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Bildende Kunst der Gegenwart : (Gruppe XXV) ; Bericht / von Josef Bayer und Josef Langl
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Die Malerei.

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im Befitze Sr. Maj. des Kaifers von Oefterreich und Sr. kaif. Hoheit des Erzher­zogs Albrecht. Deutlich und beftimmter drückt fich das Kampfgewühl und die kriegerifche Leidenfchaft in den Schlachtbildern von Wilhelm Emele aus: Die Schlacht bei Würzburg( 1796)"," Die Schlacht bei Nerwinden( 1793)", " Reitergefecht bei Langenbruck( 1866)", der für grofse Choc's der Cavallerie eine glückliche Art bewegter und zufammenfaffender Darftellung hat. Von Blaas, dem Vater waren die geiftreich entworfenen Farbenfkizzen von feinen Schlachtfresken im Arfenal ausgeftellt. Der Marinekampf fand eine glänzende künftlerische Ver­tretung in Bolonachi's ,, Seefchlacht von Liffa".

Die nähere Würdigung der Leiftungen in der Landfchafts- und Thier­malerei, im Architekturftück und dergleichen entzieht fich einem zuſammen­faffenden Kunftberichte, der das Bild des gegenwärtigen Kunftlebens nur in grofsen Umriffen wiedergeben, und blos bei einzelnen Erfcheinungen, die, eine Richtung beftimmend, in den Vordergrund treten, länger verweilen kann. Das rafcher Wech­felnde in der Kunft; die deutlicher wahrnehmbaren Veränderungen und Fortfchritte in derfelben gehören zunächft den Darftellungen des bewegten Menfchendafeins an. Auch ift die Landfchaft vor Allem eine zu ftille Gattung für die grofse Kunft­fcenerie auf einer Weltausftellung; fo etwas geniefst man ruhiger und mit gefammel­terem Sinne im Schönbrunnerhaufe oder bei den Ausstellungen im Künftlerhaus. Allerdings war die öfterreichifche Landfchaftsmalerei gleich den übrigen Kunft­gattungen fehr würdig und wirkfam auf der Ausftellung vertreten. Mannigfach genug ftellt fich das Naturbild der öfterreichifchen Länder dem Auge des Malers dar: wir haben den Wald und das Mittelgebirge mit feinen ftilleren landfchaft­lichen Reizen, die hochaufgethürmte Alpenwelt, die breithingefpannte Ebene der ungarifchen Pufzten, die pittoreske Küfte und das hochaufraufchende Meer. Und unfere Landfchafter ftellen ihre Studien vielfeitig und umfaffend genug an, um fich wenigftens ein gutes Stück diefer unerfchöpflichen Anregungen zu Nutze zu machen.

Anfpruchslos in der Wahl des Motivs, aber fehr fein und ftimmungsvoll in der Naturauffaffung zeigte fich Ed. von Lichtenfels in feinen Bildern, An der Donau"," Dorfpartie aus Niederöfterreich" und den Motiven aus Lundenburg". A. Ditfcheiner's" Moorgegend" und Seeufer" zeigen eine liebevolle Natur­beobachtung bei grofsem coloriftifchen Verdienfte. L. Halauska hat den maleri­fchen Gebirgsfinn, er ift bei Salzburg und am Atterfee zu Haufe, aber brachte uns daneben auch eine gute Fähre am Main"; Hanfch ift ein trefflicher Maler des Hochgebirges, in das er uns wieder in feinem Gebirgsbach" und feiner Gebirgswildnifs" führte, um uns dann in einem vorzüglichen Bilde den weiten Blick auf die hohen Tauern mit dem Wiesbachhorn und dem Grofsvene­diger zu eröffnen. G. Seelos wählt feine Motive in Südtyrol; er brachte Partien aus Meran und dem Eggenthal und ging von da hinab bis an die Küfte von Genua; Obermüllner trat uns in feinen ebenfo poetifchen als malerisch vor­züglichen Alpenbildern Ein Friedhof in der Natur", Blick auf den Montblanc" und" Am Bodenfee" mit feiner wohlbekannten Meifterfchaft wieder entgegen. Eugen Jettel nimmt unter den Wiener Landfchaftern einen ganz vorzüglichen Rang ein; fein ,, Motiv von Hinterfee", die Viehweide am Waffer", und vor Allem die Partie an der Küfte von Dieppe" zeigte ebenfo feine ftimmungsvolle Auffaffung, wie fein hohes coloriftifches Talent. Auch Rob. Rufs zog es wieder einmal nach den holländifchen Canalanfichten und Windmühlen hin; es ift zunächft der äussere malerifche Reiz, die decorative Wirkung der Vedute, durch welche er da mehr mit wohlberechneten, als mit empfundenen Mitteln, aber in ganz glänzender Weife zu wirken weifs. Sein Schlofshof bei Burgeis in Tyrol" ift aus dem Belvedere bekannt. Em. Schindler findet fich, was wir nur loben können, nicht veranlafst, in die Ferne zu fchweifen, da das Gute doch fo nahe liegt; er bringt doch einmal auch das herrliche Stück Landfchaftspoefie, das uns fo knapp vor der Nafe liegt, die Partien aus der Praterau, in trefflicher Weife zur Geltung; fo in den Bildern: " Am Kaiferwaffer"" Am Landungsplatze"

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