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Beiträge zur Geschichte der Preise : (Additionelle Ausstellung Nr. 5) ; Bericht / von Carl Theodor von Inama-Sternegg
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Dr. Carl Theodor von Inama- Sternegg.

Von 1655 bis 1820 waren die Preisangaben nämlich überwiegend den Tax­voranfchlägen, von 1820 bis 1872 dagegen( wie auch für die kurze Periode von 1770 bis 1784 und theilweife 1795 bis 1799) den Marktpreisprotokollen der Stadt Prag entnommen. Dafs aber die Taxvoranfchläge nicht allen Fluctuationen des Victualienmarktes folgten, läfst fich nicht blofs aus ihrer Natur fchon annehmen, nach welcher fie immer nur höchftens als Näherungspreife angefehen werden können, fondern folgt auch mit Beftimmtheit aus den Angaben, welche Urban felbft über das Verfahren bei Feftftellung diefer Taxen in der Einleitung machte. Die Victualientaxen wurden auf Vorfchlag des Magiftrates im Vereine mit Ver­trauensmännern von der Statthalterei ratificirt und publicirt. Die Taxen wurden, wenigftens in der Folge, für ein Quartal feftgefetzt, was jedoch nicht hinderte, dafs, wenn während desfelben bedeutende Variation der Preife erfolgt, fofort Intercalartaxen erlaffen wurden, woraus hervorgeht, dafs eine Differenz der Tax­voranfchläge und der effectiven Marktpreife als etwas Selbſtverſtändliches an genommen wurde. Auch diefe Intercalartaxen find in dem Elaborate aufgenommen und bei Berechnung der Durchfchnittspreife in Betracht gezogen.- Vom Jahre 1800 an erfchienen die Taxvoranfchläge alle Monate in gedruckter Tabellen­form. Als eine Probe der Berichte des Magiftrates an die Statthalterei mit Motiven war der ältefte Bericht von 1655 in der Einleitung mitgetheilt, in welchem auch der Schlüffel zur Preisberechnung der verfchiedenen Artikel gegeben ift. Diefer befteht in Verhältnifszahlen, nach welchen die einzelnen Artikel zu ein­ander in Anfatz gebracht wurden, fo dafs, wenn der Preis eines Artikels feft­geftellt war, die Verhältnifszahlen die Preife der mit diefen correfpondirenden Artikel angaben. Auch die Gewinne der Müller und Bäcker waren ähnlich nor­mirt und darnach bei feftgeftelltem Getreidepreife der Preis des Mehles und Brotes berechnet. Es fanden alfo nicht einmal für die einzelnen Victualien felbft­ftändige Erhebungen der Marktpreife ftatt, fondern im Gegenfatze zum Markt­verkehre wurden fefte Verhältniffe den Taxvoranfchlägen zu Grunde gelegt.

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Es erklärt fich daraus wohl zur Genüge, dafs die älteren Preisangaben des Urban'fchen Werkes mit den effectiven Marktpreifen durchaus nicht immer in Uebereinftimmung, dann und wann fogar in grellem Widerfpruche fich befinden, wie denn z. B. der Strich Linfen im September 1742 mit vier Gulden( Intercalar­taxe acht Gulden) angefetzt ift, während für den gleichen Monat das Elaborat des böhmifchen Landesausfchuffes Linfen mit dem effectiven Preife von fünfund­zwanzig Gulden, 36 Kreuzer notirt, welch' abnorm hoher Preis durch die damalige Belagerung Prags fich erklärt.

Wir mufsten auf diefen Umftand befonders aufmerkfam machen, weil die Urban'fchen Daten zu einigen Bearbeitungen der Preisgefchichte( fiehe unten) Anlafs gegeben haben und wohl auch künftig in erfter Linie hiefür herangezogen werden dürften.

Der Werth des Urban'fchen Werkes bleibt nichtsdeftoweniger immer ein höchft bedeutender, wenn wir feinem Materiale auch die Eigenfchaft ab­fprechen mufsten, ſchon ſo, wie es vorlag, reif für die unmittelbare wiffenfchaft­liche Verwerthung zu fein.

Zudem fanden fich bei Urban in der Einleitung ausführliche Erörterungen über die gebrauchte Mafseinheit mit fehr intereffanten Daten über die Entwick­lungsgefchichte der alten böhmifchen Maſse, fowie über die Geldwährung und die Wandlungen der öfterreichifchen Münzfufse. In Bezug auf die böhmifchen Getreidemasse war eine Abhandlung aus den ftädtifchen Marktprotokollen, wie es fcheint, vollständig aufgenommen, worauf wir Sammler von Rechts- und Cultur­alterthümern aufmerksam machen; die gefchichtliche Entwicklung führt bis auf die Chronik des Kosmas und die Stiftsurkunde des Herzogs Vratiflav( 1125) zurück. Befonders wichtig ift hier die alte Feldvertheilung, um die Flächenmafse beffer anwenden zu können: Die Felder follen beetweife getheilt, eines fo lange wie das andere fein, und in einem Beete 7, in dem andern 8 Furchen, alfo in zwei