Die Malerei.
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Reichenbachfall" von A. Hörter in Carlsruhe war bedeutend in der Wafferwirkung, frifch und virtuos in der Farbe. Von den Schweizer Alpen geleitet uns der Münchener Julius Rofe bis zum Montblanc hinan; wieder einer der bedeutendften deutfchen Landfchafter, Valentin Ruths, der nebenbei in feinem ,, Frühlingstag" und" einem heffifchen Dorf bei Abenddämmerung" zwei fchöne Stimmungsbilder bot, führte uns in dem Gletſcher von Argentières ein grandiofes Gebirgsbild vor. Leopold Voefcher, den ich fchon früher nannte, brachte das „ Mer de glace" am Montblanc, von ähnlichem Werth wie feine anderen Alpenbilder und die Via mala Schlucht".
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Nach Nordtirol machten die Münchner Tob. Andreae( ,, Kufftein im Nebel") und A. Doll(„ Mühle im Wippthale am Brenner"," Motiv aus dem Unterinnthale bei Brixlegg": Aquarelle) ihre landfchaftlichen Ausflüge. Reichlicher fanden fich die Motive aus Südtirol ein; abermals find hier mehrere Münchener, als: C. Maibach( ,, Caftello di Dublino im Sorcathal"), E. Kirchner mit einem vorzüglichen, in ftilmäfsigerem Sinne aufgefafsten Bilde von Montano, Julius Lange ( Schlofs Arco"). A. Lohr( ,, Motiv aus dem Pfelderthale") zu nennen; zu ihnen gefellt fich auch wieder Johann Chriftian Heerdt aus Frankfurt am Main mit feinem Dorf Tirol bei Meran".
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Oberbaiern liegt den Münchener Landfchaftsftudien zunächft bequem; da brachten denn E. Gleim und Nic. Pfyffer jeder ein„ Motiv bei Brannenburg", Jofef Hahn die ,, Hohe Göll am Hinterfee", Fr. Leinecker ein„ Motiv aus der Ramsau" fämmtlich Münchener Künftler. Vor Allem find bekanntlich die oberbaierifchen Gebirgsfeen ein Wanderziel der Studienfahrten, und jeder derfelben wieder Gegenftand eines befonderen malerifchen Specialcultus. An erfter Stelle fteht noch immer, wie fchon feit Menfchengedenken, der Chiemfee; Motive von daher, gelegentlich auch Stimmungs- und Gewitterbilder malten die Münchener Boshart, H. Deuchert, E. Gleim, Emil Hellrath( der ein befonders fchönes, ftimmungsvolles Bild vom„ Klofterteich" brachte), Julius Köckert, A. Meermann, R. Schietzold, zu denen aus der Weimarer Schule der Freiherr von Gleichen Rufswurm hinzutrat. Den hochverdienten, aber nachgerade altgewordenen Meifter Heinrich Heinlein finden wir etwas abfeits wandelnd, in einer Bucht am Walchenfee" und nebenher auch in einer Enzianhütte in einem Geklüfte des Oberinnthales". Am Oberfee bei Berchtesgaden haben fich gelegentlich Julius Lange in München, dann Adalbert von Waagen mit ihrer Studienmappe niedergelaffen; ein ,, Motiv vom Gofaufee" malte der Düffeldorfer C. Jungheim, den„ Königs fee bei Morgenbeleuchtung" der Münchener F. v. Hoffftetten. Am Starnberger See treffen wir Carl Heffner mit einem" Waldesdurchblick auf den See" und Arno Meermann, dem wir fchon am Chiemfee begegneten, beide aus München. Arnold Steffan allein hat fich am Traunfee in unferem Salzkammergut mit zwei Landfchaften eingeftellt; eine Bodenfeelandfchaft brachte ferner Heinrich Rafchaus München.
Spärlicher vertreten waren die deutfchen Flufslandfchaften. Dem Rhein widerfuhr nur mässige Ehre, die Donau war fichtlich vernachläffigt. Die„ Profilanficht des Rheinfalls" von Profeffor Ed. Pape in Berlin ift allerdings als treffliches Landfchaftsbild hervorzuheben; C. Maibach in München ftellte neben feinem füdtiroler Bilde ein„ Rheinthal mit Ragatz" aus, und der Düffeldorfer W. Klein geleitete uns fofort an den Niederrhein. Für die Donau und noch überdiefs für die in der Regulirung begriffene, zeigte nur J. Blau in München ein landfchaftliches Intereffe. Die Mainlandfchaft war blos von C. P. Burnitz in Frankfurt am Main, aber auf vorzügliche Weife durch fein„ Bamberger Landfchaftsbild" und fein„ Mainufer bei Frankfurt" vertreten.
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Das deutfche Mittelgebirge, das Wald- und Hügelland fand nur vereinzelte Pflege, aber zum Theil gerade von einigen vornehmeren Talenten. Es thäte auch gut, wenn es häufiger gefchähe. Hier gerade finden fich am zahlreichften jene Motive, die entweder durch ſtillen Reiz anziehen, oder fich auch