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Der Zeichen- und Kunstunterricht / von J. Langl
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J. Langl. Der Zeichen- und Kunftunterricht.

Sternfiguren etc. ziemlich gleichmäfsig gearbeitet und lag doch ein gewiffes Princip darin: dagegen begegneten uns wieder haarfträubende Sünden wider allen guten Gefchmack in den Arbeiten der Teachers-"," Normal-" und High­fchools".

Im Schulhaufe lagen als Unterrichtsmittel für das Zeichnen die Spencer­fchen Zeichenhefte auf, in welchen die Formen auf der linken Hälfte des Papieres vorgezeichnet waren und die Schüler diefelben rechts auf den freien Raum zu copiren hatten. Der Stufengang führte in ziemlich fyftematifcher Weife von den einfachften geometrifchen Formen zur Darstellung von Gefäfsen, Geräthen und dergl.

Am beften wird, dem Ausgeftellten nach, in Bofton, überhaupt in Maffa­chufetts der Zeichenunterricht betrieben. Hier ift in den meiften Schulen The Drawing- Book of Standard reproductions and original defings for public fchools, Drawing- Claffes and Schools of art" von Walter Smith eingeführt. Das Werk empfiehlt fich befonders in feinen erften Theilen für den Elementarunterricht, in welchem auf geometrifcher Grundlage bis zum leichten Ornamente vorgefchritten wird; im zweiten Theile, der Fortfetzung des Ornamentes, mangelt dem Vortrag die Frifche und den Formen ein ausgefprochener Stil. Weiter folgen dann in ziemlich willkürlicher Anordnung Köpfe, Thiere, Blumen, felbft ganze menfch­liche Figuren, aber Alles in trockenen, kalten Contouren in Federmanier. In dem ,, Public- Schools" wird überall nach diefem Syftem gezeichnet und werden die erften Uebungen meift auf Schiefertafeln vorgenommen. Im Weiteren finden dann auch Studien nach plaftifchen Modellen ftatt, und zeigten die vorgelegten Leiftun­gen recht gute Erfolge. Es kommen dabei theils ftereometrifche Körper, theils Gefäfsformen, Vafen und dergl. in Verwendung.

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Das Bildchenzeichnen" wird hier nur wieder in den Mädchenfchulen eifrig betrieben, wo ausfchliefslich Julien's und Hermes' Vorlagen in Verwendung ftehen.

Von den Drawing Claffes" waren( nach Smith's Vorlagen) Zeichnungen vorgelegt, welche nur befcheidene Erfolge zeigten; dagegen verdienten die Arbeiten der Free Induftrial Drawing Claffes" des Staates of Maffachuſetts volles Lob; es fanden fich darunter befonders hübfch gezeichnete Köpfe( nach Gyps mit zwei Kreiden) und gute Ornamente.

Was von dem Ausgeftellten der übrigen Länder auf den Kunftunterricht Bezug hatte, war zu unbedeutend und unmafsgebend, als dafs der Referent für nöthig gehalten hätte, es hier fpeciell anzuführen. Wenn eine Schule in Athen fchlecht gezeichnete( franzöfifche) Blumen und einige Köpfe nach Berliner Vor­lagen als Zeugnifs des heutigen Kunftunterrichtes in Griechenland vorlegte, wenn von Conftantinopel( Calame's) Landfchaften, von der technifchen Schule zu Kairo mangelhaft copirte Köpfe( nach Julien) ausgeftellt waren: fo konnte daraus nur erfichtlich fein, wie fehr die Erziehung des Gefchmackes alldort darnieder liegt.

Am meiften verletzten das Auge folche dilettantifche Arbeiten in der grie­chifchen Ausstellung, unmittelbar neben den claffifchen Fragmenten der Akropolis. Diefe ehrwürdigen Refte der Kunft, fie waren auf der Weltausftellung in Mitten des modernen Strebens und Ringens, welches fich auf allen Gebieten des Könnens und Wiffens offenbarte, eine wehmutherregende Illuftration der Vergäng­lichkeit, aber zugleich in ihrer unfterblichen Schönheit die edelften Vorbilder, in Allem das Höchfte anzuftreben.

* Die Modelle waren auch ausgeftellt.