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Objecte der Kunst und Gewerbe früherer Zeiten : (Exposition des Amateurs ; Gruppe XXIV) ; Bericht / von Carl Lind
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Objecte der Kunft und Gewerbe früherer Zeiten.

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( Küchen- Abfallreften) vermifcht( hauptfächlich Stein- Werkzeuge) aufgefunden wurden. Die letztgenannten find maffenhafte Anhäufungen von Auftern- und anderen Mufcheln mit Thierknochen( von Hirfchen, Wildfchweinen, Bären, Wölfen, Auerhähnen, Häringen) und eben jenen Fundftücken gemengt, die an den Ufern des Kattegats und der beiden Belte in Millionen Kubikfchuhen gefunden werden und deren Alter man über 10.000 Jahre annimmt.

Schweden ftellte unter Anderem ältere Broderien und Gewebe, dann Holz­arbeiten älterer Zeiten aus, darunter ein Service aus dem XVI. Jahrhunderte, die Formen der Trinkgefäfse find ähnlich den Kelchen und verziert mit kleinen Bein­kügelchen, etliche dem Göteborger Muſeum gehörige filberne Löffel und zwei ziemlich neu fcheinende Trinkhörner mit Silberfaffung. Einer Art Wandteppich mufs auch erwähnt werden, der fich durch die in ganz abfonderlicher Weife ausge­führten Bilder der Paffion beachtenswerth machte. Die Figuren find in höchft primitiver Weife gezeichnet und in Farben ausgeführt, das Coftüm aller Figuren, fei es Chriftus oder die Apoftel, Pilatus oder Kriegsvolk, ift das der fchwedifchen Landbevölkerung.

Schweiz.

In der archäologifchen Expofition der Schweiz, die einen der geräumigeren Säle faft ganz füllte, wurde mit gutem Erfolge der Verfuch gemacht, eine möglichft umfaffende Ueberficht ihrer älteften Culturperiode und der damit verbundenen gewerblichen Thätigkeit vorzuführen. Es find diefs vor Allem Gegenftände der vorhiftorifchen Zeit, welche auf Schweizer Boden befonders zahlreich gefunden werden, die Denkmale der fogenannten Stein-, Bronce- und Eifenzeit, zu deren eingehenderer Erforschung die Entdeckung der Pfahlbauten in den Schweizer Seen( feit 1853 beginnend) die Hauptveranlaffung gab. Es kam zu diefem Zwecke eine eigene Art Fängerei auf, mit deren Hilfe die neben und zwifchen den ins Waffer getriebenen Piloten auf dem Boden liegenden Gegenftänden in grofser Menge emporgehoben wurden.

Wir werden durch diefe Ausftellungsgegenstände bis in die Anfänge der Cultur zurückgeführt, als der Menfch nur aus Steinfplittern und Knochen fich einige Werkzeuge zu fchaffen wufste, um mit deren Hilfe die zur Erhaltung des Lebens, zur Ernährung und Bekleidung allernöthigften Arbeiten vollführen zu können. Dr. Grofs in Neuenftadt ftellte eine reichhaltige Anzahl derartiger Fundobjecte aus der Station Locras aus. Wir fanden darunter zahlreiche Beile, Meifsel und Hämmer aus Diorit, Hornblende, Serpentin und Feuerftein; Meffer, Dolche und Nadeln aus Knochen und Hirfchhorn, Amulette und Schmuckgegen­ftände aus Bärenzahn, Knochen und Steinfplittern, Thonteller und thönerne Trink gefäfse. Herr Meffikomer in Stregen ftellte Schnüre, Fäden, Gewebe in ver fchiedener Stärke, Franfen, vielartige Geflechte, meiftens aus Baft aus, die in den Pfahlbauten am Pfäffikerfee bei Robenhaufen gehoben wurden. Diefe intereffanten Fundftücke liefern den Beweis, dafs fchon damals die Weberei, wenn auch in ihrer mechanifchen Kindheit ftehend, nicht unbekannt war und bereits zu Beginn der Cultur geübt wurde Die Zeit diefes Culturanfanges, die jedenfalls einen grofsen, mehrere Generationen zählenden Zeitraum umfafste, läfst fich wohl nicht in Ziffern ausdrücken, doch ift es aufser Zweifel, dafs damals nicht nur die Ver­einigung in der Familie, fondern auch in einem ftaatlichen, wenn auch fehr primi­tiven Organismus beftand.

Die Zeit einer etwas höheren Entwicklung, etwa 1000 bis 1500 Jahre vor unferer Zeitrechnung, begrenzt fich durch den Gebrauch der Bronce, die zu den früher erwähnten Materialen hinzutritt. Es ist wahrfcheinlich, dafs das Bronce den Völkern des mittleren und nördlichen Europas anfänglich von anderen im Süden wohnhaften Völkern im Handelswege bereits verarbeitet überbracht wurde, bis diefe Völker felbft, und zwar erft bedeutend später, kundig wurden, Bronce­