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Bildende Kunst der Gegenwart : (Gruppe XXV) ; Bericht / von Josef Bayer und Josef Langl
Entstehung
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Die Malerei.

55 den fieben Nummern, mit denen er vertreten war, war das früher erwähnte Bild Gladiateurs" wohl das bedeutendfte und überhaupt eines der glänzendften Kunft­werke der Weltausftellung; die Mofcheethüre in Cairo, an der die abgefchlagenen Köpfe hingerichteter Beys gar niedlich aufgefchichtet find- diefer fcheufslichen Staffage des Vordergrundes mit einem malerifch bezaubernden abgefehen von Blicke in das Intérieur ift fchon von dem Salon 1866 her bekannt.

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An Gérôme fchliefst fich nun die ganze Gruppe der Orient maler und Der­jenigen, die das Alterthum für Genrezwecke benützen, unmittelbar an. Theils ftehen fie unter feinem Einfluffe, theils begegnen fie ihm, wenn ihre Schulherkunft etwa fchon eine frühere ift, auf demfelben Wege. Boulanger geht in feinen reizenden Genrebildern aus Pompeji( Nr. 78 und 79) nicht auf den fchärferen Sinnenreiz los, fondern begnügt fich da mit jener coketten Grazie, die jenen fran­zöfifchen Römerinen ganz zierlich fteht. Die fterbende Kleopatra" von Giboux ift fchon ein älteres Bild; es gehört einfach in die Claffe der Nuditätenmalerei mit Benützung einer beftimmten hiftorifch gegebenen Situation. Im antikifirenden Genre- und Studienbild, treten fonft noch Alboy- Rebout( Nr. 3) und J. Dehaufsy( Nr. 79) hinzu. Victor Giraud, ein Schüler Picot's, fchlägt mit feinem ,, Sclavenhändler" gleichwohl ganz in die Art Gérôme's. Das in Frankreich vielfach gemalte Thema des Weiberverkaufes auf offenem Markt ift ftatt des fonft üblichen orientalifchen Schauplatzes in die antike Scenerie verfetzt, wieder nur eine Variation von Gérôme's: A'Vendre. Die grofse Meifterfchaft in der Farben bravour und Modellirung des Nackten verdeutlicht aber die Widerlichkeit des Gegenftandes, ftatt fie zu mindern.

Und nun noch zu den Orientmalern.

Da, wo fie die fremde Stammesart mit energifchem Pinfel in ihrer Eigen­thümlichkeit fchildern, wirken fie künftlerifch am bedeutfamften: fo abermals Bou­langer in feiner Erinnerung an die Sahara"( Nr. 80) und in der ,, Flucht der Ka­bylen"( Nr. 81). Befonders auf dem letzteren Bilde find die nackten, dunkelfarbigen Körper in ihrem hageren, fehnigen Bau vortrefflich gezeichnet; die Aufregung in den Köpfen und der ganzen Bewegung, das Drängende der Flucht, die einen Berg hinab gerade auf den Befchauer losgeht, erfcheint meifterhaft erfafst. Auch Léon Bonnat begegnen wir im Orient mit feiner Strafse in Jerufalem" und den Sheiks von Allabah"( Nr. 61 und 62); ebenfo L. Aug. Belly mit feinen bereits lang bekannten Pilgern nach Mecca"( von 1861). Der Letztere ging, wie man weifs, von der Landfchaft aus, verfteht es aber auch, das volle Sonnenlicht und den wolkenlofen Himmel für die orientalifche Staffage wirkfam zu verwerthen. Felix Clement, von dem im Centralfaale der Tod Cafar's" ausgeftellt war, ift feiner vorwiegenden malerifchen Gewohnheit nach gleichfalls Orientmaler; er iſt in dem Strafsenleben Cairo's zu Haufe, wie fein älteres Bild:" Fêtes au Caire"( Nr. 140) zeigt, und liebt es, uns ebenfó Typen und Einzelftudien aus Egypten, Nordafrika und der Levante vorzuführen: fo einen Berberknaben, der einen kleinen Hund kneift( Nr. 137), eine Wafferverkäuferin aus Caferzaiak( Nr. 138), eine ägyptifche Pomeranzenhändlerin( Nr. 139).

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G. Guillaumet ftudirt wieder mit Vorliebe die Landbevölkerung Nord­afrikas zufammt der landfchaftlichen Wirkung der ausgebrannten Natur mit ihrem trockenen Sonnenglanze, den fcharfen, grell beftimmten Localfarben( Weiber von Douar am Fluffe", Nr. 311; Feldarbeiter an der Grenze von Marokko", Nr. 312); ein eigenthümlich geftimmtes Bild bringt er zudem in feinem Abendgebet in der Sahara"( Nr. 312). Auch darum pilgern die franzöfifchen Maler fo häufig nach dem Orient, weil fie für ihre brillante, immer noch nach einer Ueberfteigerung des Effectes ftrebende Technik des heifsen Sonnenfcheines und der blendenden Farbe nie genug haben können, die man dort eben aus erfter Hand bezieht.- Wieder nur einzelne Volkstypen und Halbfiguren, vergrösserte malerifche Abfchriften aus der Studienmappe, aber von vorzüglichfter Ausführung, brachte die bewährte Künftlerhand Charles Landelle's: ein Fellahweib( Nr. 383), eine Jüdin von