Perfien.
43
Ganzen eine wohlthuende Abwechslung verliehen. Die Seitenwände, ebenfalls mit Spiegeln facettirt, wiefen nahe dem Plafond eine Doppelreihe von ftalaktitenartigen Arbeiten, in deren Vertiefung ftets ein finniges Blumenfträufschen ruhte. Die zwei einander gegenüber liegenden Nifchen wurden durch das Porträt Seiner Majeftät des Schah und durch einen ornamentalen Kamin und durch einen grofsen Spiegel ausgefüllt. Eine Glasthür trennte den Salon vom Balcon, von welchem man eine fchöne Fernficht fowohl auf die fämmtlichen orientalen Bauten, als auch auf den üppigen Praterpark genofs.
Die zweite additionelle Ausftellung bildete ein vor Jahren eingefchicktes Zelt. Diefes fogenannte Generalzelt( Mirpendfch) befteht aus einem inneren und äufseren Zelt, welche beide durch einen Tragbalken gehalten werden. Das äufsere ift aus fefter Baumwoll- Leinwand( Kerbas) gefertigt und ift auf der Aufsenfeite durch aufgenähte Figuren in blauer Leinwand decorirt. Es ftellt ein Viereck vor, deffen vier Winkel durch Thüren, mit Indienne gefüttert, abgeftumpft find, fo dafs eigentlich ein Achteck entſteht( daher der Name hefchti, acht). Sein LängenDurchmeffer mifst nahe an zehn, fein Breiten Durchmeffer nahe an neun Meter. In der Mitte der beiden Längenwände befinden fich drei Portale, die durch Portièren zu fchliefsen find. Das Innenzelt, aus rother Leinwand gefertigt, ift nach innen mit Refchter Portièren- Seidenftoff gefüttert; aufserdem am Ueber gang des Daches zu den Wänden durch Draperie mit Troddeln gefchmückt. Der freie Raum( Tabel) zwifchen dem inneren und äufseren Zelt beträgt 1½ Meter. Die Stricke zum Fixiren der beiden Zelte find theils wegen der Schönheit, theils um Irrung zu verhüten, verfchiedenfärbig. Der Balken und die Trageftangen find ganz mit Malereien bedeckt. Das Doppelzelt hat den Zweck des ausgiebigeren Schutzes gegen Regen und ftarken Sonnenbrand, gegen welchen auch das öftere Begiefsen des äufseren Zeltes und die Verdunftung viel beiträgt. Um jedoch in Wien den Zutritt von Fremden zu verhindern, wurde auch eine nothwendige Quantität von fogenannten fpanifchen Wänden, durch Stricke fixirbar, eingefchickt, durch deren Aufftellung das Zelt von einem weiten Hof umgeben und abgegrenzt wurde. Die Solidität des Objectes erprobte fich am beften dadurch, dafs trotz eines Orkans diefes nicht im mindeſten dadurch gelitten hatte.
Handel, Ein- und Ausfuhr.
Der Handel Perfiens findet zumeift mit Rufsland und dem übrigen Europa mit der europäifchen und afiatifchen Türkei und Indien ftatt; in geringerem Mafse mit den Nachbarländern, mit Turkeftan, Afghaniſtan, Siftan, Beludfchiftan und Mafcat. Den Handel mit Rufsland vermitteln meift Tabris durch Karawanen nach Tiflis und Aftara am Cafpifee, aufserdem die Hafenplätze am Cafpifee, vorFür den Handel mit züglich Enzeli- Refcht, Mafchtifer Balafrufch und Aftrabad. der Türkei und Europa dient auch zumeift Tabris durch den Karawanenweg nach Trapezunt, feltener durch die Kaukafusftrafse und Poti.
Ueber Kermanfchah
nimmt der Handel nach Bagdad feine Richtung. Waarentransporte nach Indien gefchehen durch die beiden Hafenplätze Bender- Bufchir und Bender Abbas. Für Turkeftan und Afhganiftan ift Mefchhed die Haupteinfall- Station, während Kirman Von den kleineren den geringen Handel mit Siftan und Beludfchiftan führt. Hafen am perfifchen Golf bringen arabifche Barken Waaren ins füdliche Arabien, in die Stationen des rothen Meeres und felbft nach Egypten.
Trotzdem ganz genaue ftatiftifche Daten über Ex- und Import nicht vorhanden find, fo ift doch aus dem Vergleich der gegebenen Confulartabellen erfichtlich, dafs der Import durchfchnittlich zwifchen 16 und 18 Millionen Gulden variirt, und dafs der Export in guten Jahren den Import übertrifft, woher auch die edlen Metalle ftammen, die im Lande circuliren. Die oben genannte Summe