Perfien.
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Der Anbau des Zuckerrohres findet im befchränkten Mafse im Mafanderan und Gilan ftatt. Eine fehlerhafte Manipulation und der Zwang der unentgeltlichen Abfuhr des Rohres an den Gouverneur find der Cultur nicht günftig, doch fteht auch diefer eine Zukunft bevor. Ebenfo ift der Anbau des Safrans nicht fo ausgedehnt wie früher, nur Choraffan liefert noch beffere Waare; das Zufammenballen in Kuchen und die häufige Fälfchung ift dem Producte abträglich. Es gibt auch im Lande viele efsbare Mannaarten, als: Ausfchwitzung von Eichen, Tamarisken, Aftragalen, Pyrus glabra und Weiden. Diefe höchft intereffanten Producte befchäftigen viele Conditorfabriken des Landes.
Oelige Pflanzen. Die Olive findet fich reichlich längs des Sefidrud von Mandfchil aus im Gilan. Der fchlechten Ausbeute und der mangelhaften Cultur ift die fchlechte Qualität des Productes zuzufchreiben, welches nur zur Seifenbereitung verwendet wird. In neuefter Zeit betreiben die Armenier ein etwas rationelleres Verfahren und erzeugen Oele von befter Qualität, doch nur in befchränkter Menge. Nebenbei fei es erwähnt, dafs durch den lang laftenden Druck die Armenier durchaus nicht jenen Unternehmungsgeift in Perfien an den Tag legen wie in anderen Ländern. Als Gebrauchsöl im Allgemeinen dient das von Ricin, es wird daher kurzweg Lampenöl genannt; ihm fteht bei billigerer Verfrachtung eine Zukunft durch Ausfuhr bevor. Auch andere Oele zum Genufs wie von Sefam und Wallnüffen, als auch zum Gebrauch für Induftrie und Apotheken, fo von Baumwoll- Kernen, Mohn, wilden Mandeln, Eruca sativa u. f. w. werden. gewonnen.
Von Färbe- und Gärbeft offen wird vorzüglicher Krapp befonders in Yezd und Azerbeidfehan gebaut, ebenfo Kreuzbeeren( Rhamnus), jedoch follen. fich jetzt beide nicht zur Ausfuhr mehr lohnen. Ebenfogut geht die frühere ftarke Cultur des Saflors( Carthamus) befonders um Isfahan durch die neuen Anilinfarben bedeutend zurück. Gröfseren Gewinn könnte Indigo abwerfen, da die Indigofera in vielen Gegenden vorzüglich gedeiht, doch durch fchlechte Manipulation ift das Product fehr mittelmäfsig, auch nicht zureichend, daher eine bedeutende Einfuhr von Indien für die zahlreichen Blaufärbereien. Ausgedehnt ift der Anbau der Lawsonia( Hena), welche als erfte Qualität fehr gefucht ift; fie wird weniger in der Induftrie als vielmehr zur Färbung von Haaren und Nägeln im Orient verwendet. Die Blätter und Blüthen eines Ritterfporns( Isperek= Delphinium camptocarpum) aus Choraffan, ebenfo die Wurzeln einer Staude in Azerbeidfchan( fe ridschek) geben einen gelben Färbeftoff. Uebrigens reichen die Färbeftoffe des Landes zur vielfachen Fabrication nicht aus und es wird deren eine bedeutende Quantität aus Amerika( Blauholz, Kermes), Indien und Europa( Anilinfarben) eingeführt. Erwähnt fei hier noch ein thierifcher Färbeftoff, nämlich die inländifche Cochenille, welche in der Gegend des Arrarat in Korapapak vorkommt und vielfach zur fchönen Färbung von Stoffen, befonders Strümpfen in Choi Verwendung findet. Es ift diefes die Porphyrophora Hamelii, ein Kermeskäferchen, welches auf der Grasart Poa purgens weidet.
Eines Weltmarktes erfreuen fich die Gallen der kurdiftanifchen Eiche, während andere auf demfelben Baum wachfende Gallenknopern( wie Gulgaw Rufch, Berarmozu) zu localem Gebrauch dienen. Ebenfo geben die Lohen( Dschift) der zahlreichen Eichen, die Schalen der Granatäpfel, die Rinden von Rhusarten und die Gallen von Tamarisken( Buzgendsche) zur Gärberei und Färberei gut verwendhare Stoffe.
Aetherifches Oel und Harz und Gummi gebende Pflanzen. Trotz des Reichthums an Rofen und anderen aromatifchen Blüthen werden aus Unkenntnifs der Manipulation ätherifche Oele nicht gewonnen, fondern nur vorzügliche aromatifche Wäffer, fo Rofenwaffer von Schiraz, Chunsar, Kum, Waffer von Kätzchen der Salix Medimii, von Jasmin und Orangenblüthen. Einer rationellen Induftrie fteht eine reiche Zukunft bevor. Faft nur eigenthümlich dem centralafiatifchen Plateau gehören die Doldengewächfe, die Asa foetida, Asa dulcis,