Intersektionalität
Ägyptische Muslima auf Esel
Ägypten, 1865 - 1890Ägyptische Muslima auf Esel
Ägypten, 1875 - 1885Ägyptische Frau
Kairo, 1880 - 1890Femme fellah
Kairo, 1900 - 1905
Das Konzept der „Intersektionalität“ zeigt auf, wie scheinbar unterschiedliche Formen der Herrschaft, Unterdrückung oder Diskriminierung, wie race und gender, auf komplexe Weise miteinander verflochten sind, sodass es oft unmöglich ist, eine Dimension vollständig von einer anderen in der Erfahrung einer Person zu unterscheiden. Erste Ansätze finden sich bereits im feministischen Denken und Aktivismus Schwarzer Frauen und Women of Color; als Begriff wurde Intersektionalität jedoch von der Philosophin und Rechtswissenschaftlerin Kimberlé Williams Crenshaw geprägt. Sie entwickelte ihn im Zusammenhang mit der Analyse des Versagens der US-amerikanischen Antidiskriminierungsgesetze beim Schutz Schwarzer Frauen. Crenshaws Analyse baut auf früheren Arbeiten von Women of Color auf, die argumentieren, dass Versuche, die Natur der rassistischen Unterdrückung ohne Bezugnahme auf das Geschlecht zu spezifizieren, dazu neigen, sich auf die Erfahrungen von Men of Color zu konzentrieren, während Versuche, die Natur der geschlechtsspezifischen Unterdrückung ohne Bezugnahme auf die Dimension von race zu spezifizieren, dazu neigen, sich auf die Erfahrungen weißer Frauen zu konzentrieren. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich Intersektionalität zu einer „Methode und Haltung, einem heuristischen und analytischen Werkzeug“ entwickelt, das in vielen Disziplinen Anwendung findet. Das Konzept der Intersektionalität regt dazu an, Rassismus, Sexismus, Heterosexismus, Ableismus, Klassismus und andere Formen der Dominanz als miteinander verflochten und nicht als voneinander getrennt zu betrachten und macht auf die Grenzen einer isolierten Betrachtung aufmerksam.