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Türkei : Bericht / verfasst im Auftrage des Comité für den Orient und Ostasien von Carl Sax
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Türkei.

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( jährlich über 30.000 Pics); Ufchak, kleine Stadt, fechs Tagreifen von Smyrna, im Gebirge, mit einem Handelsgerichte, fehr wichtig durch Teppichfabrication ( der fogenannten Smyrnateppiche, jährlich bei 150.000 Pics) und auch durch Gerberei und Opiumhandel; Gedys, Städtchen in den nordöftlichen Bergen mit bedeutender Baumwoll- Manufactur; Tirè, Stadt von etwa 10- bis 12.000 Ein­wohnern, mit Branntwein- Brennereien und mit Seilerinduftrie; Aidin oder Güfel­hiffar, Kreis- Hauptftadt mit 30- bis 35.000 Einwohnern, mit etwas Baumwoll­Induſtrie; Mughla, Kreis- Hauptftadt von Mentefchè mit 10- bis 12.000 Ein­wohnern.

Die Communicationen find zur See fehr frequent, indem die Küfte für die Schifffahrt günftig geftaltet ift, Smyrna von den Poftdampfern aller Nationen auf den Linien zwifchen Conftantinopel, Syra, Syrien und Egypten regelmässig berührt wird, und zwei Eifenbahnen das Küftenland durchziehen.

Von Fahrwaffer aber ift aufser in der unmittelbaren Nähe Smyrna's, und zwifchen Aiwalyk und Edremid faft keine Rede, dagegen zieht der wichtigſte Karawanenweg von Afium Karahinar über Ufchak nach Smyrna hinab. Von den Flüffen ift keiner fchiffbar. Der grofse Handel des ganzen Gebietes concentrirt fich in Smyrna.

Das füdliche oder taurifche Küftengebiet.

Südöftlich vom vorigen zieht längs des mittelländifchen Meeres ein, gegen das nördliche Binnenland zu, durch die mit dem Ufer faft parallel laufende Taurus­kette begrenztes, ziemlich fchmales Küftenland bis zum Akma- Dagh am Golfe von Alexandrette hin, wo fich die Küfte gegen Syrien zu fcharf nach Süden hinabbiegt, Diefes Gebiet umfafst Theile der Vilayete von Aidin, Konja und Adana, ( namentlich die Kreife Tekkè, Itfch, Il und Adana).

Die Küftenentwicklung ift nicht mehr fo mannigfach, wie am ägäifchen Meere, aber noch immer ziemlich reich an Buchten, dabei allerdings arm an guten Häfen. Die Flüffe im weftlichen und mittleren Theile find kleine Küftenflüffe, nur der Gerenes- Tfchaj( Indus), Kodfcha- Tfchaj( Xanthus), Akfu( Ceftrus), Köprü­Su( Eurymedon), Gökfu( Kalykadnus) find von diefen erwähnenswerth; bedeu­tender aber find im öftlichen Theile der Seihun( Sarus) und der Dfchihan( Pyramus), welche die Tauruskette durchbrechend, weit aus dem inneren Hochlande herab­ftrömen.

Gröfstentheils reichen die Berge bis zur Küfte hinab, nur der öftliche Theil des Gebietes enthält eine gröfsere Ebene, die von Adana. Aufser diefer Ebene ift kein Theil diefes Gebietes von grofser commercieller Bedeutung, und unter allen anatolifchen Küftengebieten ift diefes jedenfalls am wenigften bekannt. Es läfst fich nur fagen, dafs die Gebirge Blei und Eifen enthalten und mit Wäldern von Pinien, Platanen, Steineichen, Oelbäumen, Lorbeer, Myrthen und dergl., theilweife wohl auch von Nadelholz bedeckt find, dafs in den Thälern der Maul­beer- Baum und der Weinftock, an der Küfte befonders die Südfrüchte, auch Datteln und fonftige Palmenfrüchte gedeihen, dafs Getreide, Tabak, Hanf, Flachs, Sefam, und in der Mitte, und( befonders im Often bei Adana) Baumwolle cultivirt wird, und dafs man im ganzen Gebiete auch viel Bienenzucht und Viehzucht, befonders Pferdezucht betreibt. Nur vom Kreife von Adana wird angegeben, dafs dafelbft jährlich bei 2 Millionen Kilé Korn, 1 Million Kilé Gerfte und 14 Million Kilé Sorgo, ferner 12 Million Kilé Sefam, 70.000 Cantar Baumwoll- Kapfeln und 40.000 Oka Tabak geerntet werden, letzterer( Tabak) nur für den Local confum, wogegen Getreide, Sefam und Baumwolle zum grofsen Theile exportirt werden. In den übrigen Gebietstheilen zufammen ift die Getreideproduction vielleicht ebenfo grofs, wie in Adana, fo dafs die Gefammtproduction an Cerealien etwa 5- bis 6 Millionen Kilé betragen mag.