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Rumänien : Bericht / von Baron Ernst Haan
Entstehung
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Ernft Haan.

Die ftete Vermehrung der Volksfchulen ift auch hieher zu rechnen.( Es beftehen heute 1975 Landfchulen mit 55.985 Schülern; 246 ftädtiſche Schulen mit 26.160 Schülern.)

Die Grundentlaftung, welche 2,959.905 Pogon Boden 414.435 Eigen­thümern gegen eine Ablöfung von 23,329.998 Leu zuwies, hat den Grund zum künftigen Auffchwung der Bodencultur gelegt.

Leider kann man heute noch nicht von einem bedeutenden Fortfchritte darin fprechen. Die ganze Lebensweife des Bauers ift feit einigen Jahren unver­ändert und trotz der gegentheiligen Angaben hiefiger Patrioten nimmt die agricole Bevölkerung von Jahr zu Jahr nicht zu. Es ift offenbar, dafs der grofse Geldwerth, welcher durch die gefteigerte Ausfuhr an Bodenproducten ins Land kommt, auf die Lage des Bauers ohne merklichen Einfluss geblieben ift. Der Grund hiefür fcheint darin zu liegen, dafs die Bauern, welche theils Eigenthümer, theils Pächter ( gegen einen Ertragstheil) find, durch Zwifchenhändler um den aus den Getreide­conjuncturen refultirenden Gewinn gebracht werden.

Manche Einrichtungen wirken ebenfalls hemmend auf die Bodencultur, fo der Befitz ungeheuerer Gütercomplexe( ehemalige Kloftergüter) durch den Staat, die Beftimmung, dafs die Grundftücke einer Landgemeinde nur innerhalb der­felben veräussert werden dürfen, endlich die abwehrende Behandlung der Ein­wanderer.

Es ift erwiefen, dafs das Land wenigftens die doppelte Anzahl von Bewoh­nern ernähren könnte, und dafs der gegenwärtig als productiv bezeichnete Boden bei einer rationellen Bewirthschaftung ein dreifach fo grofses Erträgnifs geben könnte, aber es fehlt hauptfächlich an Arbeitern und an Geld für Betriebs­auslagen.

Statt aber die Arbeiter vom Auslande hereinzuziehen und das durch den Export gewonnene Capital im Lande zu verwerthen, erfchweren die Rumänen die Einwanderung auf jede Weife und geht das gewonnene Geld meift ins Ausland wieder zurück.

In wie weit die neugegründete Boden- Creditanftalt den Producenten Erleich­terung verfchaffen wird, kann nur die Zukunft lehren.

Bergbau.

Der gebirgige Theil Rumäniens ift reich an Mineralfchätzen. Wir finden hier Eifen und Queckfilber im Diftricte Gorjin,

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Mehedintz,

Dambovitza und Prahova,

Kupfer

Kalkstein

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Steinkohle

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Bernſtein

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Prahova, Buzeu, Vâlcea und Suciava, Buzeu,

Goldftaub und Silber

endlich grofsartige Salzlager und Petroleumbrunnen.

Die Salzgruben find in Slanik, Diſtrict Prahova( jährliche Erzeugung 20 Millionen Oka), wo das fchönfte Salz der Welt gewonnen wird; in Telega im gleichen Diftricte( jährliche Production 20 bis 22 Millionen Oka), dann in der Moldau: Tirgu Okna im Diftricte Bacau( gegenwärtig unausgebeutet).

Bergöl wird in den Diftricten von Dîmbovitza und Bacau, jährlich 12 Mil­lion Oka, gewonnen.

Forftwirthschaft.

Rumänien gehört zu den holzreichften Ländern Europas. Ein Viertel der gefammten Bodenfläche iſt mit Wald bedeckt. Ungefähr der vierte Theil der Wal­dungen ift Staats eigenthum.