchen Reiches durch die türkifche Invafion unter Conftantin XIV. ( 395 bis 1453 nach Chriftus), zum Theil in Schüffelform( Theodor Rohde in Wien). Bracteaten( Hohlmünzen) Deutfchlands und der Schweiz mit hölzernen Stämpeln gefchlagen, aus dem XIII. Jahrhunderte( Eduard Forchheimer in Wien). Arabifche Gold-, Silber-, Glas-, Kupfermünzen, zehn Stück des Khalifen Harun al Rafchid( 786 bis 808), zehn Stücke des Eroberers Timur( Tamerlan), geftorben 1405, 130 egyptifch arabifche gegoffene Glasmünzen und Münz­gewichte vom Beginne des VIII. bis Ende des XV. Jahrhundertes. Das erfte und ältefte Stück vom Jahre 712. Zwei Reihen arabifcher Bildmünzen des XII. und XIII. Jahr­hundertes, zur Zeit der Kreuzzüge an Stelle des Silbergeldes als Nothmünzen gebraucht( Dr. Karabáček in Wien); endlich Münzen und Medaillen vom Ende des XV. Jahrhundertes bis in die neuere Zeit, darunter die fchöne Medaille aus dem Jahre 1521 von der Stadt Nürnberg zu Ehren Carl V. gefchlagen, Doppel­thaler des Grafen Franz Ditrichftein, Bifchof von Olmütz( 1598 bis 1616), Thaler des Winterkönigs Friedrich von der Pfalz( 1619 bis 1621). Hermannftädter Thaler von 1605, der überaus feltene Thaler des Herzogs Bernhard von Sachfen- Weimar von 1634, der des kunftfinnigen Erzbifchofes von Salzburg Leonhard Keutfchach von 1504, die Kaifers Max I. vom Jahre 1479 und 1505, und endlich der ältefte Thaler von Sigmund von Tirol um 1484 gefchlagen( Stift Schotten).

Eine reiche Münzcollection ftellte das Olmützer Hochftift aus. Das Münz­regale der Olmützer Bifchöfe gründet fich auf ein Privilegium Rudolf II. als König von Böhmen, de dato 5. Jänner 1608. Als Prägeort war die bifchöfliche