10
Ernft Haan.
Der Roggen dient zur Branntwein- Bereitung, der Hafer nur zur Nahrung der Pferde, Hirfe als Viehfutter; ungemein beliebt ift der Mais, aus dem die nationale Speife Mamaliga bereitet wird; aufserdem dient er zur Spiritusbereitung. Hanf und Flachs wird für den eigenen Bedarf im ganzen Lande cultivirt. Tabak wird viel gebaut, allein das willkürliche Verfahren der Tabakregie fchreckt die Bauern von dem im Lande möglichen Anbaue ab.
Gartenbau.
Die Obftcultur ift noch in ihren Anfängen. Es werden eigentlich nur Zwetfchkenbäume gepflanzt, um aus deren Früchten Branntwein zu gewinnen. Gemüſe werden reichlich gebaut, da fie die Hauptnahrung des Landmannes ausmachen.( Linfen, Fifolen, Kraut, Zwiebel und Gurken.) 300.477 Pogon find diefen Culturen gewidmet.
Weinbau.
Dem Weinbaue find 191.000 Pogon gewidmet, von denen ein Sechstheil dem Staate angehört. Die befferen Weine wachfen an den Karpathenabhängen, die Weine der Ebene find herbe und weniger haltbar. Die beften Sorten find: Bezirk Yaffy.
Cotnar, Dragafchani, Odobefchti,
Vâlcea.
29
Putna.
99
Deolu mare, Nicorefchti,
"
Prahova, Buzen. Tekutfch.
79
Die Zubereitung und Kellerwirthschaft ift noch wenig entwickelt. Die jährliche Production beträgt 5 Millionen Vedra.
Viehzucht.
Der Boden und das Klima Rumäniens find der Viehzucht fehr günftig. Der gefammte Viehftand wird durch folgende Zahlen annäherungsweife dargestellt:
Stiere Ochfen
Kühe
Kälber
Büffel
Schweine
Pferde
Efel und Maulthiere
200.000. 1,900.000.
900.000.
600.000.
100.000.
1,200.000.
600.000.
8.000.
Schafe und Lämmer
5,000.000.
500.000.
Ziegen
Bienenkörbe Geflügel
300.000. 14,000.000.
Das Rindvieh ſpielt in der rumänifchen Landwirthschaft eine wichtige Rolle; faft alle Feldarbeit wird mit deffen Hilfe verrichtet und aufserdem dient es der Confumation. Die Rinder werden auch vielfach als Zugthiere zum Transporte der Waaren auf den Markt verwendet. Jeder Bauer hält wenigftens eine Kuh, es gibt aber Befitzer von Heerden, die 1000-3000 Stücke zählen.
Die zum Schlachten beftimmten Rinder werden mittelft der Abfälle der Branntwein- Deftillerien gemäftet, zu welchem Zwecke in der Nähe der Deftillerien grofse Ställe erbaut find. Gemäftet werden fie in den öffentlichen Schlachthäufern gekeilt.