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Objecte der Kunft und Gewerbe früherer Zeiten.
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prachtvolle filberne, vergoldete Mefskelche, der eine mit Email- und Filigranfchmuck, ein zweiter mit reichem Filigranbefetz von feinfter Arbeit, wahrfcheinlich aus dem Beginne des XVI. Jahrhundertes und der dritte, koftbarfte aus der Mitte des XV. Jahrhundertes mit Emails und reichem figuralem Schmucke, an dem zu einer grofsen Kapelle entwickeltem Nodus, ferner zwei Büffelhörner, davon eines befonders grofs, beide als Oelgefäfse verwendet, in vergoldetem Silber auf die zierlichfte Weife gefafst und in den letzten Jahren des XV. Jahrhundertes angefertigt; drei medaillonförmige Reliquienbehälter, das Mittelftück des einen ein Perlmutter- Relief, des anderen eine Kryftallplatte, und des dritten und kleinften die in Gold getriebene und ausgefchnittene Darftellung der Verkündigung auf blauem, durchfchimmerdem Emailgrunde. Zu den zierlichften Gefäfsen gehört ein kleiner Chryfambehälter aus Bergkryftall in Form einer aus zwei Hälften beftehenden facettirten Kugel, getragen von mit Emailtranslucide über zogenen Figürchen, vorftellend den verlornen Sohn. Diefes in Form und Ausftattung ganz reizende Gefäfs, das urfprünglich kaum diefe Beftimmung gehabt haben mochte, mag ein kunftfertiger Goldfchmied zu Anfang des XVI. Jahrhunderts angefertigt haben. Alle diefe Koftbarkeiten gehören dem Schatze der ungarifchen Primatialkirche. Durch Gröfse und Gewicht hervorragend, verdient die hübfch componirte Monftranze der Prefsburger Capitelkirche einige Beachtung, wie auch ein grofses Proceffionskreuz mit in Silber gefafsten kryftallenen Balken. Ausserdem fahen wir noch zwei koftbare Kelche aus dem Prefsburger Dome, und einen des ungarifchen Nationalmufeums, ausgezeichnet durch Email und Filigranfchmuck, ferner ein fchlankes, der Leprofen- Kapelle zu Leutfchau gehöriges, thurmförmiges Ciborium aus dem XV. Jahrhunderte. Der Krumftab aus dem Graner Schatze und die grofse filberne Monftranze von Jahrendorf ftehen bereits an der Grenze der Gothik. Letztere behauptet zwar noch im Aufbaue die Tradition der Gothik, im Ornament hingegen wird diefer Stil faft gänzlich verleugnet. Dasfelbe gilt von einem ausgeftellten, leider nicht mehr vollſtändig erhaltenen Vortragekreuze mit prachtvollen Emailtranslucide- Schmuck, einer ausgezeichneten Arbeit des beginnenden XVI. Jahrhunderts; florentinifchen Urfprunges Hier fei auch auf das fchöne, mit reichem Filigranfchmucke und Steinbefatz ausgeftattete Armband, einen breiten Reif aus Gold hingewiefen, das nun im Befitze des Muſeums zu Peft, in Grofswardein gefunden, der Königin Maria I. als Eigenthum zugefchrieben wird( Anfang des XIV. Jahrhundertes).
Kirchliche Eifenarbeiten diefes Stiles repräfentirten ein zwölfarmiger Standleuchter, ferner zwei Armleuchter, die die Beftimmung hatten, zu Seiten des Altars angebracht zu werden, und ein einfacher fchmiedeiferner Lufter, fehr gefchmackvolle Arbeiten des XVI. Jahrhundertes, der Bartfelder Kirche gehörig.
Von Holzfchnitzereien, die kirchliche Beftimmung hatten, nennen wir einen theilweife bunt bemalten, theilweife vergoldeten Ofterkerzen- Ständer aus dem XV. Jahrhunderte, eine Holzftatuette des Erzengels Gabriel, eigenthümlicherweife unbeflügelt dargestellt, und den grofsen auf Rädern ftehenden Schrein aus dem XVI. Jahrhunderte, den der Katalog als das Grab des heiligen Benedict bezeichnet. Seine Beftimmung war, entweder die Gebeine oder wenigftens Reliquien diefer Heiligen zu verwahren, oder was im Hinblicke auf die ähnlichen Schreine zu Salzburg und Möchling wahrfcheinlicher ift, in der Ofterzeit als heiliges Grab verwendet zu werden. Die grofsköpfigen Geftalten am Fuſse des Schreines, die übrigens ebenfo wenig künftlerifchen Werth haben, als die Figuren am Aufbaue, und höchft fchlichte Gefellenarbeit find, deuten unzweifelhaft auf deutfchen Urfprung diefes Schreines. Diefer ursprünglich gut componirte Holzbau wurde in neuefter Zeit, wahrfcheinlich zu Ehren der Ausstellung mit freigiebiger Verwendung von Gold und Farben etwas zu durchgreifend reftaurirt, was einigermassen zu bedauern ift( Domkirche zu Gran).
Von den aus der Zeit der Gothik ftammenden Elfenbein- Arbeiten nennen wir ein Dyptichon aus dem XIV. Jahrhunderte mit Darftellungen aus dem Leben